Brexit: Die Folgen für Anleger

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Am morgigen Donnerstag entscheidet sich, ob Großbritannien auch künftig Teil der EU sein wird. Der gefürchtete Brexit wird bereits seit Monaten hitzig diskutiert. Insbesondere Anleger stehen vor der Frage, welche Folgen sich hieraus für ihr Vermögen ergeben könnten.

Brexit: Die folgen für Anleger
Der bevorstehende Brexit könnte kurz- und mittelfristig zu massiven Kursbewegungen führen.

Brexit-Gegner liegen erneut vorn

Die britische Gesellschaft ist gespalten. Im bevorstehenden Referendum standen sich lange Zeit nahezu identisch große Gruppen gegenüber. So wurde stets die Fantasie angeregt, wie sich ein theoretischer Brexit auf die Wirtschaft und Börsen auswirken könnte.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehen die berühmten britischen Buchmacher die Brexit-Gegner in Führung liegen. Die Reaktion erfolgte Prompt. Insbesondere die Börsen innerhalb Europas nahmen diese Entwicklung spürbar erleichtert auf. So schnellte beispielsweise der DAX motiviert in Richtung 10.000 Punkte, während er in den vergangenen Wochen deutlich unter 9.600 Punkte gedrückt wurde. Eine alles andere als alltägliche Verwerfung, die ihren Ursprung im anstehenden Referendum hat.

Anleger sind daher alarmiert. Spätetens nach der Aussage des prominenten Investors George Soros, der offiziell ins Gold geflohen ist, werden Engagements in Wertpapieren mehr und mehr hinterfragt.

Auf einen Brexit folgen Verhandlungen

Im Vordergrund stehen die wirtschaftlichen Beziehungen. Sie würden durch den Austritt Großbritanniens auf eine neue Ebene gebracht werden. Denn während die bilateralen Beziehungen innerhalb der EU hinreichend geregelt sind, müssten im Anschluss eines Brexit mit ganz neuen Verhandlungen begonnen werden.

In dieser Hinsicht zeigt sich Europa derzeit von seiner harten Seite. Um Großbritannien innerhalb der EU zu halten, werden regelrechte Drohgebärden inszeniert. Ob diese der EU gut zu Gesicht stehen, ist jedoch mehr als fraglich. Als einer der größten Importeure stellt Großbritannien nämlich einen wichtigen Handelspartner für viele EU-Staaten dar. Positive Verhandlungsergebnisse sind daher von beidseitigem Interesse. Ein zuvorkommender Umgang mit Großbritannien, wie man ihn bereits gewohnt ist, gilt daher als wahrscheinlich.

Im Falle eines Brexit wäre dennoch mit erheblichen Reaktionen der Börsen zu rechnen. Insbesondere Finanzwerte, wie beispielsweise die Deutsche Bank oder die Commersbank, müsste voraussichtlich und in erheblichem Maße Federn lassen. Als einer der Finanzknotenpunkte Europas wäre London auf absehbare Zeit und ohne entsprechenden Verhandlungserfolg abgeschnitten. Diese Verhandlungen müssten innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden, um den notwendigen Anschluss nicht zu verlieren. Derartige Unwägbarkeiten in Kombination mit engen zeitlichen Spielräumen gelten allerdings als Gift für die Börsen. Daher müssen sich Anleger auf stürmische Zeiten einstellen, sollte der Brexit wirklich Realität werden. Professionelle Investoren weisen jedoch auch darauf hin, die Vorteile nicht außer Acht zu lassen. Größere Verluste könnten nämlich attraktive Einstiegszeitpunkte in teils heißgelaufenen Märkten bedeuten.

Anleger sind zur Vorsicht aufgerufen

Ein etwaiger Einstieg sollte daher wohlüberlegt und geplant werden. Bereits vorhandene Wertpapiere können gegen größere Verluste abgesichert werden, alternativ müssten Anleger sich über einen ungewissen Zeitraum mit stark schwankenden Kursniveaus arrangieren. Unstrittig ist, dass ein Brexit in jedem Fall kurzfristig zu erheblichen Verluste führen wird. Ob ein solches Szenario lediglich auf der Insel und dem europäischen Festland seine Kreise zieht oder gar weltwirtschaftliche Auswirkungen nach sich zieht, würde sich in den folgenden Tagen herauskristallisieren.

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