Baufinanzierung: Ein Ende des Niedrigzinses?

Aktuell, Baufinanzierung

Das anhaltende Niedrigzinsumfeld lässt insbesondere Anleger klagen. Doch schnell sind auch Profiteure auszumachen. Insbesondere Baufinanzierungen haben sich erheblich verbilligt und habe etliche Verbraucher sich ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen lassen. Doch die Zeichen scheinen auf Zinsanstieg zu stehen, ein Ende des günstigen Geldes in greifbare Nähe gerückt zu sein.

Baufinanzierung: Ein Ende des Niedrigzinses?
Immobilienbesitzer- und interessenten fürchten ein Ende der Niedrigstzinsen.

Notenbanken voller Zuversicht

Keine Niedrigzinsdiskussion ohne Notenbanken. Tatsächlich tragen diese einen nicht unerheblichen Anteil am derzeitigen Zinsniveau. Allein die Europäische Zentralbank, kurz EZB, hält den Leitzins stoisch bei 0 % und druckt zusätzlich Monat für Monat frisches Geld im Umfang von 60 Milliarden Euro. Auch interntional mangelt es nicht an Beispielen ähnlicher Geldpolitik. Pures Gift, selbst für moderate Zinsen.

Doch leise Zuversicht zeichnet sich ab. Erst kürzlich hob die US-amerikanische Notenbank FED den Leitzins um 0,25 % an. Auch in Europa schaltete man einen Gang runter und drosselte die Druckerpressen von 80 Milliarden monatlichem Output auf 60 Milliarden. Gesundende Inflationsraten und eine stabile Wirtschaft dürften nicht unerheblichen Anteil an der Entscheidung der Spitzenbanker gehabt haben. Doch damit stellt sich sogleich die Frage, ob das Ende des Niedrigzinsniveaus eingeläutet ist.

Baufinanzierung bereits teurer

Aus diesen Maßnahmen sind bereits erste konkrete Folgen für Verbraucher erkennbar geworden. So haben sich die Konditionen für Baufinanzierungen unlängst und spürbar verteuert. Insbesondere lange Zinsfestschreibungen von mehr als 15 Jahren sind seit Anfang 2016 gestiegen.

Dies lässt Handlungsbedarf für jene entstehen, deren laufende Baufinanzierung nur noch wenige Jahre bis zum Ende der Zinsfestschreibung aufweist. Um sich ein Stück des günstigen Zinskuchens zu sichern, empfiehlt sich ein sogenanntes Forward-Darlehen. Auf diese Weise kann bereits heute der Zinssatz für die Anschlussfinanzierung vertraglich fixiert werden. Nach Ablauf von einem, zwei oder in Ausnahmefällen auch mal drei bis vier Jahren greift dann automatisch der heute vereinbarte Zinssatz. Größeren Zinssprüngen kann auf diese Weise vorgebeugt werden. Doch Vorsicht, je früher eine Anschlussfinanzierung stattfindet, desto größer ist der von der Bank auferlegte Zinsaufschlag. Die Sicherheit des Verbrauchers stellt nämlich gleichermaßen das Risiko der Bank dar, was sich letztere mittels besagten Zinsaufschlags bezahlen lässt.

Auch wenn ein mittelfristiger Zinsanstieg als sicher gilt, so sind größere Aufschläge oder gar ein Hochzinsniveau als unwahrscheinlich einzustufen. Denn wenn die Notenbanken ihre Kernaufgabe, eine kleine Inflation innerhalb eines gesunden wirtschaftlichen Umfelds zu erzeugen, bewältigt haben, gilt es den hochverschuldeten Staaten weiter unter die Arme zu greifen. Dies ließen größere Zinssprünge jedoch keinesfalls zu.

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