Abzocke: Vermittler und überteuertes Gold

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Krisenproheten haben erneut Konjunktur. Sie sehen das Vermögen der Deutschen in akuter Gefahr. Ein Umfeld massiver Verunsicherung ist die Folge. Fruchtbarer Boden für Vermittler, die Sachwerte wie Gold am heimischen Küchentisch anpreisen. Doch viel zu oft wechselt das beliebte Edelmetall zu Mondpreisen den Besitzer.

Abzocke: Vermittler und überteuertes Gold
Vermittler profitieren beim Goldverkauf von der Unwissenheit ihrer Kunden. Nuggets und Barren kosten teils das Vierfache des aktuellen Marktpreises.

Vollmundige Versprechen bleiben unerfüllt

Sogenannte Haustürgeschäfte erlebten ihren Höhepunkt bereits vor mehr als dreißig Jahren. Staubsauger, Kochtöpfe oder Nahrungsergänzungsmittel wurden in gemütlicher Atmosphäre am Sofa- oder Küchentisch erst angeprisen und anschließend verkauft. Den Verkäufern hängt noch heute ein eher zwielichtiges Bild an, obwohl bereits seit Jahren immer weniger Klinken geputzt werden.

Auch vor den privaten Finanzen hat diese Form des Verkaufs keineswegs Halt gemacht. Dies galt insbesondere für Versicherungen die von zahllosen Kollegen des sprichwörtlichen Herrn Kaiser vermittelt wurden. Nun planen Vermittler einen erneuten Siegeszug an der privaten Haustür und im Dienste privater Finanzen. Letzte sind akut durch jüngste politische Entwicklungen gefährdet, versucht man schnell dem potenziellen Kunden erklärlich zu machen. Eine Absicherung durch Umschichtungen in Gold ist daher dringend anzuraten.

Wie die Vermittler sich rhetorisch Zugang zum Verbraucher verschaffen variiert ebenso wie die Gesellschaften für die sie tätig sind. Klangvolle Namen sollen Seriosität vermitteln, mit gewissenhaft einstudierten Argumentationsketten soll das letzte Eis in Richtung Vertragsabschluss gebrochen werden. Eine Masche auf die insbesondere verunsicherte Verbraucher anspringen. Schätzungen zur Folge wächst dieser Zweig der Finanzdienstleistung rasant. Mit dem Wachstum hinterfragen jedoch mehr und mehr Verbraucher die im wahrsten Sinne des Wortes zwischen Tür und Angel getätigten Geschäfte. Beleuchtet man die auf diesem Weg geschlossenen Verträge, stellt sich ein nicht unerheblicher Teil als erheblich überteuert dar. So erworbene Goldnuggets und Barren lagen mitunter vierfach oberhalb des Marktpreises. Ein erheblicher Preisaufschlag, dem Verbraucher nur mühsam auf die Schliche kommen und den Vermittlern in die Hände spielt. Nur ein kleiner Teil der Verbraucherschaft kennt die Kurse von Edelmetallen und kann die Preise derartiger Angebote sicher einschätzen. Allen anderen stehen teils erhebliche Verluste ins Haus, die problemlos mit den dargestellten Risiken politisch negativer Entwicklungen konkurrieren können.

Verträge möglichst zeitnah widerrufen

Es sind nicht ausschließlich leichtgläubige Verbraucher, die auf diese Form der Abzocke hereinfallen. Der einfache Weg zum Abschluss wird mit Vermittlern zumeist einstudiert. Spezielle Rhetorikseminare sind hartes Training, um beim Verbraucher leichtes Spiel zu haben. So tappen selbst aufgeklärte Anleger in die aufwendig gestellte Falle.

Damit diese nicht endgültig zuschnappt, sollten Betroffene zeitnah reagieren. Geschlossene Verträge sollte geprüft und bei entsprechendem Ergebnis möglichst zeitnah, mit einer Frist von 14 Tagen, widerrufen werden. Ist ein solches Widerrufsrecht ausgeschlossen, da es sich um ein Spekulationsmittel handelt, sollte sachkundiger Rat eingeholt werden. Rechtsanwälte oder Verbraucherzentralen können hierbei mit Rat und Tat zur Seite stehen und die juristischen Möglichkeiten realistisch ausloten. Am problematischsten stellen sich in diesem Zusammenhang Barzahlungen im Rahmen der geführten Gespräche dar, hierzu sollten Verbraucher sich daher in keinster Weise überreden lassen.

Generell gilt, Gold ist zweifelsohne zu den spekulativsten Anlageoptionen zu zählen. Anleger sollten sich bewusst machen, dass dieses Edelmetall nicht nur von Angebot und Nachfrage sondern zusätzlich von der Entwicklung des US-Dollars, an den der Goldpreis traditionell gebunden ist, abhängt. Diese Facetten zu bewerten erfordert neben einer grundsätzlichen Risikobereitschaft eine geübte Anlegerhand. Kommt diese zum Ergebnis, dass eine Investition sinnvoll erscheint, gilt es möglichst viel Gold für das anzulegende Geld zu bekommen. Hierzu sollten die mit dem Kauf verbundenen Kosten auf ein Minimum gedrückt werden, was entweder den Kauf von Papiergold, beispielswiese mit Hilfe eines ETC (Exchange Traded Commodities) oder den Kauf physischen Goldes über eine Scheideanstalt bedeutet. Jeder Vermittler, insbesondere Außendienstler, verteuern den Preis unnötig.

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