Fehlüberweisung: So holen Sie Ihr Geld zurück

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Hoppla – mag sich aktuell ein Angestellter der Deutschen Bank gedacht haben. Dieser hat sechs Milliarden Dollar an einen Hedgefonds überwiesen. Das Problem: Dort sollte das ganze Geld überhaupt nicht ankommen. Der klassische Fall einer Fehlüberweisung! Der Schaden der Deutschen Bank beschränkt sich jedoch auf zahlreiche verhöhnende Artikel – doch wie sollten Verbraucher bei einer Fehlüberweisung reagieren?

Fehlüberweisung: So holen Sie Ihr Geld zurück

Bei Überweisungen ist Vorsicht geboten

Die EU hat bereits vor sechs Jahren eine Richtlinie hierzu eingeführt. Sie sieht das Risiko einer Fehlüberweisung größtenteils auf Seiten der Verbraucher. Insbesondere Überweisungen auf Basis von Kontonummer und Bankleitzahl (Alternative: IBAN) bergen ein beträchtliches Risiko. Stimmt die Kontonummer und passt die Bankleitzahl, muss gemäß EU-Richtlinie kein Abgleich mit dem Empfänger mehr erfolgen. Hat eine Überweisung die Bank des überweisenden Verbrauchers verlassen, kann der überwiesene Betrag nicht mehr zurückgebucht werden. Im Falle einer Fehlüberweisung muss der Verbraucher nun Kontakt zur Bank des Empfängers aufnehmen. Zuvor sollten Verbraucher schnellstmöglich Kontakt zu ihrer Bank aufnehmen. Die besten Chancen bestehen, wenn die Überweisung dem Konto noch nicht belastet wurde.

Doch auch, wenn der Betrag bereits einem Empfänger gutgeschrieben wurde, bieten Banken gern ihre Unterstützung an. Sogenannte Überweisungsrückrufe oder Nachverfolgungen sollen Verbraucher bei der Fahndung nach ihrem Geld unterstützen. Sie stellen jedoch keinerlei Garantie dar, eine Fehlüberweisung zurückzuholen.

Überweisungsrückrufe und Nachverfolgungen: Kosten im Vorfeld abklären

Im Falle einer Fehlüberweisung ist es ein verlockendes Angebot: Die eigene Bank recherchiert bei der Bank des Empfängers und tut ihr Möglichstes, um das Geld zurückzuholen. Das Möglichste beschränkt sich jedoch auf die Kontaktierung des Empfängers!

Dieser wurde aus juristischer Sicht ungerechtfertigt bereichert. Überweist der Empfänger den erhaltenen Betrag nicht freiwillig zurück, kommt er der sogenannten Herausgabepflicht nicht nach – spätestens an dieser Stelle müssen Verbraucher rechtliche Schritte einleiten oder den finanziellen Schaden durch die Fehlüberweisung hinnehmen.

Doch bereits durch Überweisungsrückrufe und Nachverfolgungen können beträchtliche Kosten aufgeworfen werden. Im Schnitt werden Verbraucher mit 20,- bis 40,- EUR konfrontiert, die die Beanspruchung dieser Service-Leistung ausschließlich bei größeren Beträgen lukrativ werden lässt.

IBAN statt Kontonummer und Bankleitzahl

Verbraucher werden immer häufiger mit der sogenannten IBAN konfrontiert. Die unsympathische Buchstaben- und Zahlenkolonne kann aus bis zu 34 Zeichen bestehen. Das macht sie im alltäglichen Umgang unbequem, weshalb zahlreiche Verbraucher weiterhin mit den bekannten Kontonummern und Bankleitzahlen arbeiten.

Die IBAN verfügt jedoch über einen entscheidenden Vorteil: In Deutschland misst sie im Schnitt 22 Zeichen und beginnt mit dem Länderkürzel DE. Die darauf folgenden zwei Zahlen sollen nun eine Fehlüberweisung verhindern. Die sogenannten Prüfziffern sorgen im Falle eines Zahlendrehers für eine Fehlermeldung. Verbraucher haben somit bequem und ohne weitere Kosten die Möglichkeit, den Fehler zu korrigieren.

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