Abschlusskosten zurückfordern: Rürup-Rente im Fadenkreuz

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Mit der Rürup-Rente sorgen insbesondere Selbstständige und Besserverdiener vor. Neben monatlichen Beiträgen erfreuen sich auch jährliche Zuzahlungen großer Beliebtheit. Doch nur wenigen Verbrauchern ist bewusst, dass diese Zuzahlungen immense Kosten verursachen können. Wer über diese Kosten nicht aufgeklärt wurde, hat nun gute Chancen, sie zurückfordern zu können.

Abschlusskosten zurückfordern: Rürup-Rente im Fadenkreuz

Jede Zuzahlung ist ein kleiner Neuabschluss

Seit Juli 2008 müssen Verbrauchern Abschluss- und Verwaltungskosten offengelegt werden. Dies geschieht zumeist bei Abschluss von Rürup-Rente und Co. Grundlage für die zu diesem Zeitpunkt ausgewiesenen Kosten bilden im Regelfall die vereinbarten monatlichen Beiträge. Zukünftige Zuzahlungen bleiben, selbst wenn diese bereits in Aussicht gestellt wurden, unberücksichtigt.

Wer seine Altersvorsorge bereits vor besagtem Stichtag abgeschlossen hat, muss sich seine Abschluss- und Verwaltungskosten mühsam errechnen. Hinweise hierauf finden Verbraucher in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (kurz: AGB).

Doch nur wenigen ist bewusst, dass Zuzahlungen vielfach wie Neuabschlüsse behandelt werden. Damit sind Verbraucher erneut mit Abschluss- und Verwaltungskosten konfrontiert. Diese Kosten können zum entscheidenden Faktor werden, ob sich eine solche Zuzahlung lohnt oder nicht.

Erneute Kosten erfordern erneute Offenlegung

Sind Verbrauchern nach Juli 2008 erneut Abschluss- und Verwaltungskosten entstanden, müssen diese ebenso offengelegt werden wie beim ursprünglichen Abschluss. Dieser Standpunkt macht auch vor der Rürup-Rente, die Zuzahlungen von vornherein vorsieht, nicht halt. Auch der Hinweis innerhalb der Allgemeinen Geschäftsbedingungen wird in diesem Zusammenhang nicht als ausreichend erachtet. Um den rechtlichen Anforderungen zu genügen, müssen in diesem Zusammenhang entstandene Kosten explizit und gesondert mitgeteilt werden.

Damit bieten sich Verbrauchern, denen unwissentlich durch jahrelange Zuzahlungen immense Kosten entstanden sind, ganz neue Möglichkeiten. Hat eine solche Offenlegung nicht stattgefunden, bestehen gute Chancen, die angefallenen Kosten vollständig bzw. anteilig zurückfordern zu können.

Sind regelmäßige und hohe Zuzahlungen erfolgt, können so schnell vier- bis fünfstellige Forderungen auf Versicherungen zukommen. Verbraucher sollten daher mit entsprechender Gegenwehr rechnen. Erste Urteile werden jedoch in Kürze gesprochen. Bei erwartetem Ausgang wird die Position der Verbraucher deutlich gestärkt.

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