Commerzbank: Kundendaten werden durchforstet

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Spätestens seit Google und Facebook wissen wir, Kundendaten sind ein wertvoller Schatz. Doch neben den bekannten Internetkonzernen sitzen auch Banken auf einem solchen Schatz. Die Commerzbank möchte ihre Kundendaten nun systematisch durchforsten, um individuellere Angebote machen zu können. Es stellt sich die Frage: Fluch oder Segen?

Commerzbank: Kundendaten werden durchforstet

„Wir werden keine Datenkrake!“

Es ist ein hochsensibles Thema, an das sich nun die Commerzbank heranwagt. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat man es vermutlich zur Chefsache erklärt und in die Hände von Michael Mandel gelegt. Der Bereichsvorstand der Commerzbank erklärt gegenüber der dpa: „Wir wollen unseren Kunden künftig passgenauere Angebote machen. Dazu müssen wir die Daten, die wir haben, besser nutzen.“

Verbraucher dürfte das Vorhaben der Commerzbank jedoch verunsichern. Doch dem entgegnet Mandel weiter, „Wir sind keine amerikanische Datenkrake. Dass wir aber Daten, die wir haben, intelligenter nutzen, erwarten Kunden von uns.“ Was die intelligentere Nutzung von Daten genau bedeutet, das auszuführen bleibt Mandel jedoch schuldig.

Die Commerzbank betritt keineswegs Neuland

Wofür man die zweitgrößte deutsche Bank nun kritisch beäugt, ist jedoch keineswegs Neuland. Sämtliche Finanzdienstleister sind auf persönliche Daten angewiesen, um ihre Kunden individuell beraten zu können. Folgende Daten sind für eine solche Beratung unerlässlich:

  • Familienstand
  • Einkommenssituation
  • Vermögenssituation
  • bestehende Finanzprodukte
  • Ziele und Wünsche

Doch die vorgenannten Daten werden vielfach nur ungern und zögerlich preisgegeben, mitunter sogar verschwiegen. In einem solchen Fall kann das Ergebnis einer Beratung jedoch gravierend verfälscht werden. Die Folge sind Empfehlungen und Finanzprodukte, die im Extremfall sogar einen erheblichen Schaden verursachen können.

Möchte man seine Daten nicht offenlegen, sollte daher auf eine individuelle Beratung verzichtet werden.

Datenmissbrauch ist an der Tagesordnung

Verbrauchern sollte jedoch auch die Schattenseite einer solchen Datenflut bekannt sein. Denn die Nutzung dieser Daten als Mittel für eine individuelle Beratung ist vielmehr ein Idealzustand. In der Praxis ist Datenmissbrauch hingegen an der Tagesordnung.

Insbesondere wenn Provisionen im Raum stehen, ist die Verlockung groß. Denn anstelle des passenden Angebots wird gern zu einem höher verprovisionierenden Finanzprodukt gegriffen. Sämtliche aufgenommenen Daten dienen dann lediglich als Ansatzpunkt für zusätzliche Abschlüsse.

Der Umgang mit den eigenen Daten bleibt daher eine Gratwanderung.

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