Deutsche Bank: Krise von Bank und Kunden?

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Erneut steht Deutschlands größtes Geldhaus vor einer Milliardenstrafe. Die US-amerikanische Justiz zieht die Deutsche Bank damit für dubiose Immobilienkreditgeschäfte zur Verantwortung. Kunden und Anleger fürchten nun, Teil der anhaltenden Krise zu werden.

Deutsche Bank: Krise von Bank und Kunden?
Hinter der Skyline Frankfurts verbirgt sich eine Branche, die jüngst vor zahlreiche Herausforderungen gestellt wird.

Strafzahlung um zwei Drittel gesunken

Zweifelhafte Geschäfte mit Immobilienkrediten setzen der Deutschen Bank erneut zu. Die US-amerikanische Justiz fordert für die während der Finanzkrise stattgefundenen Transaktionen rund 14 Milliarden Dollar. Die Strafe hätte damit eine Rekordhöhe erreicht. In Summe zahlte die Finanzwirtschaft in Übersee jedoch bereits mehr als 260 Milliarden seit Ausbruch der Finanzkrise, so die Ratingagentur Morgan Standley. Hierzu hätte die Deutsche Bank erneut einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet, wäre die Strafzahlung nicht kurzfristig um zwei Drittel gekürzt worden. Immernoch muss sich die einstige Prestigebank jedoch auf 5,4 Milliarden Dollar einstellen. Eine neue Summe, die im Rahmen weiterer Verhandlungen nochmals sinken könnte.

Kunden und Anleger der Deutschen Bank fürchten nun, die aktuellen Strafzahlungen könnten das Geldhaus empfindlich treffen. Erste Spekulationen über staatliche Rettungsmaßnahmen haben zu massiver Verunsicherung beigetragen. Aus Angst, die eigenen Ersparnisse könnten direkt an der ununterbrochenen Krisenserie teilhaben, stellen zahlreiche Verbraucher ihre Geldanlagen der Deutschen Bank in Zweifel.

Unterschied zwischen Kunden und Anlegern

Es gilt jedoch zwischen Kunden und Anlegern zu unterscheiden. Während Kunden im Hause der Deutschen Bank Girokonten, Tages- oder Festgeld unterhalten, investieren Anleger mit Hilfe von Aktien, Anleihen und Fonds. Deutsche Bank-Aktien und -Anleihen haben im Umfeld der vergangenen Jahre deutlich Federn gelassen. Die Aktie hat im Verlauf der vergangenen fünf Jahre rund 52 % verloren, auch Anleihen bekamen einen Dämpfer. Die Diskussionen der vergangenen Wochen haben den Abwärtstrend abermals verstärkt. So haben Anleger die Entwicklungen rund um die einstige Vorzeigebank bereits teuer bezahlen müssen. Ob sich die vorherrschende Situation weiter zuspitzt oder Teile der bisherigen Verluste zurück zum Anleger finden, liegt weitenteils in den Händen des Managements. Anleger sollten weiterhin auf stürmische Zeiten eingestellt sein und weitere Verluste aushalten können, wenn sie ihren Papieren die Treue halten wollen.

Demgegenüber sind klassische Bankkunden weit weniger von den momentanen Negativschlagzeilen betroffen. Auf Girokonten oder innerhalb konservativer Geldanlagen, den sogenannten Einlagen, bekamen Verbraucher die jüngsten Entwicklungen nicht zu spüren. Laufende vertragliche Zinszahlungen wurden fristgemäß gutgeschrieben und sämtliche Kontoguthaben waren zu keiner Zeit akut gefährdet. Selbst bei einer Insolvenz, die sich momentan selbst im Falle einer milliardenschweren Strafzahlung in keinster Weise abzeichnet, wären diese Einlagen geschützt. Sorge trägt hierfür die sogenannte EU-Einlagensicherung sowie der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Beide sehen die Entschädigung von Kunden insolventer Banken vor. Im Minimum sichert allein der EU-Einlagensicherungsfonds bis zu 100.000,- EUR pro betroffenem Anleger für entsprechende Einlagen ab.

Eine Sonderstellung nehmen jene Kunden ein, die Wertpapiere mittels der Deutschen Bank verwahren. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich um Wertpapiere der Deutschen Bank, durch die Deutsche Bank vermittelte Wertpapiere oder einen in Eigenregie aufgestellten Wertpapierbestand handelt. Sie werden im Depot der Bank nicht zum Eigentum des Geldhauses, wodurch sie im Falle einer Bankenpleite nicht zur Insolvenzmasse zählen. Sie müssten lediglich im Falle einer Pleite an eine neue Bank beziehungsweise in ein neues Depot übertragen werden.

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