Die Börsen-Achterbahn: So sollten Anleger sich verhalten

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Anleger haben erneut Grund, um ihre Ersparnisse zu bangen. Während die Börsen in den vergangenen Jahren ein regelrechtes Kursfeuerwerk abfeuerten, fuhr der DAX in den letzten Handelstagen Achterbahn. Was diese massiven Schwankungen verursacht hat und wie Anleger sich nun verhalten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Schuld ist das Reich der Mitte.

Zahlreiche Brandherde sorgen für Unruhe an den Börsen. Zu diesen Brandherden gehören massive staatliche Überschuldungen, die Ukraine-Krise und Sand im Getriebe der Wachstumsmotoren.

Dieser Sand scheint nun auch im Getriebe Chinas angekommen zu sein. Das Reich der Mitte hat alle Beteiligten über Jahre an zweistellige Wachstumsraten gewöhnt, die aktuell nicht mehr gehalten werden konnten. Ein ausgewiesenes Wachstum von 7 % im ersten Halbjahr würde zahlreiche Staaten in Verzückung versetzten – in China ließ es die Börse (Shanghai-Composite) am Montag um 8,5 % einbrechen. Es dauerte nicht lange und die Entwicklungen in China tauchten sämtliche Börsen weltweit in tiefes Rot. Der DAX sackte kurzzeitig deutlich unter die Marke von 9.400 Punkte, was einen Verlust von über 7 % bedeutete – am Ende des Montags schlug ein satter Verlust von immer noch 4,7 % zu Buche. Nur einen Tag später schoss der DAX erneut über die Schwelle von 10.100 Punkte.

Anleger sind nun gefordert!

Deutsche sind Kummer gewohnt, nahezu jeder Anleger kann von massiven Verlusten in der Vergangenheit berichten. Von den einstigen Gewinnen ist nach der Technologie-Blase, dem Telekom-Debakel und der Banken-Krise kaum Nennenswertes übrig geblieben.

Die vergangenen sechs Jahre waren insbesondere von einer Nachricht gesäumt: Höchststand!

Mit den Kursen stieg auch das Vertrauen der enttäuschten Anleger wieder an, die vergangenen Verluste gerieten Stück für Stück in Vergessenheit. Was bereits damals zu signifikanten Verlusten geführt hat, bringt nun erneut die Ersparnisse der Anleger in Gefahr. Es sind jedoch keineswegs die aktuellen Rahmenbedingungen, die Verluste in greifbare Nähe rücken lassen – es ist der Anleger selbst, von dem die größte Gefahr für seine Ersparnisse ausgeht!

So sollten Anleger sich verhalten.

Kaum ein Anleger wird zu Anleihen, Fonds und Aktien gegriffen haben, um Verluste zu machen. Was der Unterschied zwischen einem objektiven und einem subjektiven Verlust ist, veranschaulicht nachfolgendes Beispiel.

Objektiver Verlust
Anlagebetrag:

10.000,- EUR

Entwicklung:

- 2.000,- EUR

Vermögen:

8.000,- EUR

Objektiver Verlust:

2.000,- EUR

Ein objektiver Verlust ist in dem Moment entstanden, wo ein Teil des Anlagebetrags angegriffen ist.

Subjektiver Verlust
Anlagebetrag:

7.000,- EUR

Zwischengewinn:

+ 3.000,- EUR

Entwicklung:

- 2.000,- EUR

Vermögen:

8.000,- EUR

Subjektiver Verlust:

2.000,- EUR

Ein subjektiver Verlust greift hingegen den entstandenen Zwischengewinn an. Ist dieser Zwischengewinn aufgezehrt, können weitere Verluste einen objektiven Verlust entstehen lassen.

Anleger sollten sich gegen beide Formen des Verlusts schützen und absichern. Auf diese Weise können große Teile des Anlagebetrags ebenso wie bereits erzielte Zwischengewinne vor Verlusten bewahrt werden.

Mit der Anlage in Anleihen, Fonds und Aktien geht der Anleger zwangsläufig Risiken ein – dieses Risiko steht neben den Gewinnchancen. Jedoch ist es kaum einem Anleger möglich, exakte Voraussagen über Risiken und Gewinnchancen zu treffen.

