Einlagensicherung: Sparer haften für ihre Bank

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Die Rettung von Banken ist ein kostspieliges Vergnügen. So kostspielig, dass es sich die Staaten künftig nicht mehr leisten wollen. In Zukunft sollen Sparer diesen Dienst tun. Ist nun Vorsicht geboten?

Einlagensicherung: Sparer haften für ihre Bank

Einheitliche Standards sorgen für Verunsicherung

Schuld an allem ist die EU. Konnten einzelne Staaten bislang selbst entscheiden, wie ihre Einlagensicherung im Detail aussieht, gilt es nun Standards einzuhalten. Diese Standards sollen bis 2024 die europaweite Einlagensicherung stärken. Erstmals werden auch Sparkassen und Volksbanken in die Pflicht genommen, die bislang eigene Wege gingen.

Diese eigenen Wege verstand das Kollektiv als Einlagensicherung. Bedeutet, dass angeschlagene Sparkassen oder Volksbanken sich untereinander helfen. Dass es sich hierbei keineswegs um graue Theorie handelt, beweist unter anderem die Sparkasse Mannheim. Sie setzte Anfang der neunziger Jahre rund 200 Millionen Euro in den Sand und geriet in Schieflage. Damals sprang neben der Stadt Mannheim auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (kurz: DSGV) in die Bresche. Dieser bekräftigte erst kürzlich, dass dieses Vorgehen auch weiterhin praktiziert werden würde.

Zahlreiche Kunden von Sparkassen und Volksbanken wurden dennoch verunsichert. Grund war ein allgemeines Anschreiben, was die Neuregelung der EU betraf. Wer dieses Schreiben zwischen Januar und Februar erhielt, befürchtete nicht selten eine Begrenzung der Einlagensicherung auf lediglich 100.000,- EUR je Sparer. Diese Befürchtung ist jedoch unbegründet.

Ebenso wie Privatbanken, zu denen neben Commerzbank und Deutscher Bank auch Direktbanken zählen, müssen nun auch Sparkassen und Volksbanken Vorsorge treffen. Sie sind somit allesamt verpflichtet, in Einlagensicherungsfonds einzuzahlen. Auf diese Weise sollen jedoch nicht nur Ersparnisse besser geschützt, sondern auch Staaten aus einer kostspieligen Pflicht entlassen werden. Diese war im Zuge der Bankenkrise regelmäßig gefordert, um in Schieflage geratene Banken wieder auf Kurs zu bringen. Nach der Vorstellung der EU soll dieses Vorgehen jedoch der Vergangenheit angehören.

Bis zu welcher Summe sind Ihre Einlagen sicher?

Vielleicht stellt sich auch Ihnen die Frage, wie viel Ihrer Ersparnisse Sie wo anlegen sollten. Betrachtet man allein die Einlagensicherung, kann folgendes gesagt werden:

100.000,- EUR (gesetzliche Einlagensicherung)
Diese Summe sieht das Einlagensicherungsgesetz im Fall der Fälle vor. Sie gilt pro Anleger und Bank! Es kann also Sinn machen, seine Ersparnisse auf mehrere Banken aufzuteilen. Ebenso hilfreich kann ein Konto sein, was beispielsweise auf Eheleute eröffnet wurde. Auf diesem Weg verdoppeln sich die 100.000,- EUR. Dieser Betrag gilt übrigens für alle Banken, ebenso für Sparkassen und Volksbanken.

500.000,- EUR (gesetzliche Einlagensicherung)
Vielen Anlegern ist diese Summe vollkommen neu. Dies liegt vermutlich daran, dass die Grenze nur in Ausnahmefällen und vorübergehend gilt. Eine solche Ausnahme ist beispielsweise ein privater Immobilienkauf.

Private Banken
Hier wird es etwas komplizierter. Private Banken, zu denen beispielsweise auch Direktbanken gehören, können ihren Kunden einen zusätzlich Schutz bieten. Im Fall der Fälle können bis zu mehrere Millionen abgesichert sein. Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V., wie sich dieser zusätzliche Schutz nennt, arbeitet in zwei Stufen. Innerhalb der ersten drei Jahre nach Aufnahme in den Verband werden 250.000,- EUR pro Anleger abgesichert. Anschließend orientiert sich die Höhe am sogenannten maßgeblich haftenden Eigenkapital. Im Rahmen von 20 % dieses maßgeblich haftenden Eigenkapitals sind Anleger geschützt. Da diese Höhe stark von Bank zu Bank variieren kann, sollten Anleger sich rechtzeitig erkundigen.

Sparkassen und Volksbanken
Wie bereits beschrieben, haften Sparkassen und Volksbanken füreinander. Hieran soll sich auch künftig nichts ändern. Ersparnisse sind daher theoretisch in unbegrenzter Höhe abgesichert.

Sie sollten dennoch zwischen gesetzlicher und freiwilliger Einlagensicherung unterscheiden. Es bleibt nämlich fraglich, wie viele Pleiten die zusätzliche Einlagensicherung privater Banken oder von Sparkassen und Volksbanken im Ernstfall schultern kann. Daher sollten Sie sich, und sei es auch noch so bequem, nicht zu sehr auf einzelne Banken, Sparkassen oder Volksbanken konzentrieren. Andernfalls könnten Sie mit jedem Euro, der über die Einlagensicherung hinausgeht, haften und so zur Rettung beitragen.

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