Garantiezins: Neue Leben senkt laufenden Zins

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Hohe Garantiezinsen längst vergangener Jahre lassen Verbraucher selbst zu Zeiten niedriger Zinsen noch profitieren. Bis zu 4 % füllen so die Konten einiger Versicherter. Zum Leidwesen der Gesellschaften, die diese Zinsen aufzubringen haben. Als eine der ersten Versicherungen plant nun die Neue Leben zu intervenieren. Sie will die laufenden Zinszahlungen auf lediglich 1,25 % eindampfen. Betroffen von der Absenkung sind bislang ausschließlich betriebliche Altersvorsorgen.

Garantiezins: Neue Leben senkt den laufenden Zins
Die Neue Leben, eine Tochter der Sparkassen und HDI, plant eine Zinssenkung laufender Verträge. Verbraucher fühlen sich im Regen stehen gelassen.

Arbeitgeber oder Arbeitnehmer haften

Finanzexperten und Ratingagenturen blicken unlängst skeptisch auf die Versicherungslandschaft. Sie leidet besonders unter dem Umfeld niedriger Zinsen. Insbesondere hohe Zinsversprechen belasten die Bilanzen. Sie waren lange Jahre ein gutes Argument zum Abschluss von Abermillionen Altersvorsorgeverträgen.

Die Neue Leben wagt nun den Vorstoß. Um dem Niedrigzinsumfeld Tribut zu zollen, plant sie eine Absenkung des Zinses. Konkret bedeutet dies, dass sich einige Versicherte ab 2017 mit lediglich 1,25 % begnügen müssen. Doch selbst dieser Zinssatz dürfte beim Verbraucher nicht vollständig ankommen. Gemindert um Abschluss- und Verwaltungskosten, liegt die Wahrheit meist deutlich unterhalb eines Prozentpunkts. Von dieser Tatsache sind bereits heute Versicherte betroffen, die sich nach 2015 für den Abschluss solcher Versicherungen entschieden haben. Neu war bislang, dass auch laufende Versicherungen in ihrer Verzinsung gesenkt werden.

Da es sich nach aktueller Information ausschließlich um betriebliche Altersvorsorgen handelt, stellt sich zusätzlich die Haftungsfrage. Sollten Zusagen des Arbeitgebers aufgrund der Absenkung des Zinses nicht mehr zu halten sein, könnte dieser für den entstandenen Schaden zur Kasse gebeten werden. Andernfalls nimmt der Verbraucher die Position des Leidtragenden ein.

Zustimmung der obersten Aufsichtsbehörde

Der Neuen Leben, einer Tochter der Sparkassen und HDI, wurde bereits grünes Licht für die geplante Maßnahme gegeben. Erteilt hat es die oberste Finanzaufsichtsbehörde, kurz BaFin. Eine Klausel innerhalb der Verträge hat es der Versicherung erlaubt, nun diese unpopuläre Maßnahme zu treffen.

Betroffene sind gut beraten, ihre Altersvorsorge nun auf den Prüfstand zu stellen. In vielen Fällen können die offerierten Steuer- und Sozialabgabenersparnisse der nachgelagerten Abgabenlast nicht ohne Weiteres trotzen. Untestützung bei der Frage, wie mit solchen und ähnlichen Verträgen umzugehen ist, bieten beispielsweise Verbraucherzentralen.

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