Geldanlage: Die Deutschen verschenken kein Geld

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Erneut attestiert man den Deutschen einen selbstvernichtenden Umgang mit ihren Finanzen. Rund 200 Milliarden lassen sich Anleger ihren vorsichtigen Umgang mit Geldanlage und Altersvorsorge kosten, so die Allianz. Die Verbesserungsvorschläge der Versicherung bergen jedoch erhebliche Risiken.

Geldanlage: Die Deutschen verschenken kein Geld
Die Allianz sieht erheblichen Nachholbedarf für deutsche Anleger. Statt konservativen Sparanlagen sollen vermehrt auf Wertpapiere gesetzt werden. Eine nicht ganz unproblematische Empfehlung.

Deutschland fast Schlusslicht

Ängstlich und vorsichtig, so könnte man das Anlageverhalten der Deutschen wohl am treffendsten beschreiben. Allein das Nachbarland Österreich geht noch bedächtiger mit den privaten Finanzen um.

Zu diesem Ergebnis kam jüngst die Allianz und leitet sogleich einen ausgebliebenen Vermögenszuwachs von rund 200 Milliarden ab. Denn während Wertpapiere, insbesondere Aktien und Aktienfonds, für einträgliche Renditen gut waren, begnügten deutsche Anleger sich größtenteils mit niedrigstverzinsten Sparanlagen. Diese sind tatsächlich binnen der vergangenen Jahre zinsseitig stetig gefallen. Das gleichermaßen gesunkene Inflationsniveau bewahrt Verbraucher dennoch weitenteils vor Vermögensschäden. Denn während das Statistische Bundesamt aktuell 0,37 % an Inflation ausweist, rangiert gut ausgesuchtes Tages- und Festgeld mit bis zu 1,45 % spürbar oberhalb dieser Schwelle. Günstige Rahmenbedingungen, die Anleger selbst in den Hochzinsphasen der 1990er Jahre vermissen mussten.

Demgegenüber waren die empfohlenen Anlagen in Aktien und Aktienfonds seit 2000 teils erheblichen Schwankungen ausgesetzt. Den laut Allianz ausgebliebenen Vermögenszuwachs von 200 Milliarden tatsächlich zu realisieren, hätte Verbrauchern demnach starke Nerven abverlangt.

Die eigene Anlagementalität entscheidet

Anleger sind nach wie vor gut beraten, sich an der eigenen Anlagementalität zu orientieren. Sie passt Geldanlage- und Altersvorsorgeprodukte, ähnlich einem Maßschuh, dem jeweiligen Verbraucher an. So entscheiden wesentliche Begleitfaktoren wie der zu erbringende Zeitaufwand, die tragbaren Risiken und die vorhandenen Fachkenntnisse, welches Finanzprodukt optimal auf den einzelnen Anleger und Zweck zugeschnitten ist. Verbraucher sind daher gut beraten, die eigene Anlagementalität sowie die dazu passenden Finanzprodukte zu kennen. Nicht immer ist nämlich gewährleistet, dass Vermittler von Banken, Versicherungen und Finanzvertrieben Empfehlungen gemäß dieser absoluten Grundsätze, sondern mitunter zu Gunsten der eigenen Provision aussprechen.

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