Gesetzliche Rentenversicherung: Erhöhung um bis zu 5 %

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Die gesetzliche Rentenversicherung hat mit Vorurteilen zu kämpfen. Zu unlukrativ wird gewirtschaftet und Leidtragender ist der kleine Mann und die kleine Frau. Dieser Vorwurf wäre nicht länger haltbar, wenn sich die jüngsten Prognosen bewahrheiten. Experten der Deutschen Rentenversicherung und des Bundessozialministeriums gehen von Erhöhungen zwischen 4 und 5 % aus.

Gesetzliche Rentenversicherung: Erhöhung um bis zu 5%

Bereits 2,1 % mehr seit Juli 2015

Rentner hatten bereits vor wenigen Monaten Grund zur Freude. Während im Westen die Renten ab Juli um 2,1 % angehoben wurden, stiegen die Renten im Osten sogar um 2,5 %.

Wie die Frankfurter Rundschau nun berichtet, könnten die Renten jetzt erneut und kräftig steigen. Experten der Deutschen Rentenversicherung und des Bundessozialministeriums machen hierfür die gute Wirtschaftslage und einen statistischen Effekt verantwortlich. Die Auswirkung kann Schätzungen zufolge für eine erneute Erhöhung um 4,35 % im Westen und 5,03 % im Osten sorgen. Damit würde es sich um die stärkste Erhöhung seit 1993 handeln.

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Auch der Staat verdient an einer Erhöhung durch die gesetzliche Rentenversicherung kräftig mit.

Rentner, die oberhalb des Grundfreibetrags liegen, müssen die Erhöhung nicht nur vollständig versteuern, sondern rutschen automatisch in einen höheren Einkommensteuersatz. Damit bleibt netto weit weniger von der Erhöhung übrig, als die brutto in Aussicht gestellten 4,35 % bzw. 5,03 %. Doch auch eine Erhöhung des Grundfreibetrags steht ab 2016 im Raum – damit sollten Rentner in jedem Fall ein kleineres oder größeres Plus im Portemonnaie spüren.

In Zahlen kann die Erhöhung sich folgendermaßen darstellen:

Beispiel: Rentenerhöhung

Voraussetzung: Erfüllung von 45 Beitragsjahren

Westen

Osten

Rente (brutto): 1.250,00 EUR

Rente (brutto): 1.250,00 EUR

Erhöhung: 4,35 %

Erhöhung: 5,03 %

Erhöhung in EUR: 54,38 EUR

Erhöhung in EUR: 62,88 EUR

Rente (brutto): 1.304,38 EUR

Rente (brutto): 1.312,88 EUR

Gesetzliche Rentenversicherung: Rücklagen um 800 Millionen gesunken

Der demographische Wandel, die Überalterung der Gesellschaft, stellt die gesetzliche Rentenversicherung jedoch weiterhin vor große Herausforderungen. So sanken die Rücklagen von Juli bis August um rund 800 Millionen auf 31,8 Milliarden Euro. Experten gehen davon aus, dass die Rücklagen sich kontinuierlich verringern.

Zuletzt hat die Einführung der sogenannten Mütterrente große Lücken geschlagen.

In der Bevölkerung keimt die Frage auf, wie sich vor diesem Hintergrund die avisierte Erhöhung rechtfertigt. Der Hintergrund hierfür sind gesetzliche Rahmenbedingungen, die Erhöhungen beispielsweise an die allgemeine Entwicklung der Löhne koppelt.

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