China: Land der aufgehenden Sonne und fallenden Börse

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Shanghai, die chinesische Finanzmetropole, liegt rund 8.650 Km Luftlinie von Deutschland entfernt. Gefühlt am anderen Ende der Welt, ist China das Epizentrum weltweiter Börsen-Beben. Warum das Land derart massive Auswirkungen auf die internationalen Märkte nimmt und wie Anleger sich nun verhalten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

China: Land der aufgehenden Sonne und fallenden Börsen

China bleibt großer Unsicherheitsfaktor

Um die Reaktionen der Börse zu verstehen, müssen Anleger sich den Stellenwert Chinas vor Augen führen. Wachstum lautet das Stichwort, was Segen sein sollte und momentan Fluch bedeutet. Denn als eine der aufstrebendsten Volkswirtschaften der Welt hat sich China zum globalen Wachstumsmotor entwickelt. Doch spätestens wenn dieser Motor ins Stocken gerät, halten Unternehmen und Anleger rund um den Globus ihren Atem an.

Sie fürchten um Absatz, Umsatz und Gewinne! Doch nicht nur ein sich abflachendes Wachstum bereitet allerorts Kopfzerbrechen. Es sind auch die Maßnahmen, die Chinas Regierung ergreift, um dieses Wachstum erneut zu befeuern.

Fest steht, dass China auch zukünftig einen Unsicherheitsfaktor darstellen wird. Diese Unsicherheit kann insbesondere kurzfristig zu Bewegung an internationalen Börsen führen. Ruhe wird frühestens erwartet, wenn klare Verhältnisse und ein größeres Maß an Transparenz herrscht.

Staatliche Eingriffe führen zu massiver Unruhe

Rund 10 % ging es in der vergangenen Woche an der chinesischen Börse in die Tiefe. Seit Jahresbeginn wurde der Handel daher bereits mehrfach ausgesetzt. Doch was gut gemeint war, machte die Verunsicherung nur noch größer. Die Folge: Mit erneutem Handelsstart drehte die chinesische Börse prompt und mitunter noch stärker ins Minus.

Die Schockwellen schwappten sogleich aus Asien in Richtung Europa und Mittelamerika. Der DAX wurde mit Bekanntwerden in kürzester Zeit unter die Marke von 9.900 Punkten katapultiert (von über 10.200 Punkten). Schuld daran dürfte nicht zuletzt die Abhängigheit deutscher Automobilhersteller vom chinesischen Markt sein.

Besorgt zeigt man sich jedoch insbesondere im Hinblick auf weitere Maßnahmen der chinesischen Regierung. Dies könnte den ohnehin heißgelaufenen Markt weiter und stark überhitzen.

Anleger sollten sich auf weitere Hiobsbotschaften einstellen

Die Börse hat sich an gewaltige Wachstumsraten aus dem Reich der Mitte gewöhnt. Vor diesem Hintergrund erscheinen die momentan ausgewiesenen 7 % nahezu mickrig. Doch ist das Grund genug für derartige Achterbahnfahrten an den internationalen Börsen?

Wohl kaum! Vielmehr haben sich Unternehmen wie auch Anleger an Wachstumsraten gewöhnt, denen im Grunde niemand tatsächlich Vertrauen geschenkt hat. Somit schwelt in den Hinterköpfen, ob nicht auch Probleme frisiert werden und diese sich tatsächlich viel gravierender darstellen.

Der Lösungsansatz für Anleger kann nur einer sein: Auf alternatives und verlässliches Zahlenmaterial ausweichen!

Wer beispielsweise an einem deutschen Automobilhersteller beteiligt ist, sollte sich intensiver auf tatsächliche Absatz- und Umsatzzahlen fokussieren. Dennoch sollten die derzeitigen Entwicklungen nicht unberücksichtigt bleiben. Beteiligungen an Unternehmen, die massiv vom chinesischen Markt abhängig sind, sollten eng begleitet und gegebenenfalls absgesichert werden. Für eine solche Absicherung empfiehlt sich ein sogenannter Stop-Loss, besser noch ein Trailing-Stop-Loss. Gleiches sollte ebenfalls für Fonds gelten, die schwerpunktmäßig auf betroffene Unternehmen setzen.

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