Finanzen: Den Deutschen fehlt die Anleitung

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Die Deutschen gehören zu den fleißigsten Heimwerkern. Do it Yourself gehört unlängst zum guten Ton. An ihre Finanzen legen Verbraucher hingegen nur selten selbst Hand an. Viele fühlen sich in der meist unbekannten Materie unwohl oder schlicht unzureichend versiert. Die Folgen kosten Verbraucher eine Menge Geld.

Finanzen: Den Deutschen fehlt die Anleitung
Vielen Deutschen fehlt das nötige Handwerkszeug, um selbst Hand an ihre Finanzen zu legen. Dies ist meist leichter als gedacht.

Unwissend die Schule verlassen

Finanzen gelten gemeinhin als kompliziert. Für viele Deutsche ein guter Grund, sich in die Hände vermeintlicher Berater zu begeben. Der Großteil der Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe setzt jedoch auf Provisionen. Was zählt ist der Abschluss, weniger das Ergebnis. Diese Tatsache geht jedoch oft zu Lasten des Verbrauchers aus, der in gutem Glauben regelmäßig zu überteuerten, unlukrativen oder mitunter riskanten Finanzprodukten greift – eine Folge des erheblichen Verkaufsdrucks innerhalb der Branche.

Verbraucherschützer unterstreichen in diesem Zusammenhang regelmäßig, dass Bildung die effektivste Waffe gegen solche Schlecht- und Falschberatungen darstellt. Verbrauchern fehlt heute jedoch weitenteils das nötige Handwerkszeug, um die Empfehlungen von Banken, Versicherungen und Finanzvertrieben bewerten zu können. Der Grund: Viele Deutsche verlassen die Schulen ohne den kleinsten Ansatz von Finanzbildung. Die Finanzbranche hat daher leichtes Spiel, den zwangsläufig gutgläubigen Verbraucher zum gewünschten Ergebnis zu lenken.

An diesem Punkt gilt es, frühestmöglich gegenzusteuern. Verbraucher, unabhängig ob jung oder alt, stehen selbst in der Pflicht, sich und die eigenen Finanzen zu schützen. Was Politik und Schulen nicht bieten – ein standfestes Fundament an Finanzbildung – sollte sich zu gegebener Zeit in Eigenregie angeeignet werden.

Bildungslücken rechtzeitig schließen

Bereits John D. Rockefeller wusste: Es ist besser einen Tag im Monat über Geld nachzudenken, als einen gesamten Monat dafür zu arbeiten. Die Tatsache, dass ein unpassendes Altersvorsorge- oder Geldanlageprodukt schnell einen fünfstelligen Schaden anrichtet, gibt dem bekannten US-amerikanischen Unternehmer auch heute noch Recht.

Verbraucher sollten daher die eigenen privaten Finanzen nicht nur kennen, sondern ebenso verstehen. Fällt Letzteres schwer, ist dies im Regelfall kein Indikator für fehlende Kenntnisse. Vielmehr ist es ein Indiz für zu komplizierte Finanzprodukte. Diese stehen besonders oft im Ruf, hohe Abschluss- und Verwaltungskosten im Gepäck zu tragen, Risiken zu verschleiern und das abschließende Ergebnis zu schmälern.

Sind Verbraucher an diesem Punkt angekommen, ist fremde Hilfe meist unvermeidlich. Betroffenen stehen in diesem Fall beispielsweise Verbaucherzentralen zur Seite, die laufende Produkte bewerten und Empfehlungen zum weiteren Umgang geben. Ist der undurchsichtige Teil der bestehendenden Finanzprodukte dann greifbar oder gekündigt worden, gilt es, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen. Erklärtes langfristiges Ziel sollte es sein, Banken und Versicherungen als Lieferant für benötigte Finanzprodukte zu betrachten, die maßgeblichen Entscheidungen jedoch in Eigenregie zu treffen. Um die nötige Kompetenz hierfür zu erlangen, können Verbraucher Kurse von Volkshochschulen in Anspruch nehmen oder auch entsprechende Seminare und Webinare besuchen. Alternativ werden auch Verbraucherzentralen die hierfür nötigen Kenntnisse bereitwillig im Zwiegespräch weitergeben und bei zukünftigen Fragen unabhängig mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Durch eine solche Anleitung verlieren Finanzen schnell ihren Schrecken. Einfache Strategien, um Risiken abzusichern, die Altersvorsorge zu regeln und persönliche Ziele zu erreichen, werden bereits heute von zahlreichen Verbrauchern verstanden und erfolgreich angewendet. Sie sind Anleitung und benötigtes Handwerkszeug in einem.

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