DieKolumne: Achten Sie auf Ihre Mitmenschen

Aktuell, Altersvorsorge, Baufinanzierung, DieKolumne, Geldanlagen, Konten & Karten, Kredite, Versicherungen

Man hat zeitlebens verantwortungsvolle Positionen bekleidet und selbstverständlich die privaten Finanzen verwaltet. Doch was über Jahrzehnte zum Alltag gehörte, kann mit der Zeit zu einer Herausforderung heranwachsen. Betroffene nehmen dabei oft nicht wahr bzw. verdrängen, dass sie bestimmten Dingen nicht mehr gewachsen sind. Spätestens bei den privaten Finanzen können auf diese Weise existenzbedrohende Situationen entstehen – dann sind Mitmenschen wie Sie gefragt.

DieKolumne: Achten Sie auf Ihre Mitmenschen

Es ist nicht leicht, um Hilfe zu bitten

Wer um Hilfe bittet, gesteht sich ein, an seine persönlichen Grenzen zu stoßen. Mitmenschen gegenüber Schwächen zu offenbaren, ist in Deutschland stark tabuisiert. Dies gilt selbst innerhalb der Familie.

Die Zahl der Unterstützungsbedürftigen steigt jedoch stetig an. Inzwischen geht man davon aus, dass bis 2050 allein über drei Millionen Demenzkranke auf die Unterstützung Dritter angewiesen sein werden. In einer immer älter werdenden Gesellschaft muss daher ein Umdenken einsetzen. Hilfen und Unterstützung dürfen wechselseitig nicht zu einem Tabuthema, sondern müssen vielmehr zu einer selbstverständlichen Schnittstelle werden. Für ein solches Umdenken sind Betroffene ebenso wie Angehörige und Mitmenschen gefordert.

Insbesondere im urbanen Raum stellt die zunehmende Vereinsamung eine weitere Herausforderung dar. Wenn Angehörige weit entfernt oder nicht vorhanden sind, müssen fehlende Brücken erst geschlagen werden.

Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe sind keine Vertrauenspersonen

Institutionen, die von dieser Entwicklung profitieren, sind Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe. Sie genießen vielfach einen pauschalen Vertrauensvorschuss, der auf langjährige Kundenbeziehungen aufbaut.

Dieses Vertrauen sorgt mitunter dafür, dass Empfehlungen und Angebote in unzureichendem Maße hinterfragt werden. Das Gefühl von Überforderung verstärkt in diesem Zusammenhang die Gefahr von Fehlentscheidungen.

In Zeiten massivem Vertriebsdrucks sollten Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe nicht zu Vertrauenspersonen auserkoren werden.

Wahre Vertrauenspersonen sind unerlässlich

„Über Geld spricht man nicht“, das beliebte Zitat von Jean Paul Getty erweist sich erneut als gefährliche These. Vertrauenspersonen, unabhängig ob es sich um Angehörige oder Mitmenschen handelt, sind unerlässlich.

Dies gilt insbesondere für die privaten Finanzen. Wird Unterstützung bereits benötigt, ist es vielfach bereits zu spät. Nicht immer sind Betroffene noch in der Lage, selbst um Hilfe zu bitten. Es ist daher essenziell, frühzeitig ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen um sukzessive aus einzelnen Hilfestellungen langfristige Unterstützung werden zu lassen. Das hierfür nötige Vertrauen braucht jedoch Zeit, um Stück für Stück zu wachsen. Langfristig sind alle Beteiligten gut beraten, bestimmte Vereinbarungen auch vertraglich festzuhalten. Dies geschieht mit Hilfe einer sogenannten Vorsorgevollmacht. Rechtliche Beratung bieten im Bedarfsfall Rechtsanwälte und Verbraucherzentralen.

Bedauerlicherweise stellt sich der Regelfall ganz anders dar. Dem Eingeständnis, auf Unterstützung angewiesen zu sein, geht vielfach bereits ein finanzieller Schaden voraus. Spätestens wenn dieser Schaden existenzbedrohenden Umfang annimmt, sind Betroffene gezwungen zu handeln. Bis dahin liegt oftmals der Deckmantel der Scham über derartigen Ereignissen.

Doch so weit sollte es nicht kommen müssen – übernehmen Sie Verantwortung!

Lassen Veränderungen eines Angehörigen oder Mitmenschen darauf schließen, dass dieser auf Unterstützung angewiesen sein könnte, sollten Sie aktiv werden. Sprechen Sie hierzu entweder mit Angehörigen dieser Person oder suchen Sie den direkten Kontakt. Suchen Sie sich wenn nötig zusätzliche Unterstützung durch Dritte. Ehrenamtliche Organisationen und Vereine wie beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz und die Caritas stehen Hilfebedürftigen ebenso wie Helfern zur Seite.

Schreiben Sie einen Kommentar