Geldanlage: Anlegen mit Inflationsschutz

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Die Furcht vor Inflation ist groß. Insbesondere vor dem Hintergrund niedrigster Zinsen fürchten Verbraucher daher um Altersvorsorge und Ersparnisse. Banken und Versicherungen reagieren jedoch. Sie bieten ihren Kunden Produkte samt eingebautem Inflationsschutz. Doch vielfach halten die Angebote nicht, was sie versprechen.

Geldanlage: Anlegen mit Inflationsschutz
Viele Produkte mit integriertem Inflationsschutz entpuppen sich als kostspielige und riskante Mogelpackung.

Historische Inflationsangst

Die Deutschen leiden unter chronischer Inflationsangst. Insbesondere die heutige Eltern- und Großelterngeneration hat kapitalvernichtende Inflation mündlich überliefert oder gar am eigenen Leib zu spüren bekommen.

Grund genug, die eigene Altersvorsorge sowie Ersparnisse adäquat zu schützen. Auf großen Zuspruch stoßen daher Produkte und Geldanlagen mit ausgewiesenem Inflationsschutz. Sie setzen größtenteils auf Aktien, Immobilien oder Rohstoffe und kommen im Regelfall als Versicherung oder Investmentfonds daher. Dabei eint den Großteil dieser Angebote eine Gemeinsamkeit, nämlich dass sie keinen ansatzweisen Inflationsschutz bieten. Vielmehr muss unterstrichen werden, dass die Entwicklung von Aktien, Immobilien und Rohstoffen zwar in gewissem Maße ein Verhältnis zur vorherrschenden Inflation unterhält, jedoch keine direkte Beeinflussung stattfindet. Gleiches gilt auch für die vielerorts empfohlenen und beliebten Indexfonds, auch ETF genannt.

Einer nicht geringen Zahl der mit Inflationsschutz werbenden Angebote muss daher klassischer Etikettenschwindel vorgeworfen werden. Sie spielen mehr oder weniger mit der Angst des Verbrauchers. Diese muss, vor dem Hintergrund niedrigster Inflationsraten, zusätzlich als unbegründet eingestuft werden.

0,37 % gemessene Inflation

So basiert ein Großteil der durch Noten- und Zentralbanken getroffenen Maßnahmen auf dem Kampf gegen Deflation. Die Deflation stellt jedoch das exakte Gegenteil der gefürchteten Inflation dar.

Für Juli 2016 wies das Statistische Bundesamt kürzlich eine Inflation gegenüber dem Vorjahr von lediglich 0,37 % aus. Verbraucher können dieser Inflation bereits mit gut ausgesuchtem Tages- und Festgeld die Stirn bieten. Die Inkaufnahme hoher Abschlusskosten oder Restrisiken, wie sie bei zahllosen inflationsgeschützten Produkten entstehen, erübrigt sich vor diesem Hintergrund.

Zusätzlich belegen Statistiken, wie sie durch die Deutsche Bundesbank und dem Statistischen Bundesamt geführt werden, dass Anleger seit Einführung des Euros ununterbrochen oberhalb des vorherrschenden Inflationsniveaus anlegen konnten. Eine tatsächliche Bedrohung stellte die Inflation somit seit fast zwei Jahrzehnten keineswegs mehr dar. Vorgenannte Statistiken zeigen jedoch, dass nicht jede Bank die hierzu nötigen Konditionen auch an den Endverbraucher weitergibt. Verbraucher sollten daher insbesondere Angebote für konservatives Tages- und Festgeld über die eigene Hausbank hinaus vergleichen.

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