Anschlussfinanzierung: Zinstief hält weiter an

Aktuell, Anschlussfinanzierung, Baufinanzierung

Die Zinsen laufender Baufinanzierungen rangieren meist spürbar oberhalb des gegenwärtigen Zinsniveaus. Immobilienbesitzer, die ihre Finanzierung nicht kurzfristig und vollständig tilgen können, möchten sich daher ein Stück des aktuellen Niedrigzinskuchens sichern. Hierbei sollten Verbraucher jedoch nichts überstürzen, da das Zinstief vorerst anhält und mitunter hohe Aufschläge drohen.

Anschlussfinanzierung: Zinstief hält weiter an
Forwardvereinbarungen sichern bereits das heutige niedrige Zinsniveau für spätere Anschlussfinanzierungen.

Anschlussfinanzierung und Forwardvereinbarung

Der Großteil aller Baufinanzierung ist mit einer sogenannten Zinsfestschreibung ausgestattet. Innerhalb der Zinsfestschreibung garantiert die Bank gleichbleibende Bedingungen. Im Falle steigender Zinsen am Markt profitieren Verbraucher so vom vertraglich festgeschriebenen niedrigeren Zins.

Demgegenüber hängen Verbraucher im Falle sinkender Zinsen jedoch auch am vertraglich festgeschrieben Zins. Wer beispielsweise vor zehn Jahren eine Baufinanzierung abschloss, zahlte laut Deutscher Bundesbank im Durchschnitt 4,87 % Zinsen. Heute liegt das Zinsniveau spürbar unter 2 %. Viele Verbraucher fürchten nun, zum Ende ihrer Zinsfestschreibung erneut mit höheren Zinsen konfrontiert zu werden. Mit Hilfe sogenannter Forwardvereinbarungen können jedoch bereits heute die Zinsen für das Ende der Zinsfestschreibung festgehalten werden. So wird heute ein Vertrag geschlossen, dessen attraktive Bedingungen in einem, zwei oder erst in bis zu fünf Jahren greifen. Auf diese Weise kann das attraktive heutige Zinsniveau bereits vertraglich gesichert werden.

Zum Ende der heute laufenden Zinsfestschreibung wird dann ohne weiteres Zutun aus der heute geschlossenen Forwardvereinbarung die Anschlussfinanzierung.

Zinstief hält weiter an

Der Vorteil einer Forwardvereinbarung stellen Verbraucher jedoch auch vor zwei Nachteile. Einerseits ist eine geschlossene Forwardvereinbarung bindend. Das bedeutet, dass weiter fallende Zinsen keine Nach- oder Neuverhandlungen erlauben. Auch auf den Vertragspartner haben sich Verbraucher mit Abschluss der Forwardvereinbarung festgelegt. Konditionsvergleiche sollte daher zwingend im Vorfeld des Abschlusses stattfinden.

In diesem Zusammenhang sollten Verbraucher sich bewusst sein, dass eine solche Vereinbarung auch im Falle weiter sinkender Zinsen Bestand hat.

Weiterhin bringt eine Forwardvereinbarung jedoch auch Kosten mit sich. Die Sicherheit, auch zukünftig von einem festgeschriebenen niedrigen Zins profitieren zu können, lassen Kreditgeber sich bezahlen. Je weiter die geschlossene Vereinbarung vorgreift, desto höher fällt der erhobene Zinsaufschlag aus. Verbraucher sollten daher den Abschluss in erster Linie dann in Erwägung ziehen, wenn konkret steigende Zinsen drohen. Für diese Annahme bietet das aktuelle Marktumfeld hingegen keinen Anlass. Verbraucher sollten daher die Entwicklung des Zinsniveaus weiter aufmerksam beobachten und den Abschluss einer Forwardvereinbarung möglichst hinauszögern.

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