Altersvorsorge: Wie viel Rente ist nötig?

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Das Versorgungsniveau von Angestellten und Beamten sinkt stetig. Die private Altersvorsorge nimmt daher einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Doch steigende Ausgaben hierfür werden mehr und mehr zu einer erheblichen Belastungsprobe. Um diese in machbaren Bahnen zu halten, gilt es die Höhe der späteren Rente richtig zu ermitteln.

Altersvorsorge: Wie viel Rente ist nötig?
Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe haben ein Interesse, Beiträge für die private Altersvorsorge möglichst hoch anzusetzen.

Heutiges Einkommen ist ein teurer Maßstab

Die Ausgaben für Riester und Co. kennen seit Jahren nur eine Richtung, nach oben. Damit entwickelt sich die private Altersvorsorge zu einer der größten Kostenpositionen für Verbraucher.

Insbesondere die Beratung durch Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe scheint die Ausgaben für die private Altersvorsorge besonders in die Höhe zu treiben. Schuld daran ist unter anderem ein schwelender Interessenkonflikt. Die Höhe der erzielten Provision ist nicht ausschließlich vom Abschluss, sondern zusätzlich von der Höhe des vereinbarten Beitrags abhängig. So steigt die Motivation, Verbrauchern innerhalb der Beratung eine möglichst große Rentenlücke vor Augen zu führen. Verbraucher sollten daher auf die zu Grunde gelegten Daten ein gesteigertes Augenmerk legen. Andernfalls drohen hohe Altersvorsorgebeiträge, die dann am tatsächlichen Bedarf sogar vorbeischießen.

Zwei Faktoren sind elementar und daher zwingend zu überwachen:

Die Höhe der späteren Rente
Das unterstellte Inflationsniveau

Die Höhe der späteren Rente gilt es besonders gewissenhaft zu planen. Der Einfachheit halber wird jedoch gern das heutige Einkommen herangezogen. Diese Praxis stellt für Verbraucher jedoch einen teuren Maßstab dar, denn bereits eine um 100,- EUR zu hoch kalkulierte Rente führt heute zu einem erheblichen und meist unnötigen Mehraufwand.

Heutige Ausgaben bilden die Grundlage

Um sich vor diesem unnötigen Mehraufwand zu schützen, sollten die heutigen Ausgaben anstelle des heutigen Einkommens die Berechnungsgrundlage darstellen. Zusätzlich sollten diese Ausgaben noch um alle Positionen gemindert werden, die zum Rentenbeginn wegfallen. Denn Verbraucher die heute 200,- EUR für ihre private Altersvorsorge investieren, tun dies zum Rentenbeginn im Regelfall nicht mehr.

Ein 30jähriger der diese 200,- EUR innerhalb der Berechnungen aufrecht erhält und zusätzlich eine durchschnittliche Inflation von 1,5 % unterstellt, würde allein durch diese Position einen um rund 347,- EUR höheren Rentenbedarf entstehen lassen. Um diese Lücke zu decken, müssten heute 185,- EUR monatlich investiert werden.

In vielen Berechnungen wird jedoch mit bedeutend höheren Inflationsraten kalkuliert. Nicht selten liegen die Werte bei 3 % bis 4 %. Diese würden anstelle der vorgenannten 185,- EUR in 320,- EUR (Inflation: 3 %) oder sogar 465,- EUR (Inflation: 4 %) münden. Neben einer zu hoch angesetzten Rente kann somit auch eine eine zu hoch angesetzte Inflationsrate heute zu erheblichem Mehraufwand führen. Verbraucher sollten sich daher an tatsächlichen Werten orientieren. Diese liegen heute zwischen 1,4 % (Inflation: Ø 10 Jahre) und 1,44 % (Inflation: Ø 15 Jahre). Deutlich höhere Durchschnittinflationen der Vergangenheit sind vielfach politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschuldet, die auf die heutige Zeit nicht mehr anzuwenden sind.

Gewappnet mit diesen Parametern gelangen Verbraucher im Regelfall zu deutlich aussagekräftigeren Ergebnissen – und umschiffen erheblich über dem Bedarf rangierende Beiträge für die private Altersvorsorge.

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