Gefährlicher Lockruf: Werden Sie Trader

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Sie sind gebildet und leben meist in einem schicken Penthouse. So oder so ähnlich verkauft uns die Werbung Trader. Diese den meisten unbekannte Spezies wird von Banken derzeit kräftig umworben. Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, was ein Trader ist und welchen Risiken er sich aussetzt.

Gefährlicher Lockruf: Werden Sie Trader

Hängen Sie Ihren Job noch nicht an den Nagel

Stellen Sie sich vor, Sie wären Ihr eigener Boss. Ihr Arbeitsplatz befindet sich innerhalb Ihrer vier Wände. Als Sahnehäubchen verdoppeln Sie Ihr bisheriges Einkommen.

Dieses Trugbild befeuert regelmäßig Jung und Alt – Trader müsste man sein.

Sie bewegen große Mengen Geld mit kleinem Einsatz, das Zauberwort lautet Hebel. Geht einer Ihrer Trades auf, kann ein Vielfaches Ihres Einsatzes plötzlich das Konto fluten. Ein Traum wird wahr! Doch die meist zeitlich begrenzten Trades bergen auch immense Risiken. Denn geht ein Trade nicht auf, ist Ihr Einsatz oder sogar mehr als dieser in akuter Gefahr.

Die Quote ist vernichtend, Experten gehen davon aus, dass mehr als 95 % aller Trader zur Verliererseite zählen.

Fallen Sie nicht auf dubiose Seminare und Ausbildungen rein

Der Weg zum Trader hält für Sie zahlreiche Stolpersteine bereit. Selbsternannte Experten wollen Sie dabei unterstützen, diese Stolpersteine zu umschiffen. Im Angebot sind Seminare und sogar Ausbildungen.

Viele Angebote haben eines gemeinsam: Sie gehen ins Geld. Bevor der erste Euro verdient wurde, wechseln nicht selten vier- bis fünfstellige Beträge den Besitzer. Besonders beliebt ist in diesem Zusammenhang das sogenannte Upselling. Als Seminarteilnehmer oder Auszubildender sind Sie dann gezwungen, weitere kostspielige Angebote anzunehmen, um überhaupt irgendwann ihr Ziel zu erreichen. Eine regelrechte Kostenexplosion ist die Folge.

Sogar Banken surfen auf dieser Welle

Mit Tradern lässt sich eine Menge Geld verdienen. Sie kaufen und verkaufen mitunter stündlich und füllen so sämtliche Kassen. Doch bevor die eigene Kasse gefüllt wurde, profitieren zuerst die Banken.

Unabhängig davon, ob der Trader erfolgreich oder erfolglos war, verdienen sie an jeder Transaktion.

Daher ist die Motivation für Banken groß, Trader für sich zu gewinnen bzw. neue heranzuziehen. So bieten inzwischen zahlreiche und namenhafte Institute ihrerseits Seminare, Ausbildungen und Profi-Software an.

Kurzum, es wird Ihnen mehr als leicht gemacht, zum Trader zu werden.

Psychologen warnen Trader vor Suchterkrankungen

Spätestens seit Uli Hoeneß weiß man, dass Trading auch zur Sucht werden kann. Psychologen warnten jedoch bereits deutlich vor dem Beispiel dieses prominenten Vertretes.

Auch ohne den Druck eines Steuerstrafverfahrens gleiten viele Trader in Suchterkrankungen ab. Wird der PC oder Laptop zum einarmigen Banditen, ist professionelle Hilfe gefragt. Insbesondere die Geschwindigkeit sowie die vergleichsweise geringen Einsätze in Gegenüberstellung zu hohen Gewinnchancen lassen Trader anfällig werden.

Geben Sie sich die notwendige Zeit

Die Zahl derer, die sich erfolgreich in diesem Metier bewegen, ist klein. Doch Schuld daran sind nicht allein die gewaltigen Risiken.

Wenn Sie trotz der vorgenannten Risiken daran festhalten, diese Geschäfte verstehen und langfristig von ihnen profitieren wollen, sollten Sie sich Zeit geben.

Je tiefer Sie sich mit dieser Materie beschäftigen, desto früher werden Sie feststellen, dass erfahrene und erfolgreiche Trader nicht auf ihrem Erfahrungsschatz sitzen. In der Regel wird man Ihnen bereitwillig Einblick und Unterstützung gewähren. Sich Strategien anzueignen, Risiken einschätzen zu lernen und sich Erfolg einstellen zu lassen, ist zumeist ein langjähriger Prozess. Am Ende dieses Prozesses sollten Sie noch über die notwendigen Mittel verfügen, um selbst zu einem erfahrenen und erfolgreichen Trader werden zu können.

Um dies gewährleisten zu können, sollte über weite Teile dieser Ausbildung auf ein sogenanntes Demo-Konto gesetzt werden. Dies ermöglicht es Ihnen, Strategien zu testen und Risiken kennenzulernen, ohne dass reales Kapital in Gefahr gebracht wird. Sollte sich während dieser Ausbildung abzeichnen, dass Sie sich falsche Vorstellungen gemacht haben, verlassen Sie so verlustfrei das Projekt.

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