DieKolumne: Warum Sie die Börse vergessen sollten

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Deutschland steht auf Kriegsfuß mit Wertpapieren. Allen voran gelten Aktien und Fonds als riskante Spielerei, vielerorts gleichgesetzt mit dem Gang ins Casino. Die Folge: Nur 15 % der Deutschen besitzen Wertpapiere. Schuldig an diesem schlechten Ruf macht sich die Börse.

DieKolumne: Warum Sie die Börse vergessen sollten

Mehr Wertpapier, weniger Börse!

Die Bedeutung der Börse muss gewaltig sein. Dieser Eindruck drängt sich zumindest auf, betrachtet man die Zahl der Sendeplätze und Artikel rund um dieses Thema. Tatsächlich ist ihre Bedeutung vergleichsweise gering.

Doch nur wenige wissen zwischen Wertpapieren und der Börse sinnvoll zu unterscheiden:

Während das eigentliche Wertpapier es dem Anleger erlaubt, sich beispielsweise an einem Unternehmen zu beteiligen, ist die Börse nicht mehr oder weniger als ein Preisschild. Dieses Preisschild bestimmt, ob der Anleger sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt eher günstig oder teuer an diesem Unternehmen beteiligen kann. Damit stellt die Börse lediglich eine Facette einer guten und nachhaltigen Anlageentscheidung dar: Den Preis.

Doch der ausschließliche Blick auf den Preis kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Das Gesamtpaket muss stimmig sein.

Den Großteil einer guten Anlageentscheidung stellen andere Faktoren. Zu keinem Zeitpunkt sollten Anleger daher vergessen, dass es auch ein Unternehmen, eine Branche oder eine Region hinter dem Wertpapier gibt.

Leitsatz ist: Geht es dem Unternehmen hinter meiner Aktie gut, geht es mir gut!

Im Umkehrschluss führen Querelen im Management, Absatzschwierigkeiten oder ein ruinöser Konkurrenzkampf regelmäßig zu Verlusten. Wer in Folge eines günstigen Einstiegspreises fest mit Gewinnen rechnet, muss also enttäuscht werden. Auch ein langfristiger Anlagehorizont ändert hieran nichts. Am Ende entscheidet immer das Gesamtpaket.

Auch breit gestreute Fonds und ETF bieten vor diesem Hintergrund nur unzureichenden Schutz. Denn während negative Entwicklungen einzelner Unternehmen abgefangen werden können, führen globale Entwicklungen zu Verlusten auf breiter Front.

Ein Umdenken muss einsetzen.

Die Mehrzahl der Anleger richtet den Blick konzentriert in Richtung Börse. Wertpapiere dienen ihnen lediglich als Vehikel, um an diesem täglichen Spiel teilzuhaben.

Bestraft wird ein solcher Umgang im besten Fall durch unbefriedigende Renditen, im Normalfall durch Verluste.

Der schlechte Ruf von Wertpapieren ist daher keineswegs hausgemacht. Er begründet sich vielmehr in einem falschen Umgang und falschen Vorstellungen.

Das Statement:

Es ist der Blick hinter die Kulissen, der langfristig über Gewinne und Verluste entscheidet. Anleger die in ein gutes Unternehmen investieren, haben bereits den Großteil zu einer guten Anlageentscheidung beigetragen. Tun sie dies zusätzlich zu einem guten Preis, gelangen die gewünschten Gewinne in greifbare Nähe. Bei vorgenannten Rahmenbedingungen verliert die Börse und ihre Kurse zunehmend an Bedeutung. Fallende Kurse sind unter diesen Umständen kein schwerwiegendes Problem mehr, sondern stellen vielmehr das rabattierte Preisschild an einem guten Unternehmen dar. Alles im Bewusstein, dass derartige Rabattaktionen zeitlich eng begrenzt sind.

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