Inflation: Über die Ermittlung und Aussagekraft

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Die Inflation wird von vielen Deutschen gefürchtet. Doch nur wenigen ist bekannt, auf welchem Weg sie ermittelt wird und welche Aussagekraft die veröffentlichten Werte besitzen.

Inflation: Nahe des Nullpunkts
Der deutsche Warenkorb beinhaltet rund 750 Waren und Dienstleistungen.

Statistisches Bundesamt ermittelt Inflation monatlich

Ist von Inflation die Rede, wird im Regelfall der sogenannte Verbraucherpreisindex gemeint. Dieser Verbraucherpreisindex wird monatlich vom Statistischen Bundesamt ermittelt und veröffentlicht. An ihm lässt sich ablesen, in welchem Maße sich beispielsweise die Preise für Lebensmittel, Bekleidung oder auch Dienstleistungen entwickelt haben.

Für die Ermittlung greift das Statistische Bundesamt auf den sogenannten deutschen Warenkorb zurück. Er beinhaltet rund 750 Waren und Dienstleistungen, deren Preise Aufschluss darüber zulassen, ob tendenziell von einer Inflation oder einer Deflation die Rede sein muss. Steigende Preise würden eine Inflation belegen, fallende Preise eine Deflation.

Die auf diese Weise ermittelten Daten können jedoch nicht auf jeden Verbraucher übertragen werden. So würde der individuelle Warenkorb eines Studenten massiv von dem eines Rentners abweichen. Aus diesem Grund ermöglicht das Statistische Bundesamt die Ermittlung einer persönlichen Inflation.

Persönliche Inflation ermitteln: Statistisches Bundesamt

Niedrige Energiepreise drücken die Inflation

Gegenwärtig rangiert die Inflation nahe des Nullpunkts. Die Preise für Waren und Dienstleistungen sollten durchschnittlich auf gleichbleibendem Niveau verharren. Innerhalb des deutschen Warenkorbs sind jedoch durchaus Verwerfungen auszumachen. Denn während sich insbesondere Heizöl, Benzin und Diesel deutlich verbilligt haben, sind die Preise für Obst und Gemüse spürbar gestiegen.

Traditionell schlagen sich insbesondere Veränderungen der Wohn- und Mobilitätskosten deutlich nieder. Sie stellen mit 31,7 % und 13,5 % die verhältnismäßig größten Anteile am deutschen Warenkorb. Beide Bereiche profitieren momentan von niedrigen Energiepreisen.

Mein Tipp: Kennen Sie die Höhe der Inflation

Es gibt gute Gründe, warum Ihnen die Höhe der Inflation bekannt sein sollte. Beim Abschluss von Tages-, Festgeld oder Altersvorsorge sollten Sie sie als eine Art Gegenspieler betrachten. Zins und Zinseszins lassen Ihr angelegtes Geld stetig mehr werden, doch steigende Preise erlauben es Ihnen vielleicht nicht, sich tatsächlich auch mehr zu leisten. Diese Sorge treibt, insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen, zahlreiche Verbraucher an den Rand der Verzweiflung. Ist Ihnen hingegen die Höhe der Inflation bekannt, verlieren selbst niedrige Zinsen schnell an Schrecken. Nahe des Nullpunkts reichen selbst augenscheinlich unattraktive Angebote für Tages- und Festgeld, um Ihre Kaufkraft zu erhalten.

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