Geldanlage: Nachfrage nach alternativen Geldanlagen

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In Sachen Geldanlage halten immer mehr Verbraucher Ausschau nach Alternativen. Viele dieser Alternativen verlangen Anlegern jedoch eine erhebliche Risikobereitschaft ab.

Geldanlage: Nachfrage nach alternativen Geldanlagen
Niedrigzinsen veranlassen immer mehr Anleger, erhebliche Risiken einzugehen.

Niedrigzinsen sind ein Hauptargument

Einige Vor-Ort-Banken, zu denen beispielsweise Sparkassen und Volksbanken zählen, konfrontieren ihre Kunden bereits mit Nullzinsen. Insbesondere Verbraucher, die auf Tagesgeld und kurzlaufendes Festgeld setzen, sind hiervon regelmäßig betroffen. Alternative Geldanlagen sollen hier Abhilfe schaffen.

Zwei Gemeinsamkeiten, die sich eine Vielzahl dieser alternativen Geldanlagen teilen, sind neben attraktiveren Renditeaussichten auch erhebliche Risiken. Wie real diese Risiken werden können, ist zahlreichen Verbrauchern bereits durch die Insolvenzen von Prokon und German Pellets bewusst geworden. Doch auch in kleinerem Maßstab sind Anleger immer wieder mit hohen Verlusten bis hin zum Totalverlust konfrontiert.

Alternative Geldanlagen haben viele Gesichter

Ob Pflegeimmobilien, Holz oder Kunst, alle Optionen offerieren attraktive Renditen. Waren es vor einigen Jahren noch Windparks und Photovoltaikfelder, die große Aufmerksamkeit auf sich zogen, ebbte das Interesse seit der Prokon-Pleite spürbar ab.

Heute konzentriert sich ein großes Interesse auf Wein, Whisky und andere greifbarere Geldanlagen. In vielen Verbrauchern wächst der Wunsch, ihre Geldanlage sehen und begreifen zu können. Der Grund hierfür ist ein Vertrauensproblem, welches mit Banken, Versicherungen und Finanzvertrieben begonn und nun immer weitere Kreise zieht. Eine Flasche Wein oder Whiskey, so der Glaube der Anleger, ist hingegen vor geschäftlichem Missmanagement und finanzpolitischen Einflüssen gewappnet.

Diese Rahmenbedingungen definiert das Gros der Verbraucher jedoch mit Hilfe von Vermutung und Hoffnung.

Mein Tipp: Ob alternative Geldanlage oder nicht, Sie sollten sich auskennen

Nicht nur alternative Geldanlagen sind riskant. Ein Großteil der Verluste, die Verbraucher zu verbuchen haben, entfällt auf Versicherungs- und Fondsprodukte. Diese gelten zwar nicht als alternative Geldanlagen, der Grund für den Abschluss ist jedoch vielfach gleich gelagert.

Als Anleger sollten Sie sich nicht von Niedrigzinsen und Inflationsängsten treiben lassen. Der natürliche Gegner jedes Anlegers ist zwar die Inflation, sie spielt heute jedoch eine vergleichsweise geringe Rolle.

1992

Kurzlaufendes Festgeld 5,0 %
Inflation – 5,1 %
Ergebnis – 0,1 %

2015

Kurzlaufendes Festgeld 1,0 %
Inflation – 0,3 %
Ergebnis + 0,7 %

Verdeutlichen tut dies, die Gegenüberstellung der Jahre 1992 und 2015. Denn während 1992 Anlegern ein augenscheinlich attraktives Zinsnivau bot, musste nach Berücksichtigung der Inflation ein Verlust verbucht werden. Einen solchen Verlust befürchten zahlreiche Anleger in Folge des gegenwärtigen Niedrigzinsniveaus. Bei genauerer Betrachtung stellt sich diese Befürchtung jedoch als falsch heraus.

Für 2016 erwartet man sogar, dass die ohnehin niedrige Inflation von 0,3 % (Stand: 2015) nochmals abfällt.

Sie sollten sich daher nicht unter Druck gesetzt fühlen. Selbst zwischen Tages- und Festgeld können Sie heute mit der Inflation Schritt halten. Zur Voraussetzung kann es jedoch werden, die Geldanlage bei einer Vor-Ort-Bank in Richtung einer Direktbank umziehen zu lassen.

Von Wertpapieren oder alternativen Geldanlagen ist deshalb nicht pauschal abzuraten. Sie gehören jedoch, heute mehr denn je, in die Hände erfahrener Anleger. Als solcher Anleger sollten Sie nachvollziehen können, wann Ihre Geldanlage Sie zum Gewinner bzw. Verlierer werden lässt. Anders als konservatives Tages- und Festgeld, tragen derartige Geldanlagen heute vielfach akute und weitreichende Risiken im Gepäck. Viele dieser Risiken stehen in direktem bzw. indirektem Zusammenhang mit Fiskalpolitischen Eingriffen.

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