Anzeigepflicht: Wenn die Versicherung nicht zahlt

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Wenn eine Versicherung nicht zahlt, ist der Ärger groß, manchmal sogar die Existenz gefährdet. Im Zusammenhang mit der sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflicht kann es zu genau diesem Szenario kommen. Daher sollten Sie die folgenden Punkte kennen und zwingend berücksichtigen.

Anzeigepflicht: Wenn die Versicherung nicht zahlt

Was sind vorvertragliche Anzeigepflichten?

Versicherungen sind gezwungen, ihre Risiken zu kennen. Wer in hohem Alter eine Risikolebensversicherung oder bei schwerwiegenden Vorerkrankungen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, wird für diese Risiken zur Kasse gebeten. In einigen Fällen muss sogar damit gerechnet werden, dass ein Vertrag gar nicht erst zustande kommt.

Diese Risiken wahrheitsgemäß mitzuteilen, gehört zur vorvertraglichen Anzeigepflicht jedes Verbrauchers. Begegnen tut einem die vorvertragliche Anzeigepflicht spätestens mit dem Versicherungsantrag. Hier verlangen Kranken-, Pflege- und andere Risikoversicherungen in der Regel die Beantwortung von Fragen zum Gesundheitszustand. Diese Gesundheitsfragen stehen an erster Stelle, spricht man über Verletzungen der vorvertraglichen Anzeigepflicht.

Gemogelt wird nicht nur bei Gewicht und Größe, auch Krankheitsbilder werden gern verschwiegen. Doch nicht immer ist der Verbraucher schuld, wenn die Versicherung später nicht zahlt. Zahlreiche Mitarbeiter von Banken und Versicherungen bangen um ihren Abschluss. Denn kommt ein Vertrag, beispielsweise infolge einer chronischen Erkrankung nicht zustande, fließt auch keine Provision.

Man ist daher gut beraten, allen Beteiligten auf die Finger zu schauen.

Was wenn die vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt wurde?

In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Versicherungen den Schadensfall genau prüfen. Unabhängig, ob Berufsunfähigkeit oder Todesfall, der vorvertraglichen Anzeigepflicht wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Die Spanne, in der sich ein Versicherer bewegen darf, reicht von Beitragserhöhungen über Ausschlüsse bis hin zur Rückabwicklung. Auf diese Weise können bedrohliche Situationen für Verbraucher entstehen. Verweigert beispielsweise die Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung die Auszahlung, steht schnell eine gesamte Existenz auf dem Spiel.

Hat der Verbraucher nicht arglistig gehandelt, muss der Versicherer jedoch prüfen, ob der Vertrag auch unter den tatsächlichen Umständen zustande gekommen wäre. In diesen Fällen kann die Versicherung den Vertrag nicht rückabwickeln. Auf eine rückwirkende Beitragsanpassung muss sich allerdings eingestellt werden.

Wie muss geht man mit laufenden Verträgen um?

Wird eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht entdeckt, sollte umgehend Kontakt zur Versicherung aufgenommen werden. Schließlich gilt es zu klären, unter welchen Umständen die Versicherung fortgesetzt wird. Im Ausnahmefall kann jedoch auch hier die Rückabwicklung drohen. Hier gilt jedoch das Motto: Besser heute als im Schadensfall leer ausgehen.

Auch fortlaufende Pflichten sollten Verbraucher nicht aus den Augen verlieren. Wer einen Schaden beispielsweise verspätet meldet, der muss gelegentlich auch mit Gegenwehr rechnen. Kürzungen und sogar Leistungsverweigerung können die Folge sein.

Das Fazit: Zwischen Rechten und Pflichten!

Verbraucher sollten sowohl ihre Rechte als auch ihre Pflichten kennen. Dies gilt in besonderem Maß bei der Absicherung existenzbedrohender Risiken. Im Zweifelsfall sollte unabhängiger Rat eingeholt werden. Verbraucherzentralen stehen in diesem Zusammenhang mit Rat und Tat zur Seite.

Wurde die vorvertragliche Anzeigepflicht durch Dritte verletzt, heißt es aktiv werden. Auch hier sollten Verbraucherzentralen oder aber Anwälte kontaktiert werden. Es gilt die Frage zu klären, ob und in welchem Umfang der Berater haftbar zu machen ist.

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