Bausparvertrag: Kündigungen durch Bausparkassen

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Verbraucher, die einen attraktiv verzinsten Bausparvertrag ihr Eigen nennen, können sich glücklich schätzen. Sie trotzen dem Niedrigzinsumfeld dank mitunter jahrzehntealter Verträge. Doch die Freude über einen solchen Bausparvertrag wurde vielorts bereits getrübt. Bausparkassen sprechen immer häufiger Kündigungen aus, um sich von hohen Zinsversprechen zu befreien. Ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart stärkt nun die Position betroffener Verbraucher.

Bausparvertrag: Kündigungen durch Bausparkassen
Die Gründe für eine Kündigung sind unterschiedlich und individuell zu prüfen.

Rechtsprechung ist uneinheitlich

Die Gründe, für die Kündigung eines Bausparvertrags, sind vielfältig. Unstrittig ist eine solche Kündigung bislang nur, wenn der betroffene Bausparvertrag bis zur Höhe der abgeschlossenen Bausparsumme bespart wurde. Viele der von Bausparkassen ausgesprochenen Kündigungen, erreichen Verbraucher jedoch lange vor diesem Zeitpunkt. In diesen Fällen sind Betroffene gut beraten, die Kündigung selbstständig oder mit fachlicher Unterstützung zu prüfen.

In den meisten Fällen sind Bausparverträge betroffen, die bereits ihre Zuteilungsreife erreicht haben, jedoch nicht bis zur Höhe der abgeschlossenen Bausparsumme bespart wurden. Bausparkassen berufen sich in diesem Zusammenhang auf ein Kündigungsrecht (gem. § 489 BGB), welches zehn Jahre nach erreichen der Zuteilungsreife Anwendung finden soll. Die Gerichte sind derzeit mit der Frage beschäftigt, ob Bausparkassen sich tatsächlich auf ein solches Kündigungsrecht stützen können. Bisherige Urteile sind dahingehend uneinheitlich, während bereits zahlreiche Urteile zu Gunsten der Bausparkassen ausfielen, stärkte jüngst das Oberlandesgericht Stuttgart die Position betroffener Verbraucher. Klarheit in dieser Frage wird daher erst von Seiten des Bundesgerichtshofs erwartet. Betroffene Verbraucher sollten sich bis dahin gegen die Kündigung wehren und ihr schriftlich widersprechen.

Vielfach ist mit der Kündigung eines Bausparvertrags jedoch auch die Prüfung des Einzelfalls verbunden.

Mein Tipp: Nehmen Sie eine Kündigung nicht einfach hin

Wird Ihr Bausparvertrag von Seiten der Bausparkasse gekündigt, sollten Sie dies nicht stillschweigend hinnehmen. Die Rechtslage, im Hinblick auf die meisten Kündigungsgründe, ist gegenwärtig noch unklar. Bis zu einem Urteil des Bundesgerichtshofs sollten Sie einer Kündigung daher schriftlich widersprechen. Erst wenn Sie Ihren Bausparvertrag bis zur Höhe der abgeschlossenen Bausparsumme bespart haben, ist einer Kündigung nichts mehr entgegenzusetzen.

Hält Ihre Bausparkasse dennoch an der Kündigung fest, sollten Sie Unterstützung bei der Verbraucherzentrale oder einem Rechtsanwalt suchen.

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