3 Fragen und Antworten: Alternativen zur Altersvorsorge [Teil 5]

Aktuell, Altersvorsorge

Mehr und mehr Verbraucher hinterfragen ihre Altersvorsorge. Insbesondere Versicherungsprodukte stehen erheblich in der Kritik. Doch wie kann eine adäquate Alternative zu Riester, Lebensversicherung und Co. aussehen? Der Blick über den Tellerrand wirft zahlreiche Fragen auf, von denen die Vielzahl meist unbeantwortet bleibt. Mit der Serie „3 Fragen und Antworten“ wollen wir dies ändern. Stellen Sie uns Ihre Fragen rund um die Themen Geldanlage, Immobilien und Altersvorsorge – und wir stehen Ihnen unabhängig Rede und Antwort.

3 Fragen und Antworten: Immobilien
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„Nach einer Altersvorsorgeberatung empfiehlt unsere Bank mehrere Versicherungen. Gibt es auch Alternativen?“

Eheleute Städtler (Hannover)

Für den Großteil der Deutschen ist die Altersvorsorge untrennbar mit Versicherungen verbunden. Renten- und Lebensversicherungen erfreuten sich über etliche Jahrzehnte größtmöglicher Beliebtheit, andere setzen auf die betriebliche Altersvorsorge, Riester oder Rürup. Das Kernziel der Altersvorsorge ist jedoch keineswegs der Abschluss einer Versicherung. Im Vordergrund sollte stehen, dass der heute investierte Euro für möglichst viel Rente sorgt.

An dieser Stelle ist es eher fraglich, ob sich der Abschluss einer Versicherung für die Vielzahl lohnt. Hohe Kosten, Steuern innerhalb der Auszahlphase und geringe Renten im Verhältnis zum angesparten Kapital lassen die Altersvorsorgeprodukte mehr und mehr unattraktiv erscheinen. Punkten können sie insbesondere in Nischen, wie kinderreichen Familie, die von den Zulagen einer Riester-Rente durchaus profitieren können.

Betrachtet man diese Produkte jedoch ganz nüchtern, haben sie lediglich zwei Aufgaben. Einerseits soll sich der angesparte Euro zu einer möglichst großen Summe entwickeln, auf der anderen Seite soll hierfür eine möglichst hohe Rente gezahlt werden. Zwei Punkte, in denen Verbraucher in direkte Konkurrenz zu Versicherungen treten können. So kann beispielsweise ein monatlicher Beitrag, außerhalb einer Versicherung, mit konservativen Geldanlagen oder auch mittels Wertpapieren gespart werden. Die Kosten einer solchen Lösung belaufen sich meist nur auf ein Bruchteil dessen, was Versicherungsprodukte verursachen. Zum Rentenbeginn könnte man immer noch auf eine sogenannte Sofortrente zurückgreifen, einer Versicherung die für das angelegte Geld eine lebenslange Rente garantiert, aber selbst Auszahlungen in Eigenregie sind denkbar.

Die passende Lösung orientiert sich immer am Verbraucher. Private und berufliche Rahmenbedingungen sollten ebenso wie die weitere Lebensplanung in eine gute Altersvorsorge einfließen.

„Taugen Immobilien zur Altersvorsorge?“

Herr Knoop (Dresden)

Bei Immobilien sollten zwei Wege unterschieden werden. Immobilien können selbst bewohnt oder vermietet werden. Beide Möglichkeiten können sich zu einer interessanten Altersvorsorge entwickeln, jedoch ebenso für zahlreiche und kostspielige Probleme sorgen. Fehler beim Immobilienkauf können dann sogar schnell Teile der Altersvorsorge kosten.

Verbraucher, die in die eigenen vier Wände ziehen wollen, müssen den Kauf daher gewissenhaft planen. Die Höhe der möglichen Rate und nicht zuletzt das vorhandene Eigenkapital entscheiden über Freud oder Leid. Zum Schluss muss sich nicht nur der Kaufpreis rechtfertigen, auch die Finanzierung mit der dieser Kaufpreis beglichen wird muss im Sinne des Käufers ausgestaltet sein. Erstkäufer sind gut beraten, sich frühzeitig bereits während der Planungsphase unabhängigen Rat einzuholen. Hierzu stehen beispielsweise Verbraucherzentralen mit Rat und Tat zur Seite.

Gleiches gilt für jene, die in eine oder mehrere Immobilien als Kapitalanlage investieren möchten. Besonderes Augenmerk liegt hier einerseits auf der Auswahl der richtigen Immobilie, andererseits auf dem Zahlenwerk rund um die sogenannte Miet- und Eigenkapitalrendite.

Gut ausgesuchte Immobilien, die sich anhand Zahlen, Daten und Fakten rechnen, können dann zur einer interessanten Altersvorsorgealternative werden.

„Ich lege für meine Altersvorsorge monatlich etwas zur Seite. Wie wird daraus eine Rente?“

Herr Steireif (Wolfsburg)

Um aus einer Summe Geld eine monatliche Auszahlung oder Rente werden zu lassen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die beliebtesten Varianten sind die sogenannte Sofortrente oder der Auszahlplan.

Bei der Sofortrente handelt es sich um ein Versicherungsprodukt. Es bietet für das angesparte Geld im Regelfall eine lebenslange Rente. Für die Verwaltung des Kapitals und die Logistik rund um die Auszahlung erhebt die Versicherung jedoch Abschluss- und Verwaltungskosten. Diese Positionen können mitunter große Lücken schlagen. Verbraucher, die auf eine solche Sofortrente setzen, sollten sich zudem zwingend an den Garantien orientieren – die mitunter vollmundigen Prognosen, die auf sogenannten Überschüssen und Bewertungsreserven basieren, stehen derzeit auf eher tönernen Füßen.

Ob sich eine Sofortrente rechnet, entscheidet sich im Verhältnis Anlagebetrag zu Rente. Dieses Verhältnis drückt aus, wie lange ein Versicherungsnehmer leben muss, um mit der zu versteuernden Rente das eingelegte Kapital wiederzusehen. Das Ergebnis verlangt zahllosen Interessenten eine nahezu biblische Lebenserwartung ab. Wird diese Lebenserwartung nicht erreicht, wird die Sofortrente zu einem Verlustgeschäft. Als Alternative bietet sich dann ein einfacher Auszahlplan an. Diese Variante punktet zwar nicht mit einer lebenslangen Rentenzahlung, in Sachen Rentenhöhe besteht jedoch Spielraum. Wer sein investiertes Kapital schneller wiedersehen möchte, kann die Rentenhöhe entsprechend anpassen. Auch unregelmäßige Rentenzahlungen sprechen für einen Auszahlplan. Einfachste Form eines solchen Auszahlplans sind Mischungen aus Tages- und Festgeldkonten.

Um eine individuell passende Variante herauszuarbeiten, können beispielsweise Verbraucherzentralen um Unterstützung gebeten werden. In diesem Rahmen sollten Faktoren wie die Hinterbliebenabsicherund, die steuerliche Seite aber auch die Rentenhöhe einzelner Optionen thematisiert werden.


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