DWS FlexPension: Verbraucher in den Regen gestellt

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Dem scheuen Deutschen ein Wertpapier zu verkaufen, dies grenzt an eine rhetorische Meisterleistung. Derartige Meisterleistungen scheinen Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe jedoch immer wieder zu vollbringen. Zahlreiche Sparer investieren heute, meist Monat für Monat, in fondsgebundene Versicherungen. Gutes Argument waren sogenannte Garantiefonds. Die Aussicht auf höhere Renditen ohne nennenswerte Risiken war nicht selten überzeugend. Ein großer Vertreter der Garantiefondsspezies, der DWS FlexPension, schließt nun seine Tore. Für zahlreiche Verbraucher das Ende ihrer Garantie.

DWS FlexPension: Verbraucher in den Regen gestellt
Durch das Ende vieler Garnatiefonds werden zahlreiche Verbraucher mit gestiegenen Risiken konfrontiert.

DWS FlexPension: Zwei Drittel der Fonds schließen

Konservative und spekulative Geldanlagen trennt vieles. Während sich Anleger zwischen Sicherheit und Renditechancen entscheiden müssen, steht außerdem für die Branche eine empfindliche Provisionsmaximierung auf dem Spiel. Nicht selten ein gutes Argument, beispielsweise die Vorzüge einer fondsgebundenen Altersvorsorge, in besonderem Maße zu betonen. Beihilfe hierbei bekamen Vermittler von Banken, Versicherungen und Finanzvertrieben lange Zeit von Fondsgesellschaften höchstselbst. Sogenannte Garantiefonds sollten drei Fliegen mit gleich einer Klappe schlagen. Neben dem Sicherheitsbedürfnis wurde gleichzeitig die Aussicht auf attraktivere Renditen bedient und am Ende gewann so auch der Vermittler.

Doch schnell regte sich Unzufriedenheit. Insbesondere im Rahmen kostspieliger Versicherungen konnten viele der Garantiefonds die ihnen entgegengebrachten Erwartungen nicht erfüllen. Hohe Kosten ließen, trotz rapide steigender Börsenkurse, nicht die erhoffte Rendite beim Verbraucher ankommen. Aber in Zeiten niedrigster Zinsen und inzwischen aberwitziger Börsenkurse wurde weiterhin die Garantie zum schlagenden Verkaufsargument. Auf diese Weise flossen über fünf Milliarden deutscher und österreichischer Ersparnisse allein in den Branchenprimus. Der DWS FlexPension mauserte sich schnell zu einem der beliebtesten Fonds für Altersvorsorgeprodukte. Zum Schluss führte die DWS FlexPension-Serie ganze 22 Teilfonds.

Mehr als zwei Drittel der DWS FlexPension-Fonds sollen nun jedoch vor dem endgültigen Aus stehen. Das derzeitige Marktumfeld erschwert es dem Fondsmanagement solcher Garantiefonds mehr und mehr die benötigten Sicherungsmaßnahmen wirtschaftlich umzusetzen. Im Klartext bedeutet dies, dass die umworbenen Garantien nicht länger zu realisieren sind.

Verbraucher müssen zeitnah umdenken

Zehntausende Betroffene wurden bereits von Banken und Versicherungen angeschrieben. Angeboten werden, glaubt man den Standardanschreiben, als gleichwertig bezeichnete Alternativen.

Ein Blick hinter die Kulissen dieser Alternativen zeigt jedoch schnell, dass auf die einst ausschlaggebende Garantie im Regelfall ganz oder teilweise verzichtet werden muss. Nur selten werden demnach echte Alternativen für das im Regelfall risikoscheue Klientel angeboten.

Betroffene Verbraucher müssen sich daher die Frage stellen, ob zu Gunsten höherer Renditeaussichten auf die bisherige Garantie verzichtet werden kann und soll. Sind die auf diesem Weg angelegten Ersparnisse beispielsweise ein wesentlicher Bestandteil der Altersvorsorge oder Tilgung einer Baufinanzierung, sollten weitergehende Risiken möglichst ausgeschlossen werden. Die Wahl eines Alternativfonds ohne weitgehende Garantie würde diese Risiken, insbesondere vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Marktumfelds, jedoch vielfach schlagartig erzeugen. In den meisten Fällen ist dieses Szenario dann mit dem Verkauf oder der Kündigung einer Police verbunden.

Bequemer dran sind jene, die bislang einen der betroffenen Fonds des DWS FlexPension direkt besparten. Sie können entweder in einen der verbliebenen Garantiefonds umschichten ohne hierbei an die Vorgaben einer Versicherungsgesellschaft gebunden zu sein. Alternativ kann sich konservativen Geldanlagen gewidmet werden.

Insbesondere vor Verkauf oder Kündigung langjährig laufender Versicherungen empfiehlt es sich unabhängigen Rat einzuholen. Diesen bieten beispielweise die Experten der nächstgelegenen Verbraucherzentrale.

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