3 Fragen und Antworten: Geldanlage [Teil 2]

Aktuell, Geldanlagen

Das anhaltende Niedrigzinsniveau verunsicht zahlreiche Verbraucher. Die Medien verkünden ebenso wie Vertreter aus Politik und Wirtschaft immer neue Schreckensbotschaften. Die Frage, wie zu einer solchen Zeit sinnvoll mit den eigenen Ersparnissen umzugehen ist, bleibt jedoch regelmäßig unbeantwortet. Mit der Serie „3 Fragen und Antworten“ wollen wir dies ändern. Stellen Sie uns Ihre Fragen rund um die Themen Geldanlage, Immobilien und Altersvorsorge und wir stehen Ihnen unabhängig Rede und Antwort.

3 Fragen und Antworten: Geldanlage
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„Ich möchte mein Geld nicht im Internet anlegen, gibt es außerhalb überhaupt noch gute Zinsen?“

Frau Sonnemann (Goslar)

Tatsächlich gibt es nur wenig Gründe, auf Angebote von Direktbanken zu verzichten. Anleger können sich zudem neben Online-Banking mitunter auch für Telefon-Banking bei Direktbanken entscheiden.

Verbraucher sollten sich vor Augen halten, dass der Anteil dessen, was im Internet oder per Telefon zu regeln ist, das Minimum ausmacht. In vielen Fällen findet auch heute lediglich die Anforderung der Kontoeröffnungsunterlagen auf diesem Wege statt. Die ausgefüllten Kontoeröffnungsunterlagen werden dann in der nächstgelegenen Postfiliale abgegeben, im Falle eines Festgelds wird dann der gewünschte Anlagebetrag von der Hausbank in Richtung des neueröffneten Kontos überwiesen. Der Versand eines Jahreskontoauszugs oder von Zins- und Steuerbescheinigungen erfolgt vielfach ebenfalls auf dem Postweg. Erst zum Zeitpunkt der Fälligkeit sind Anleger gefordert und müssen überlegen, was mit dem Anlagebetrag geplant ist. Somit spielt sich der Großteil der Geldanlage außerhalb des Internets ab.

Wer dennoch verzichten möchte, muss sich vielfach auf bedeutend schlechtere Konditionen einstellen. Es empfiehlt sich dann innerhalb der örtlichen Bankenlandschaft zu vergleichen und gegebenenfalls nach Direktbanken mit Filialanbindung Ausschau zu halten. Klassische Banken, zu denen beispielsweise Sparkassen oder Volksbanken zählen, leiden unter ihrer hohen Kostenstruktur, die beispielsweise gut verzinstes Tages- oder Festgeld nahezu unmöglich macht.

„Meine Bank rät mir zu Fonds. Momentan sind Wertpapiere angeblich alternativlos. Sollte man der Empfehlung jetzt folgen?“

Herr Eilmes (Bünde)

Wertpapiere sind zu keiner Zeit alternativlos. Wertpapiere sind auch keinswegs ein Heilmittel gegen niedrige Zinsen, sie sind vielmehr ein Instrument einzelner Anleger. Diese Anlegerschaft nutzt ihre Zeit und ihre Kenntnisse, um an einzelnen Entwicklungen des Marktes zu partizipieren. Geht die Idee des Anlegers auf, bedeutet dies einen Gewinn – im gegenteiligen Fall einen dementsprechenden Verlust.

Wer einen solchen Verlust nicht einkalkulieren möchte, sich nicht die nötigen Kenntnisse zuschreibt oder wem schlicht die nötige Zeit fehlt, sollte einen generellen Sicherheitsabstand zu Wertpapieren jedweder Art halten. Weder aktiv gemanagte Fonds noch die momentan populären Indexfonds (auch: ETF), sind mit einem Autopiloten ausgestattet. Bedingungslose Gewinne sind somit ein Trugschluss.

Ein Anleger sollte wissen, ob er sich tendenziell mit konservativen oder mit risikoreicheren Anlagen befassen darf und sollte. Analog dieser sogenannten Anlagementalität sollte dann die Geldanlage ausgewählt werden. Niedrigzinsen oder Inflation sollten diese Entscheidung dann keineswegs beeinflussen. Denn Niedrigzinsen lassen Wertpapiere keineswegs zu einer sichereren Geldanlage werden.

„Wo kann ich heute sicher und längerfristig anlegen?“

Frau M.

Wer Sicherheit damit verbindet, dass jegliches Verlustrisiko ausgeschlossen ist, der steht früher oder später vor gut ausgesuchtem Tages- und Festgeld. Tages- und Festgeld erzeugt keinerlei Abschlusskosten, die ein mitunter großes Loch in die Ersparnisse reißen können, und bietet zusätzlich eine gute marktgerechte Verzinsung.

Anleger sollten von Laufzeiten oberhalb von drei bis vier Jahren jedoch Abstand nehmen. Banken sind aktuell ebenso verunsichert wie Verbraucher und können die Entwicklung des Zinsniveaus kaum prognostizieren. Aus diesem Grund tut die Branche sich schwer, attraktive Zinsen für langfristige Anlagen zu bieten. Der Zenit ist zumeist bei einer Laufzeit um besagte drei bis vier Jahre erreicht. Noch länger anzulegen bedeutet dann, die eigenen Ersparnisse länger festzulegen, ohne einen nennenswert höheren Zins dafür zu erhalten.

Aus diesem Grund sollte ein genauer Blick auf die Konditionen geworfen werden. Mutet der gebotene Zins für ein dreijähriges Festgeld interessanter an als der für ein vergleichbares fünfjähriges Festgeld, sollten Anleger nicht zögern, sich für die kürzere Laufzeit zu entscheiden. Dieser Weg bietet zusätzlich die Vorteile, dass die angelegten Ersparnisse früher wieder zur Verfügung stehen oder sogar zu Zeiten eines besserverzinsten Angebots umgeschichtet werden können.


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