Immobilien: Hohe Nachfrage trotz Neubauwelle

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Wer eine Immobilie als Geldanlage oder Altersvorsorge erwirbt, ist von zwei Faktoren abhängig. Dem Angebot und der Nachfrage. Nun vermeldet das Statistische Bundesamt eine regelrechte Neubauwelle. Rund 240.000 neue Wohneinheiten markieren ein Neun-Jahreshoch. Eigentümer fürchten daher bereits fallende Mieten. Doch die Nachfrage wird vielerorts auf hohem Niveau verharren.

Immobilien: Hohe Nachfrage trotz Neubauwelle
Mehr als 240.000 neue Wohneinheiten sind noch zu wenig. Insbesondere in Ballungsräumen fehlt dringend benötigter Wohnraum.

Ballungsgebiete bleiben Filetstücke

Weite Teile Deutschlands leiden unter Abwanderung. Für die verbreitetste Form wurde unlängst ein eigener Begriff etabliert, die sogenannte Landflucht. Denn es sind insbesondere die ländlichen Gegenden, deren Bevölkerung zusehends schrumpft. Die junge Bevölkerungsschicht, zwischen 18 Jahren und 30 Jahren, zieht es mehr und mehr in Universitätsstädte und Ballungsräume. Zurück bleiben ganze Landstriche, denen nicht nur die nächste Generationen sondern mit ihnen meist auch die dringend benötigte Infrastruktur verloren geht.

In besonderem Maße trifft dies die Mitte sowie den Osten Deutschlands. Wie Inseln ragen hier Großstädte à la Berlin, Leipzig, Dresden oder Erfurt heraus. Sie haben eine fast schon magnetische Anziehungskraft auf Wirtschaft und Bevölkerung. Mit dieser Entwicklung geht auch eine immense Nachfrage nach privatem Wohnraum einher. Da jedoch der Wohnungsbau über etliche Jahre hinweg lahmte, waren ein spürbarer Anstieg der Mieten die logische Folge. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, begann Stück für Stück ein regelrechter Bauboom. Das Statistische Bundesamt spricht von rund 240.000 im Bau befindlichen Wohneinheiten, die diese Situation entspannen sollen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass speziell in Ballungsgebieten und Universitätsstädten zu wenig dieses Baubooms ankommt. Hier müsse daher weiterhin mit angespannten Verhältnissen und hohen Mietpreisen gerechnet werden.

Wesentliches Argument bleibt: Lage, Lage, Lage

Um als Eigentümer von einer Immobilie zu profitieren, müssen wesentliche Faktoren stimmen. Einer der wichtigsten Faktoren bleibt die Lage. Wie gut die Lage tatsächlich ist, hängt dabei maßgeblich von Angebot und Nachfrage ab. Für die Region Hannover weisen die Allianz und Prognos beispielsweise 54.000 fehlende Wohneinheiten bis ins Jahr 2030 aus. Wohnraum bliebe, sollte sich der Bau neuer Immobilien nicht spürbar beschleunigen, also knapp. Die Folgen sind jedoch bereits heute spürbar. Wer sich für eine Immobilie in Hannover und Umgebung interessiert, muss im Regelfall tief in die Tasche greifen oder deutliche Abstriche bei der Substanz machen.

Viele halten daher Ausschau nach Immobilien, die das Portemonnaie nicht gar so sehr belasten. Liegen diese jedoch in Gegenden, wo mittel- bis langfristig mit Bevölkerungsschwund zu rechnen ist, lauern erhebliche Risiken. Denn neben einer zusehends schwerer werdenden Vermietbarkeit, müssen dann gegebenenfalls auch Abstriche bei einem eventuellen Wiederverkauf hingenommen werden. Ein wesentliches Kaufargument lautet daher weiterhin: Lage, Lage, Lage.

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