Banken: Profiteure des Niedrigzinsniveaus

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Niedrige Zinsen, auf Tages- und Festgeld, sind Verbraucher unlängst gewohnt. Grund hierfür ist die anhaltende Niedrigzinspolitik, so die Banken. Auf dieser Grundlage werden nun und zusätzlich Gebührenerhöhungen argumentiert. Zahlen der Deutschen Bundesbank zeichnen ein anderes Bild. Sie zeigen die Banken als Profiteure des Niedrigzinsniveaus.

Banken: Profiteure des Niedrigzinsniveaus
Für Banken zählt die Marge. Sie entsteht zwischen Anlage- und Kreditgeschäft.

Margen im Kerngeschäft steigen

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank bleibt auch Verbrauchern nicht verborgen. Spätestens im Kontakt mit Banken dient sie regelmäßig als Argumentationshilfe. So stellen Verbraucher regelmäßig fest, dass mit Senkung des Leitzinses, auch die Angebote für Tages- und Festgeld an Attraktivität verlieren.

Das Kerngeschäft von Banken liegt zwischen Anlage- und Kreditgeschäft. Es bildet die sogenannte Marge, sie entsteht wenn niedrigere Zinsen im Anlage- höheren Zinsen im Kreditgeschäft gegenüberstehen.

Basierend auf den Zahlen der Deutschen Bundesbank standen im Januar 2003 durchschnittlich 7,78 % im Kreditgeschäft 2,39 % im Anlagegeschäft gegenüber. Dies entspricht einer Marge von 5,39 % (7,78 % abzgl. 2,39 %). Für Januar 2016 stehen 6,44 % im Kreditgeschäft 0,37 % im Anlagegeschäft gegenüber. Dies entspricht einer Marge von 6,07 % (6,44 % abzgl. 0,37 %), die sich damit um 0,68 % gegenüber dem Januar 2003 verbessert hat.

Vor diesem Hintergrund wären die jüngsten Gebührenerhöhungen kritisch zu hinterfragen.

Banken mit Kreditflaute und Konkurrenz konfrontiert

Diese Interpretation greift jedoch zu kurz. Es gilt zusätzlich zu berücksichtigen, dass die Nachfrage nach Krediten binnen dieses Zeitraums um rund ein Drittel eingebrochen ist. Demgegenüber das Anlagegeschäft mit einem Zuwachs von mehr als 10 % belastet. Dadurch schrumpft, trotz verbesserter Marge, der tatsächliche Umsatz vieler Banken.

Als zusätzliche Belastung ist der gestiegene Konkurrenzdruck auszumachen. Bereits heute beanspruchen Direktbanken einen festen Platz innerhalb der Branche. Nun greifen sogenannte FinTechs, eine Wortzusammensetzung aus Finanzen und Technologie, an empfindlicher Stelle an. Sie agieren technologiebasiert, um in den ertragreichsten Geschäftsfeldern mit großer Kosteneffizienz um Verbraucher zu werben. Für Banken würde dieses Szenario weiteren und erheblichen Druck bedeuten.

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