Gefährliches Internet: Teure Fehlinformationen

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Immer mehr unseres Alltags verlagert sich ins Internet. Neben der Bequemlichkeit punktet das Internet zusätzlich mit einer Fülle an Informationen. Es scheint, als gäbe es auf jede Frage eine Antwort. Auch Fragen rund um die privaten Finanzen werden regelmäßig beantwortet. Doch zahlreiche Fehlinformationen bergen große finanzielle Risiken. Verbraucher sollten sich daher an gewisse Verhaltensregeln halten – erfahren Sie welche.

Gefährliches Internet: Teure Fehlinformationen

Selbsternannte Experten und gewerbliche Interessen

Der Begriff „googlen“ hat längst den Weg in unseren Duden gefunden. Auf der Suche nach Antworten stehen Banker und Finanzberater vor jeder Menge Konkurrenz. Foren und Blogs bevölkern prominent die Ergebnisseiten der Suchmaschine, zwischen ihnen zahllose gewerbliche Websites.

Verbraucher begegnen diesen Angeboten mit viel Vertrauen, schließlich stammen Antworten und Erfahrungswerte von Leidensgenossen oder sogar Experten. Doch viel zu schnell gerät in Vergessenheit, dass diese Leidensgenossen in der Regel Laien und die selbsternannten Experten meist nicht viel mehr sind. Auch ist es dem Verbraucher nahezu unmöglich, unabhängige von gewerblichen Informationen zu unterscheiden. Spätestens wenn die finanzielle Ausstattung einer Bank, Versicherung oder eines Finanzvertriebs auf den Plan tritt, können Suchergebnisse mit entsprechendem finanziellen Aufwand beeinflusst werden. Das Ergebnis sind dann als unabhängige Meinung getarnte Artikel des jeweiligen Konzerns.

Anlagetipps und Altersvorsorgestrategien bieten das größte Verlustpotenzial

Besonders gefragt sind Informationen zur Geldanlage und Altersvorsorge. Dies verrät ein Blick in Foren, in denen insbesondere diese Themen heiß diskutiert werden.

Doch hier werden mitunter fahrlässig Tipps gegeben und befolgt. Auf diese Weise finden hochspekulative Geldanlagen den Weg zu konservativen Anlegern, ebenso wie unpassende Altersvorsorgeprodukte auf entsprechende Verbraucher treffen – teure Fehlinformationen.

Auch schlechte Erfahrungen verbreiten sich im Internet und den einschlägigen Social-Media-Plattformen in Windeseile. Das negative Feedback anderer Verbraucher aufzustöbern, wird von Suchmaschinen leicht gemacht. Hierzu genügt es in der Regel, den Namen von Finanzdienleistern im Suchfeld einzugeben und die Suchmaschine ergänzt sogleich Schlagwörter wie Falschberatung. Die damit verbundenen Meinungsäußerungen tragen regelmäßig zu großer Verunsicherung bei. Im Extremfall sorgte das entstandene „ungute Bauchgefühl“ bereits dafür, dass sich von lukrativen Verträgen vorzeitig getrennt wurde.

Folgende Verhaltensregeln sollten eingehalten werden:

Verbraucher sollten wissen, dass Suchmaschinen nicht zwischen richtigen und falschen Informationen unterscheiden. Gleiches gilt für Foren, wo eine korrekte Antwort im Normalfall gegen zehn falsche Antworten untergeht.

  • Auswahl der Quelle – suchen Sie gezielt nach Informationen von bekannten und zuverlässigen Quellen. Diese müssen allerdings nicht zwingend auf der ersten oder zweiten Ergebnisseite der Suchmaschine erscheinen. Im Einzelfall können sich qualitativ hochwertige Informationen auch auf einer späteren Seite verstecken.
  • Informationen untermauern – wurde die gesuchte Information in einer entsprechenden Quelle entdeckt, sollte mindestens eine weitere Quelle diese These unterstützen.
  • Subjektive und objektive Meinungen – trennen sollten Sie zwischen subjektiven und objektiven Meinungen. Bei den privaten Finanzen zählen in der Regel Zahlen, Daten und Fakten. Subjektive Eindrücke sollten Sie zur Kenntnis nehmen, jedoch nicht überbewerten.
  • Vorsichtig bei der Geldanlage – auf der Suche nach attraktiven Geldanlagen ist besondere Vorsicht angebracht. Anlageentscheidungen sollten überlegt und auf Ihre persönliche Anlagementalität abgestimmt werden. Wer in diesem Punkt unsicher ist, sollte weiterhin auf eine unabhängige Beratung zurückgreifen, wie sie beispielsweise durch Verbraucherzentralen angeboten wird.
  • Vorsicht bei der Altersvorsorge – auch die private Altersvorsorge verlangt große Vorsicht, zu weitreichend sind die Folgen von Fehlinformationen bzw. -entscheidungen. Sie sollten daher ausnahmslos auf unabhängigen Rat und individuelle Beratung setzen. Verbraucherzentralen sind auch hier adäquate Ansprechpartner.
  • Vorsichtig bei Kündigungen – Kündigungen sind weitreichende Entscheidungen. Eine solche Entscheidung kann mitunter zu hohen Verlusten führen, die Sie unbedingt vermeiden sollten. Daher empfiehlt es sich auch hier, eine zweite Meinung in Form einer individuellen Beratung einzuholen.

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