Euro: Ist die Gemeinschaftswährung in Gefahr?

Aktien, Aktuell, Anleihen, Edelmetalle, Festgeld, Fonds, Geldanlagen, Immobilie, Tagesgeld

Erneut steht Europa nicht unerhebliche Unruhe ins Haus. Mit Matteo Renzi hinterlässt, nach verlorenem Referendum, eine weitere verlässliche Größe ein Spitzenamt. Damit eröffnen sich Chancen für populistischere Strömungen. Zahlreiche Stimmen prognostizieren bereits ein weiteres Kapitel der Europa- und Euro-Krise. Doch auf welche Folgen sollten Verbraucher sich und ihr Vermögen nun konkret einstellen?

Euro: Ist die Gemeinschaftswährung in Gefahr?
Der Zusammenbruch des Euros ist eine liebgewonnene Prophezeiung einer ganz neuen Branche.

Gold und Fremdwährungen werden diskutiert

Bereits 500 vor Christus wusste Heraklit, nichts ist so beständig wie der Wandel. Dieses Zitat verliert bis heute nicht an Aktualität und darf als Hoffnungsschimmer derjeniger verstanden werden, die sich momentan zwischen zahllosen Brandherden gefangen fühlen. Tatsächlich scheint das Kreuzfeuer, in dem sich insbesondere Anleger seit geraumer Zeit befinden, nicht nachlassen zu wollen.

Aus diesem Grund haben selbst fragwürdigste anlagestrategische Empfehlungen, bevorzugt ausgesprochen von Krisenpropheten, inzwischen einen festen Platz am Markt gefunden. Hinter besagten Krisenpropheten steckt Personal, von selbsternannten Finanzjournalisten bis hin zu promovierten Ökonomen. Sie alle können sich einer schlagenden Gemeinsamkeit gewiss sein, sie sehen den Zusammenbruch des Euros oder gar Gesamteuropas bereits in naher Zukunft. Aussagen die den Nerv der Zeit treffen. Zu kaum einer anderen Zeit, im Anschluss an den zweiten Weltkrieg, fühlten sich ähnlich viele Menschen verunsichert und bedroht. Vor allem die eigenen Ersparnisse stehen, wenn auch in vielen Fällen lediglich subjektiv betrachtet, im Fadekreuz der aktuellen Ereignisse.

Dankend werden Tipps entgegengenommen, wie die Rücklagen eines halben oder ganzen Arbeitslebens vor dieser Gefahr geschützt werden können. Aktien und Fonds, jedoch bevorzugt Gold und Fremdwährungen werden pseudowissenschaftlich der zumeist unerfahrenen Anlegerschaft angeraten.

Anleger werden ins Risiko geschickt

Die Ratschläge der meist zweifelhaften Experten werden vom dankbaren Publikum vielfach prompt umgesetzt. Erhebliche Käufe von Edelmetallen und Fremdwährungen werden dann zu einem präsenten Risiko. Denn anders als das Ende des Euros oder gar Europas stellen derartige Alternativanlagen ihre Besitzer vor sofortige Herausforderungen. So werden Anleger, die sich beispielsweise für physisches Gold entscheiden, vor nicht unerhebliche Kosten gestellt. Nicht unerhebliche Preissteigerungen des Edelmetalls sind dann nötig um den anfänglichen Verlust zu kompensieren. Doch auch die entgegengesetzte Richtung ist offen. Bestes Beispiels bleibt das beliebteste Edelmetall der Welt, was binnen der vergangenen fünf Jahre rund ein Drittel seines Wertes einbüßen musste. Ein handfester Verlust, den eine noch so dramatische Währungsreform kaum zu schlagen vermag.

Ein ähnliches Potenzial wohnt auch der Spekulation mit Währungen inne. Anleger sollten sich und ihre Risikobereitschaft daher genau prüfen, bevor alte Geldanlagen gegen neue Geldanlagen getauscht werden.

Es empfiehlt sich im Vorfeld jeder neuen Gegebenheit mit gesundem Abstand zu begegnen. Verbraucher sollten sich die Frage stellen, wie konkret ein Euro ihrer Geldanlage oder Altersvorsorge gefährdet ist. Die bloße Vermutung oder ein ungutes Gefühl gelten gemeinhin als gefährlicher Empfehlungsgeber. Können keine konkreten Auswirkungen benannt werden, gilt es daher die Ruhe zu bewahren. Im Vorfeld erheblicher Veränderungen, so beispielsweise ein Zerfall von Euro und Eurozone, werden diese Szenarien in erheblichem Maße das Tagesgeschehen bestimmen. Zu diesem Zeitpunkt sind jedoch nur in seltenen Fällen bereits konkrete negative Folgen beim Endverbraucher angekommen. Auch der Ausgang des Referendums in Italien stellt Verbraucher und Anleger aktuell vor keine konkreten Folgen. Diese müssen sich über die kommenden Monate und Jahre herauskristallisieren und etwaige Folgen erzeugen. Konservative wie auch spekulative Anleger sollten daher weiterhin das akute Tagesgeschehen bewerten statt theoretischen substanzlosen Szenarien zu folgen.

Schreiben Sie einen Kommentar