Ackerflächen: Alternative für Anleger?

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Anleger suchen nicht nur Alternativen, um dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld zu entfliehen, zunehmend rücken auch Anlagen mit nachhaltigem Charakter in den Fokus der Verbraucher. Neben Wind- und Photovoltaik-Parks herrscht ein großes Interesse an Ackerland. Steigende Quadratmeterpreise und Pachten versprechen attraktive Renditen. Vor diesem Hintergrund werden bestehende Risiken nur zu gern ausgeblendet.

Ackerflächen: Alternative für Anleger?
Investitionen in Ackerflächen verlangen Anlegern Zeit und Risikobereitschaft in nicht unerheblichem Maße ab.

Mehr potenzielle Pächter als Flächen

Die Nachfrage nach Ackerflächen ist groß. Nicht nur bei Anlegern wecken Grund und Boden Begehrlichkeit, auch potenzielle Pächter sind zahlreich. Die momentane Nachfragesituation spielt Grundbesitzern in die Hände. Trotz niedriger Rohstoffpreise für Agrarerzeugnisse rangiert der Quadratmeter Ackerfläche auf preislich hohem Niveau.

Langjährige Besitzer profitieren daher doppelt. Sie konnten in der Vergangenheit den Quadratmeter mitunter zu Bruchteilen der heutigen Werte erwerben, was gegenüber dem heutigen Preisniveau eine teils erhebliche Wertsteigerung bedeutet. Zusätzlich sorgen die gestiegenen Pachteinnahmen für ansehnliche laufende Renditen. Von diesem Kuchen möchten sich auch mehr und mehr Privatanleger, die vormals auf Banken für ihre Geldgeschäfte zugingen, ihr Stück sichern. Neben attraktiven Renditen versprechen Anleger sich zusätzlich, in Ackerflächen ein grüne und nachhaltige Anlage zu finden. Ob sich diese Wünsche erfüllen, hängt jedoch von mehr Faktoren ab, als der Anleger im Regelfall erwartet.

Ein wichtiger Faktor ist beispielsweise die Investitionshöhe. Diese sollte den Erwerb von mindestens 8 bis 10 Hektar Ackerland ermöglichen. Kleinere Flächen sind für potenzielle Pächter meist unattraktiv, was sich folglich negativ auf Weiterverkauf und fortlaufende Einnahmen auswirkt. Zudem sollten die Flächen infrastrukturseitig günstig gelegen sein. Wie hoch dann die Pachteinnahmen ausfallen, ist zusätzlich von der gebotenen Bodenqualität abhängig. Diese bestimmt schlussendlich, welche Agrarrohstoffe auf dem Ackerland wirtschaftlich erzeugt werden können.

Risikobereitschaft gefordert

Um diese Faktoren innerhalb einer Anlageentscheidung berücksichtigen zu können, sind daher entweder eigene oder fremde Expertenkenntnisse nötig. Andernfalls drohen Anleger Investitionen, die erhebliche vom tatsächlichen Wert abweichen beziehungsweise Pachpreise, die ihre ursprüngliche Investition nicht rechtfertigen.

Doch auch ein gut vorbereiteter Kauf schützt Verbraucher nicht vor jedwedem Risiko. Mitunter stark schwankende Rohstoffpreise können sich im Laufe der Zeit und in erheblichem Maße auf die Pachteinnahmen auswirken. Ebenso beeinflusst politisches Zutun mitunter die Zahlungsbereitschaft von Pächtern, was langfristige Auswirkungen auf die Rendite der Flächen nach sich ziehen kann.

Schlussendlich entscheidet die tatsächliche Bewirtschaftung, ob der nachhaltige Grundgedanke tatsächlich Einzug hält. Muss das verpachtete Ackerland umfangreich gedüngt werden, um Erträge zu steigern oder hohe Pachausgaben zu amortisieren, kann die heute bezahlte Bodenqualität und Umwelt schnell leiden. Grundeigentümer sind daher angehalten, realistische Pachtpreise zu vereinbaren.

Kombiniert mit einem ausgesprochen langfristigen Anlagehorizont und unter Berücksichtigung der vorgenannten Rahmenbedingungen, können Ackerflächen zu einer attraktiven Rendite führen. Die hierzu nötige Risikobereitschaft, sowie die aufzubringende Zeit, unterscheiden sich dabei jedoch nicht von anderen vergleichbaren Anlageformen, wie Wertpapieren oder Immobilien. Vielmehr sind sie die branchenübliche Währung, mit der Anleger attraktivere Renditeaussichten einkaufen.

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