EZB: Inflation steigt moderat

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Die umstrittenen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank scheinen nun erste Früchte zu tragen. In Deutschland wies das Statistische Bundesamt jetzt, nach ersten deflationären Tendenzen zu Beginn 2016, moderate Schritte in Richtung einer kleinen Inflation aus. Für Anleger stellt dieses Szenario sowohl Grund zur Freude als auch Anlass zur Wachsamkeit dar.

EZB: Inflation steigt moderat
Die Maßnahmen der EZB haben nun zu einer moderaten Inflation geführt. Ein Ende des Niedrigzinsumfelds ist dennoch nicht in Sicht.

Maßnahmen der EZB greifen

Eine gesunde Volkswirtschaft ist fest mit einer Inflation verbunden. Diesem Kredo folgen Zentral- und Notenbanken international. Der von Verbrauchern gefürchtete Kaufkraftverlust stellt in Wirklichkeit einen nicht zu unterschätzenden Treibstoff für Wirtschaft und Arbeitsmarkt dar. Umso größer war die Angst, als Anfang 2016 mit einer Deflation das exakte Gegenteil der Inflation vermeldet werden musste. Diese stellt, vergleicht man eine Inflation mit Treibstoff, vielmehr puren Zucker im Tank jeder Wirtschaft dar.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung einer Deflation mitunter drastisch ausfallen. Für Europa bedeuteten diese, dass die EZB monatlich Geld im Umfang von über 80 Milliarden Euro druckt, den Leitzins auf einen historischen Tiefststand senkte und Negativzinsen für Banken einführte. Beim Verbraucher kommen diese Maßnahmen schlussendlich in Form niedrigster Zinsen für Ersparnisse und Altersvorsorge an. Mit diesen werden sich Verbraucher zumindest kurz- bis mittelfristig auch weiterhin engagieren müssen. Die aktuellen Entwicklungen bergen dennoch Grund zur Freude.

Sie zeigen nämlich, dass die herangezogenen Maßnahmen ihre Wirkung nicht vollständig verfehlten. Dies fordert der EZB vorerst keine weiteren Maßnahmen ab und bildet zudem die Grundlage für eine spätere Zinswende.

Entwicklungen fortlaufend beobachten

Zahlreiche Verbraucher sehnen einer künftigen Zinswende bereits heute sehnlichst entgegen. Insbesondere die Hoffnung auf attraktiv verzinstes Tages- und Festgeld beflügelt die Fantasie vieler Anleger.

Doch die Mühlen der Geldpolitik mahlen traditionell langsam. So stellen zehn Kalenderjahre den vielzitierten Wimpernschlag für Zentral- und Notenbanken dar. Weiterhin setzt der Schritt in Richtung Zinswende weitere Stabilisierungen auf Seiten des Inflationsniveaus, der europäischen Wirtschaft und nicht zuletzt der europäischen Staatshaushalte voraus. Letztere geben derzeit jedoch noch wenig Grund zur Freude.

Verbraucher sollten die Entwicklung der Inflation weiterhin aufmerksam, beispielsweise im Rhythmus von drei bis sechs Monaten, beobachten. Kleinere Steigerungen sollten dabei weniger Grund zur Sorge liefern, als vielmehr zur Basis für Anlageentscheidungen werden. Zu Zeiten einer steigenden Inflation gilt es, laufende Anlagen auf ihre Attraktivität hin zu überprüfen. Insbesondere Anlagen bei Vor-Ort-Banken, zu denen beispielsweise Sparkassen und Volksbanken zählen, rangieren zinsseitig auf niedrigstem Niveau. Um mit leicht steigenden Inflationen Schritt zu halten, sollten Verbraucher die gebotenen Zinsen fortlaufend im Auge behalten und Umschichtungen, beispielsweise zu Direktbanken, in Erwägung ziehen.

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