Brexit: Wie geht es weiter?

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Mit einer knappen Mehrheit von 51,9 % haben die Briten sich für den Austritt aus der EU entschieden. Der sogenannte Brexit wurde im Vorfeld heftig diskutiert. Insbesondere die Börsen reagierten stets sensibel auf positive wie negative zwischenzeitliche Entwicklungen. So brachen auch kurz nach Bekanntwerden zahlreiche internationale Börsen in erheblichem Maße ein. Anleger stehen nun vor der Frage, wie mit bestehenden Anlagen umzugehen ist – oder sich nun sogar ein günstiger Einstiegsmoment bietet.

Brexit: Wie geht es weiter?
Rund eine Million Briten machten den Unterschied. Sie entschieden das Rennen zwischen Brexit und Bremain.

Ein internationales Börsenbeben

Lange Zeit glaube man, Großbritannien würde sich für den Verbleib innerhalb der EU entscheiden. So mutete es am Morgen des Freitags auch wie eine Hiobsbotschaft an, als der Brexit mit knapper Mehrheit verkündet wurde.

Sogleich meldeten sich hochkarätige Politvertreter zu Wort. In den getroffenen Aussagen werden die Aussichten für Großbritannien und das europäische Festland vergleichsweise schwarz gemalt. Auch bezüglich der anstehenden Verhandlungen sieht man vielfach von einer freundschaftlichen Handreichung gegenüber Großbritanniens ab. Doch was bislang als sicher gilt, ist lediglich die Tatsache des EU-Austritts. Es bleiben dementsprechend viele unbeantwortete Fragezeichen zurück, die momentan für jede Menge Verunsicherung sorgen.

Derartige Verunsicherung gilt als pures Gift für sämtliche Börsen. Die quittierten den gewünschen Austritt Großbritanniens prompt. Das britische Pfund markierte gegenüber dem US-Dollar ein 30-Jahres-Tief und der DAX verlor in kürzester Zeit rund 1.000 Punkte. Optimistisch gestimmte Anleger scheinen damit vorerst zu den größten Verlierern zu zählen.

Starke Schwankungen zu erwarten

Die gegenwärtigen Verunsicherungen lassen sich vermutlich nur durch neu geschaffene und verbindliche Rahmenbedingungen legen. Diese setzen eine Aufnahme der Verhandlungen voraus. Binnen zwei Jahren müssen diese, nach aktuellem Stand, abgeschlossen sein. Ab diesem Zeitpunkt ist Großbritannien dann nämlich kein Mitglied der EU mehr.

Gefürchtet werden insbesondere negative Auswirkungen auf die hiesige und dortige Wirtschaft. England ist einer der wichtigsten Handelspartner für das europäische Festland. Einschränkungen könnten damit weitreichende Folgen nach sich ziehen. Diese könnten auf Unternehmensseite zusätzliche Kosten und auf Verbraucherseite einen spürbaren Arbeitsplatzabbau bedeuten. Es ist daher von großem Interesse, trotz politischer Drohgebärden, gute bilaterale Verhältnisse zu schaffen.

Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Anleger sich auf massive Schwankungen, insbesondere auf der Unternehmensseite (Aktien) einstellen. Insbesondere dürften die Auswirkungen bei Aktien, Aktienfonds und den momentan beliebten ETF zu spüren sein. Der vieldiskutierte Einstieg, zu deutlich günstigeren Kursen, sollte allerdings Profis vorbehalten bleiben. Börsenneulinge sollten die Entwicklungen beobachten und ihre Gelder nicht voreilig den massiven Kursbewegungen aussetzen. Ein Ausstieg, im Anschluss an die deutlichen Kursverluste, sollte jedoch ebenso eingehend geprüft werden. Die Devise lautet in erster Linie, die Ruhe zu bewahren und voreilige Entscheidungen zu vermeiden.

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