Inflation: Das europäische Sorgenkind

Aktuell, Altersvorsorge, Geldanlagen

Angst um die Inflation ist den Deutschen in die Wiege gelegt. Zur Finanzierung von Kriegen und Reparationen war sie lange Zeit das Mittel der Wahl. Die Angst vor der Inflation und ihren Folgen hält sich bis heute – ob sie gerechtfertigt ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Der Unterschied zwischen Inflation und Deflation

Die Inflation besitzt einen weit weniger populären Gegenspieler, die Deflation. Während eine Inflation die Preise, beispielsweise für Lebensmittel, steigen lässt, sorgt eine Deflation für sinkende Preise.

Am Beispiel eines Autos wird dies eindrucksvoll deutlich:

Inflation

Jahr 1

Auto

10.000,- EUR

Inflation: 2 %

Jahr 2

Auto

10.200,- EUR

Inflation: 2 %

Jahr 3

Auto

10.404,- EUR

Die Inflation sorgt für eine kontinuierliche Steigerung der Preise, in diesem Fall dem eines Autos. Eine Deflation sorgt hingegen für einen sinkenden Preis, analog nachfolgendem Beispiel:

Deflation

Jahr 1

Auto

10.000,- EUR

Deflation: 2 %

Jahr 2

Auto

9.800,- EUR

Deflation: 2 %

Jahr 3

Auto

9.608,- EUR

Damit erscheint dem Verbraucher die Deflation bedeutend sympathischer. Fakt ist allerdings, dass die Europäische Zentralbank (kurz: EZB) aktiv für eine Inflation und gegen eine Deflation kämpft. Auf diese Weise möchte man jedoch keineswegs dem Verbraucher schaden.

Während einer Deflation erwarten Verbraucher und Unternehmen weiterhin stetig fallende Preise. Anstatt einen Kleinwagen zu 10.000,- EUR zu kaufen, wartet man lieber zwei weitere Jahre, um ihn für 9.608,- EUR zu erstehen. Was den Verbraucher freut, würde die Automobilindustrie samt Zulieferer jedoch in Bedrängnis bringen. Stetig fallende Absatzzahlen mit all ihren Folgen wäre die Konsequenz. Somit ist eine Deflation mit großen Schäden für die Wirtschaft und schlussendlich auch für den Verbraucher verbunden, der nun um seinen Arbeitsplatz bangen muss.

Statistisches Bundesamt weist 0 % Inflation aus

Bereits für Januar 2015 wies das Statistische Bundesamt eine Deflation aus. Mit 0,3 % war es der erste deflationäre Monat seit über fünf Jahren. Für September 2015 wies das Statistische Bundesamt nun eine 0 %ige Inflation für Deutschland aus.

Bereits seit Einführung des Euros lag die vom Statistischen Bundesamt ausgewiesene Inflation nur selten oberhalb der Schwelle von 2 %.

Diese Entwicklung zwang die Europäische Zentralbank zum Handeln. Seit März dieses Jahres fließen monatlich 60 Milliarden in die Eurozone, um gegen die gefürchtete Deflation zu kämpfen.

Geldanlage und Altersvorsorge: Chancen für Verbraucher

Für Verbraucher besteht also kein akuter Grund, sich um Ersparnisse zu sorgen. Das nachfolgende Beispiel veranschaulicht, welche Vorteile sich aus diesen Rahmenbedingungen ergeben:

Inflation - die aktuelle Situation

Quelle: Festgeld-Vergleich (Hier gelangen Sie direkt zum Festgeld-Vergleich)

Jahr 1

Auto

10.000,- EUR

Festgeld (2 Jahre - 1,5 %)

10.000,- EUR

Inflation: 0 %

Jahr 2

Auto

10.000,- EUR

Festgeld (2 Jahre - 1,5 %)

10.150,- EUR

Ihr Plus:

150,- EUR

Inflation: 0 %

Jahr 3

Auto

10.000,- EUR

Festgeld (2 Jahre - 1,5 %)

10.302,- EUR

Ihr Plus:

302,- EUR

Fazit:

Die aktuelle Bedrohung geht keineswegs von der Inflation aus. Sie stellt derzeit keinerlei Gefahr für Verbraucher, ihre Ersparnisse und Altersvorsorge dar. Es ist vielmehr die nahezu unbeachtete und vielfach auch unbekannte Gefahr der Deflation, die momentan präsent ist.

Verbraucher sind dennoch gut beraten, ihre Ersparnisse und Altersvorsorge auf Optimierungspotenzial hin zu prüfen. Zahlreiche Vor-Ort-Banken, zu denen beispielsweise Sparkassen und Volksbanken gehören, liegen im Tagesgeld- und Festgeld-Vergleich deutlich abgeschlagen hinter Direktbanken. Auch Altersvorsorge-Verträge sollten einer regelmäßigen Prüfung unterzogen werden. Kostspielige Verträge und nachteilige Altersvorsorge-Formen wirken sich bedeutend nachteiliger aus als eine hohe Inflation – von der wir momentan weit entfernt sind.

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