Einlagensicherung: Großbritannien fällt auf 95.000 EUR

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Sicherheitsorientierte Verbraucher setzen auf Tages- und Festgeld. Ein Höchstmaß dieser Sicherheit verspricht man sich von der EU-Einlagensicherung. Sie soll, im Falle einer Bankenpleite, die Ersparnisse schützen. Großbritannien hat diesen Schutz nun eingeschränkt.

Einlagensicherung: Großbritannien fällt auf 95.000 EUR
Die EU-weite Einlagensicherung kann Großbritannien derzeit, in Folge von Währungsschwankungen, nicht halten.

Entschädigung im Falle einer Bankenpleite

Banken leiden, spätestens seit der Bankenkrise ab 2007, unter massiven Vertrauensproblemen. Verbraucher fürchten, dass im Falle einer Bankenpleite, Ersparnisse und Altervorsorge in Gefahr sind. Dieser Sorge trat 2009 die gesetzliche Einlagensicherung entgegen. Sie sichert inzwischen EU-weit bis zu 100.000,- EUR pro Anleger und Bank ab. Geschützt werden sogenannte Einlagen, zu denen beispielsweise Guthaben auf Girokonten, Tages- und Festgeld zählen.

Doch diesen Schutz kann Großbritannien gegenwärtig nicht gewährleisten. Schuld ist das Britische Pfund. Dies hat im Verhältnis zum Euro drastisch verloren, so dass statt der gesetzlich vorgeschriebenen 100.000,- EUR lediglich 95.000,- EUR zur Absicherung bereit stehen.

Auch künftig sind Schwankungen zwischen Britischem Pfund und dem Euro nicht auszuschließen. Diese Schwankungen können sich positiv, aber auch negativ, auf die Höhe der Einlagensicherung auswirken. Verbraucher sollten bei Angeboten aus Großbritannien daher Zurückhaltung, im Hinblick auf den Anlagebetrag, üben.

Ausnahmen bilden Angebote, wie beispielsweise das der Bank of Scotland, wo zwei Einlagensicherungseinrichtungen im Hintergrund stehen. Neben der gesetzlichen Einlagensicherung ist die Bank of Scotland zusätzlich im freiwilligen Einlagensicherungsfonds deutscher Banken vertreten. Verbraucher können in diesen Fällen auf bedeutend höhere Entschädigungssummen bauen.

Mein Tipp: Begrenzen Sie den Anlagebetrag

Der Grund, für eine Anlage auf Tages- und Festgeld, ist in erster Linie die Sicherheit. Diese Sicherheit beginnt bei der Auswahl des Angebots und endet bei der Einlagensicherung.

Als Anleger sollten Sie diesbezüglich nicht kompromissbereit werden. Weniger standfeste Banken gilt es zu meiden, Einschränkungen der Einlagensicherung zu berücksichtigen. Im Falle Großbritanniens bedeutet dies, dass Anlagebeträge begrenzt werden sollten. Lassen Sie es also nicht zu einer Deckungslücke zwischen Ihrem Anlagebetrag und dem Umfang der Einlagensicherung kommen. Eine solche Deckungslücke besteht heute, wenn Anlagebeträge bzw. Zinsen über 95.000,- EUR liegen. Um künftige Schwankungen zwischen Britischem Pfund und dem Euro zu entgegnen, sollten Sie selbst zu diesem Betrag einen komfortablen Puffer aufbauen.

Betont werden muss jedoch, dass der gegenwärtige Wechselkurs zwar Einfluss auf die Einlagensicherung, nicht aber auf die Sicherheit der Banken nimmt.

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