Griechenland: Erneut droht Zahlungsunfähigkeit

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Lange Zeit war Griechenland aus dem Fokus der Medien verschwunden. Der über Monate schwelende Schuldenstreit könnte nun jedoch in eine neue Runde gehen. Bereits in wenigen Monaten drohe Griechenland erneut die Zahlungsunfähigkeit, heißt es aus Regierungskreisen. Zu erwarten wären spürbare Turbulenzen an den europäischen Aktien- und Rentenmärkten.

Griechenland: Erneut droht Zahlungsunfähigkeit
Bereits im Juli könnte Griechenland erneut von Zahlungsfähigkeit bedroht sein.

IWF sieht Schuldentilgung gefährdet

Die Schulden Griechenlands belaufen sich auf rund 315 Milliarden Euro. Jede Sekunde steigt dieser Schuldenstand um etwa 300 Euro an. Zu viel, verglichen mit der Wirtschaftsleistung, lautet die Diagnose vieler Experten. Zu ihnen zählt, mit dem Internationalen Währungsfonds (kurz: IWF), auch einer der Gläubiger.

Der IWF sieht die Schuldentilgung gefährdet. Aus diesem Grund habe man die Länder der Eurozone zu Verhandlungen aufgerufen. Im Fokus stehen Erleichterungen in Form von längeren Kreditlaufzeiten und niedrigeren Zinsen. Lösungen dürfen allerdings nicht lange auf sich warten lassen, bereits im Juli erwartet die Europäische Zentralbank eine Zahlung von 2,4 Milliarden Euro. Aktuell stehen noch 60 Milliarden Euro des dritten Rettungspakets aus, die bislang nicht an Griechenland ausgezahlt wurden. Ob die Voraussetzungen zur Auszahlung geschaffen werden, ist fraglich. Die Umsetzung der Sparauflagen verläuft schleppend, auch gegenwärtig streikt Griechenland gegen geplante Rentenkürzungen.

Auch Deutschland sitzt, vertreten durch Wolfgang Schäuble, nun erneut am Verhandlungstisch. Er spricht sich weiterhin und vehement gegen einen Schuldenschnitt aus, der jedoch regelmäßig als möglicher Lösungsansatz ins Gespräch gebracht wird. Bislang wurde Griechenland mit circa 240 Milliarden Euro aus insgesamt drei Rettungspaketen unterstützt.

Turbulenzen an Aktien- und Rentenmärkte wären zu erwarten

Im Falle eines erneuten Schuldenstreits, müssten Anleger sich auf Turbulenzen einstellen. Diese würden insbesondere die überhitzten Aktien- und Rentenmärkte treffen.

Anleger sind gut beraten, ihr Depot auf entsprechende Angriffsflächen hin zu überprüfen. Wertpapiere, die massiv auf entsprechende Nachrichtenlage reagieren, sollten dann unter Beobachtung gestellt werden. Dies gilt sowohl für Aktien, Renten aber auch für Fonds und Indexfonds (kurz: ETF).

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