Geldanlage: Inflation zieht an

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Sie ist gefürchtet – die Rede ist von der Inflation. Nun zieht sie, nach etlichen Monaten nahe des Nullpunkts, an. Im Umfeld niedrigster Zinsen stellen sich mehr und mehr Anleger die Frage, wie sie sich nun richtig verhalten.

Geldanlage: Inflation zieht an
Anlegern versetzt die gestiegene Inflationen einen Schock. Doch ist die Angst um die Ersparnisse berechtigt?

Direkte Folgen für uns Deutsche

Auch wenn die Wenigsten von uns die Hyperinflation zwischen 1914 und 1923 mitbekommen haben, jeder kennt sie. Eltern, Großeltern oder Geschichtsbücher haben sie auf eine Art und Weise überliefert, dass die Inflationsangst auch Generationen später noch tief sitzt. Manifestiert ist, Inflation ist schlecht. Bekannt ist auch, je höher die Inflation desto schlechter – wie hoch die gegenwärtige Inflation ist, kann jedoch kaum ein Deutscher mehr sicher beantworten.

Antwort auf diese Frage gibt das Statistische Bundesamt. Es weist für Deutschland aktuell nüchterne 0,65 % aus. Damit ist die Inflation binnen eines Jahres zwar erheblich gestiegen, das Endergebnis hingegen bleibt weiterhin mager. Vereinfacht dargestellt hätte sich ein Einkauf von 100,- EUR binnen eines Jahres um 0,65 EUR verteuert. Selbst der Listenpreis eines 15.000,- EUR teuren Autos wäre lediglich um 97,50 EUR im Durchschnitt gestiegen. Für den Großteil besteht daher kein Grund zur Sorge.

Etwas komplizierter wird es, wenn Ersparnisse mit ins Spiel kommen. Wird das 15.000,- EUR teure Auto nicht sofort gebraucht, kostet es zwölf Monate später voraussichtlich 15.097,50 EUR. Das für den Autokauf zur Seite gelegte Geld kann somit noch ein ganzes Jahr lang Zinsen erwirtschaften. Gewährt die Bank, aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen, lediglich 0,1 %, werden aus 15.000,- EUR jedoch gerade mal 15.015,- EUR. Kurzum, das angelegte Geld hat weniger Zinsen erwirtschaftet, als sich das anvisierte Auto im selben Zeitraum verteuert hat. Nun kann selbst eine niedrige Inflation langfristig zu einem handfesten Problem werden.

Das Rüstzeug gegen Inflation

Da es nur schwerlich bis gar nicht möglich ist die Inflation zu senken, setzen viele den Hebel bei den Ersparnissen an. Höhere Zinsen sollen für den entsprechenden Ausgleich sorgen. Aktien, Fonds oder exotische Anlagen sollen, bekanntermaßen mit höheren Risiken, die geschlagene Lücke schließen.

Banken, Versicherungen und Finanzvertrieben unterstützen diese Idee zumeist ohne jedwede Gegenwehr, verdienen sie an diesen Produkten doch ein Vielfaches gegenüber Sparbuch und -brief. Im Bewusstein, sich gegen die Inflation zu schützen, sollten jedoch nicht die Risiken dieser Option außer Acht gelassen werden. Potenzielle Verluste gehören ebenso wie hohe Abschluss- und Verwaltungskosten in die Gesamtkalkulation. Wurden die einstigen 15.000,- EUR lediglich um 5 % geschmälert, durch Kosten und einen minimalen Verlust, stehen schlussendlich nur noch 14.250,- EUR im Kontoauszug. Vor dem Griff zu einer solchen Alternative sollte also im Hinterkopf fixiert sein, dass einer Inflation zwar die Stirn geboten werden kann, jedoch ebenso großes Potenzial besteht den ursprünglichen Verlust erheblich zu vergrößern.

Geldanlagen sollten daher nicht auf eine Inflation abgestimmt werden, sondern immer auf den jeweiligen Anleger. Nur eine passende Kombination trägt langfristig Früchte. Doch auch risikoscheue Anleger müssen sich nicht kampflos ergeben. Gut ausgesuchtes Tages- und Festgeld schafft auch zu Zeiten niedrigster Zinsen noch den Sprung über die Inflationshürde. Bis zu 1,2 % können bequem, ohne jedwede Kosten und insbesondere ohne Risiken realisiert werden. Wo die Hausbank passen muss, sind nunmehr sogenannte Direktbanken gefragt. Tages- und Festgeld können online oder telefonisch eröffnet werden und bieten so mit wenigen Klicks den ersehnten Inflationsschutz. Auch im Falle einer weiter steigenden Inflation bieten die attraktivsten Angebote eine ausreichende Zinsreserve.

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