Mit einfachen Mitteln: Risiken minimieren und Gewinnchancen erhöhen.

Neben Familie und Beruf ist es kaum einem Anleger möglich, sich zeitintensiv um Wertpapiergeschäfte zu kümmern. Wie gut, dass niemand mehrere Stunden täglich investieren muss, um signifikanten Erfolg zu verzeichnen.

„Ein Unternehmen wie Volkswagen ist entweder eine gute oder eine schlechte Investition. Was Volkswagen auch immer sein mag, es ändert sich nicht stündlich!“ – Adrian Englschalk

Wer sich seinen Wertpapiergeschäften zwei Stunden pro Quartal widmet, ist bereits auf einem sehr guten Weg. Um sich mit dieser zeitlichen Investition ausreichend abzusichern, sollten folgende Rahmenbedingungen vorliegen:

  • Legen Sie nie in unbekannte Unternehmen, Branchen und Regionen an – oder vertrauen Sie Wildfremden Ihr Geld an?
  • Halten Sie alles überschau- und nachvollziehbar – wer breit streut, tut sich nicht zwangsläufig etwas Gutes.
  • Sitzen Sie Verluste nur aus, wenn Gewinne wahrscheinlich sind – andernfalls könnten Sie Ihre Verluste weiter vergrößern!
  • Bleiben Sie informiert – Sie sollten grob wissen, was in Ihrem Unternehmen, Ihrer Branche und Ihrer Region los ist.

Neben den vorgenannten Rahmenbedingungen gilt es nun den Anlagebetrag und Zwischengewinne auf einfachste Art und Weise abzusichern. Hierzu eröffnen sich Anlegern zwei Möglichkeiten. Die technische Möglichkeit wird als Trailing-Stop-Loss bezeichnet. Dieser Trailing-Stop-Loss schützt einzelne Wertpapiere Ihres Depots vor Verlusten.

Funktionieren tut dies, indem Sie einen maximalen Verlust vorgeben. Ist diese Grenze erreicht, initiiert der Trailing-Stop-Loss den automatischen Verkauf, um Sie vor weiteren Verlusten zu schützen. Die Besonderheit gegenüber einem normalen Stop-Loss ist, dass er zusätzlich Zwischengewinne schützt, wie nachfolgendes Beispiel zeigt.

Trailing-Stop-Loss
Kaufkurs:

100,- EUR

100,- EUR

100,- EUR

100,- EUR

Szenario:

Kauf

Verlust

Gewinn

Verkauf

Aktueller Kurs:

100,- EUR

95,- EUR

120,- EUR

108,- EUR

Trailing-Stop-Loss:

- 10 %

- 10 %

- 10 %

- 10 %

Automatischer Verkauf bei:

90,- EUR

90,- EUR

108,- EUR

108,- EUR

Der Trailing-Stop-Loss bleibt bei fallenden Kursen konstant und begrenzt Ihren maximalen Verlust (hier: – 10 %). Ein gestiegener Kurs, der bei Ihnen einen Zwischengewinn erzeugt, berücksichtigt der Trailing-Stop-Loss und sichert auf diese Weise Ihre Gewinne ab. Ein solcher Automatismus sorgt für einen enspannten Umgang mit Anleihen, Fonds und Aktien.

Anleger, die ihre Wertpapiere mit einem Trailing-Stop-Loss absichern möchten, sollten sich im Vorfeld bei ihrer Depot-Bank informieren, ob und zu welchen Konditionen ein solcher Automatismus angeboten wird. Verneint die Depot-Bank, sollten Anleger selbst tätig werden. Dies kann einerseits einen unbürokratischen Depot-Wechsel bedeuten oder aber das Erstellen einer Stop-Loss-Tabelle. In einer solchen Tabelle lässt sich, nach Vorbild der obigen Tabelle, ein Trailing-Stop-Loss simulieren. Anleger sind dann in der Pflicht, regelmäßig die Kurse ihrer Wertpapiere zu beobachten und gegebenenfalls zu reagieren.

Für viele Anleger sind die vorgenannten Rahmenbedingungen und die enge Begleitung ihrer Wertpapiere Neuland. Die Minimierung der Risiken und die Erhöhung der Gewinnchancen sind ein überzeugendes Argument, etwa zwei Stunden pro Quartal zu investieren.

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