Bausparen: Keine Alternative für Sparer

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Die Deutschen sparen mehr denn je. Doch die meisten Möglichkeiten sind alles andere als lukrativ. Niedrige Zinsen herrschen unlängst bei einer vielzahl der angebotenen Geldanlagen vor. Die Suche nach Alternativen endet immer häufiger beim Bausparen. Doch die augenscheinlich guten Konditionen täuschen vielfach.

Bausparen: Keine Alternative für Sparer
Für Sparer stellt das beliebte Bausparen mehr und mehr ein Verlustgeschäft dar.

Niedrige Zinsen und erhebliche Kosten

Immobilienbesitzer, die sich gegen künftige Renovierungs- und Sanierungskosten absichern wollen, können vom Abschluss eines Bausparvertrags durchaus profitieren. Sie schneiden sich so ein Stück des derzeitig günstigen Zinskuchens ab. So verlieren steigende Zinsen, die zukünftige Modernisierungen empfindlich verteuern könnten, zumindest teilweise ihren Schrecken.

Für Sparer stellt sich die aktuelle Situation jedoch weniger rosig dar. Nicht nur, dass Bausparkassen seit Monaten hochverzinste Alterverträge kündigen, auch der Neuabschluss erscheint zunehmend fragwürdig. Die gebotenen Zinsen schaffen nur selten den Schritt über die 0,25 %-Hürde und stehen zusätzlich einer Abschlussgebühr zwischen 1 % und 1,6 % gegenüber. Diese Abschlussgebühr entfällt auf die abgeschlossene Bausparsumme und lässt beim Abschluss eines 20.000,- EUR-Bausparvertrags zwischen 200,- EUR und 320,- EUR Gebühren entstehen. Diese gilt es bei der Renditeberechnung zwingend zu berücksichtigen.

Gebühren übersteigen Zinsertrag

Angesichts der Abschlussgebühr, werden die gebotenen Zinsen schnell zu einem Negativzins. Dieser Effekt entsteht, wenn die Gebühren den Zinsertrag übersteigen.

Fallbeispiel
50,- EUR Sparrate

Angebot
10.000,- EUR Bausparsumme
100,- EUR Abschlussgebühr
0,25 % Zins
0,25 % Bonus
8 Jahren und 3 Monaten Laufzeit

Ergebnis
4.796,37 EUR Guthaben
51,86 EUR Bonus
4.848,23 EUR Schlussguthaben

Der Blick auf Zins und Bonus suggeriert eine Verzinsung in Höhe von 0,50 %. Addiert man hingegen sämtliche unterstellte Einzahlungen, stehen 4.950,00 EUR plötzlich 4.848,23 EUR Schlussguthaben gegenüber. Nach Ablauf von 8 Jahren und 3 Monaten erhält der Sparer damit weniger ausgezahlt, als er über die Gesamtlaufzeit einzahlte. Dies entspricht einem Negativzins in Höhe von -0,53 %.

Verbraucher sind daher gut beraten, sämtliche Angebote eingehend zu prüfen. Vor dem Hintergrund einer 5jährigen bis 10jährigen Laufzeit ist eine Verzinsung unterhalb von 1,25 % als unattraktiv einzustufen. Hier lohnt beispielsweise der Blick auf Tages- und Festgeld einschlägiger Direktbanken.

An Altverträgen festhalten

Glücklich können sich jene schätzen, die laufende sogenannte Altverträge besitzen. Sie bieten meist Zinsen oberhalb von 2 %, teils sogar 4 %. Für Bausparkassen stellen diese Altverträge eine erhebliche Belastung dar. Bausparkassen haben mit zahlreichen Kündigungswellen bereits für Aufsehen gesorgt und den Versuch angestellt, sich von derartigen Altlasten zu trennen.

Verbraucher sollten allerdings an ihren Altverträgen festhalten. Da die Rechtslage bislang nicht hinreichend geklärt ist, sollte einer Kündigung von Seiten der Bausparkasse zeitnah widersprochen werden.

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