Altersarmut: Jeder zweite Deutsche betroffen

Aktuell, Altersvorsorge

Nahezu jedem zweiten Deutschen, der nach 2030 in Rente geht, droht die Altersarmut. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Berechnungen des WDR.

Altersarmut: Jeder zweite Deutsche betroffen
Heutige Rentner müssen gegenüber 1985 auf 8,9 %, Altersrente der Deutschen Rentenversicherung, verzichten.

Zahl der Betroffenen ist erschreckend

Dem Großteil der Verbraucher ist unlängst bewusst, dass private Altersvorsorge immer unverzichtbarer wird. Grund hierfür ist ein stetig sinkendes Rentenniveau. Dieses Rentenniveau gibt an, was Verbraucher zum Zeitpunkt des Renteneintritts aus der Deutschen Rentenversicherung erwarten dürfen.

Prozentual ausgedrückt, erhielten Rentner Mitte der 1980er noch rund 57,4 % ihres durchschnittlichen Brutto-Einkommens verrentet. Bis heute fiel die Höhe auf etwa 48,5 %. Bei einem durchschnittlichen Brutto-Einkommen von 30.000,- EUR müssen heutige Rentner damit bereits auf 2.670,- EUR pro Jahr verzichten.

Neueste Berechnungen gehen davon aus, dass das Rentenniveau bis 2030 auf 43,5 % fällt. Verbraucher, deren durchschnittliches Brutto-Einkommen bis dahin unter 24.000,- EUR liegt, hätten dann sogar Anspruch auf Grundsicherung. Aktuelle Berechnungen des WDR sehen jeden zweiten Deutschen gefährdet. Diese Berechnungen lassen jedoch weiteren Spielraum für eine Zuspitzung. Fallende Einkommen und steigende Arbeitslosigkeit könnten die Zahl der Betroffenen massiv erhöhen.

Rentenniveau beschäftigt Politik

Auch die Politik nähert sich zunehmend dieser Problematik an. Große Kritik schlägt hierbei insbesondere der Rentenreform aus 2000 bis 2001 entgegen. Im Zuge dieser Reform wurde, durch SPD und Grüne, die private Altersvorsorge neu geordnet. Als Ergebnis dürfen heute insbesondere die Riester- und Rürup-Rente betrachtet werden.

Inzwischen bemängeln viele Verbraucherschützer und einige Politiker, dass mit der Installation der Riester- und Rürup-Rente die Deutsche Rentenversicherung geschwächt und private Altersvorsorge in die Verantwortung von Banken, Versicherungen und Finanzvertrieben übertragen wurde. Hier konnten die abzusehenden Lücken jedoch nicht adäquat geschlossen werden.

Diskusiert werden daher, neben der Abschaffung dieser Altersvorsorgeprodukte, insbesondere staatliche Lösungen.

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