3 Fragen und Antworten: Altersvorsorge [Teil 1]

Aktuell, Altersvorsorge

Immer mehr Verbraucher sind aufgefordert, sich um ihre Altersvorsorge zu kümmern. Kaum jemand stellt noch in Frage, dass die gesetzliche Rente uns längst nicht mehr ausreichend versorgt. Um drohender Altersarmut zu entgehen, ist also Eigeninitiative gefragt. Doch rund um dieses Thema begegnen Verbraucher zahllose unbeantwortete Fragen. Mit der Serie „3 Fragen und Antworten“ wollen wir dies ändern, stellen Sie uns Ihre Fragen rund um die Themen Geldanlage, Immobilien und Altersvorsorge und wir stehen Ihnen unabhängig Rede und Antwort.

3 Fragen und Antworten: Altersvorsorge
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„Ich habe gerade meine Ausbildung begonnen. Meine Bank rät mir jetzt etwas fürs Alter zu sparen, allerdings verdiene ich nicht viel. Was soll ich tun?“

Frau Soller (Hannover)

Der Rat, früh mit der Altersvorsorge zu beginnen, ist alles andere als schlecht. ‚Je früher desto besser‘ könnte also das Motto lauten. Wer ab seinem 25. Lebensjahr regelmäßig 50,- EUR spart, kommt zum Rentenbeginn auf eine Summe von 31.296,- EUR. Unterstellt wurde ein Zins von nur 1 %, was bequem zwischen Tages- und Festgeld zu erwirtschaften ist. Starte ich nur fünf Jahre später, muss ich für dasselbe Ergebnis bereits 58,28 EUR monatlich auf den Tisch legen. Je länger ich mir Zeit lasse, desto teurer wird es also.

In jungen Jahren sollte man sich jedoch nicht an teure und unflexible Verträge binden. Muss ein solcher Vertrag nämlich vorzeitig gekündigt werden, beispielsweise wenn ein neues Auto her muss oder man Eigenkapital für eine Immobilie benötigt, hat man im Normalfall Geld für Abschluss- und Verwaltungskosten solcher Verträge verschenkt. Hier empfiehlt sich vielmehr ein einfaches Tagesgeld. Auf einem solchen Konto kann bequem gespart werden und im Notfall kann auf das angesparte Geld auch kurzfristig zurückgegriffen werden.

„Lohnt sich die Riester-Rente noch?“

Frau Giesecke (Bad Oeynhausen)

Immer wieder wird darüber diskutiert, wie gut oder schlecht die Riester-Rente nun ist. Dabei vermisst man vielfach konkrete Handlungsempfehlungen.

Diese können auch nur schwer gegeben werden, da abhängig von Einkommen und der familiären Situation die Riester-Rente mal besser und mal schlechter funktioniert. Im Regelfall steht und fällt die Riester-Rente mit den sogenannten Kinderzulagen. Diese werden gewährt, wenn unter 25 Jahre alter und kindergeldberechtigter Nachwuchs zur Familie gehört. Kinder, die vor 2008 geboren sind, sind 185,- EUR jährlich an Zulage wert. Für später geborene Kinder erhält man sogar 300,- EUR Zulage.

Im Normalfall sollten mindestens 555,- EUR Kinderzulage fließen, um eine Riester-Rente zu rechtfertigen. Somit werden mindestens drei vor 2008 geborene Kinder beziehungsweise zwei nach 2007 geborene Kinder benötigt. Altverträge, die bereits seit einigen Jahren laufen, können sogar bereits früher funktionieren. Wie man jedoch sieht, ist die Antwort auf die gestellte Frage sehr individuell und kompliziert. Es empfiehlt sich daher eine individuelle Berechnung anzustellen. Hilfestellung geben beispielsweise Verbraucherzentralen oder unabhängige Honorarberater.

Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe stellen nur zu gern die Steuervorteile und Zulagen in den Fokus der Empfehlung. Hier sollte man sich merken, dass allein diese augenscheinlich lukrativ erscheinenden Vorteile nicht ausreichen, um das Fortbestehen oder den Neuabschluss einer Riester-Rente zu rechtfertigen. Das Ziel eines solchen Vertrags sind schließlich nicht Steuervorteile oder Zulagen, sondern eine möglichst hohe Auszahlung nach Steuern.

„Die Inflation frisst meine Altersvorsorge mit Haut und Haaren, wie kann ich mich schützen?“

Frau Arndt (Northeim)

Seit Einführung des Euros rangiert die Inflation auf äußerst moderatem Niveau. Mit gut ausgesuchtem Tages- und Festgeld konnte durchgängig oberhalb des Inflationsniveaus angelegt werden. Auch heute, zu Zeiten niedrigster Zinsen, bleibt diese Tatsache unverändert. Zu den niedrigen Zinsen hat sich nämlich eine ebenso niedrige Inflation gesellt. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt diese bei gerade mal 0,37 %. Eine Verunsicherung durch Medien und die Finanzwirtschaft ist also alles andere als angebracht.

Angst vor Inflation ist ein schlechter Empfehlungsgeber, was den Umgang mit bestehenden Verträgen oder den Abschluss von neuen Verträgen angeht. Ist man sich dennoch unsicher, ob die bestehende Altersvorsorge vielleicht aus anderen Gründen auf den Prüfstand gestellt werden sollte, empfiehlt es sich, unabhängigen Rat zu suchen. Auch hier können Verbraucherzentralen oder unabhängige Honorarberater die richtige Anlaufstelle sein.


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