Kombiprodukte: Tagesgeld und Fonds dazu

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Attraktive Zinsen sind Mangelware. Insbesondere konservatives Tagesgeld befindet sich auf einem zinsseitigen Tiefstpunkt. Abhilfe scheinen sogenannte Kombiprodukte zu schaffen. Sie gewähren attraktive Konditionen, wenn zusätzlich zum Tagesgeld ein Fonds abgeschlossen wird. Derartige Angebote haben jedoch ihre Tücken.

Kombiprodukte: Tagesgeld und Fonds dazu
Die meisten Kombiprodukte entpuppen sich als schwarzes Schaf. Insbesondere Kosten und Risiken gilt es kritisch zu beleuchten.

Attraktive Zinsen und hohe Kosten

Das unter Verbrauchern beliebte Tagesgeld rangiert unlängst unterhalb eines Prozentpunkts. Für viele der Grund, nach Alternativen Ausschau zu halten.

Diese Alternativen haben mehr und mehr Banken im Programm. Sogenannte Kombiprodukte, bestehend aus Tagesgeld und Fonds. Sie gewähren bis zu 3 % auf Tagesgeld, wenn zum Zeitpunkt des Abschlusses in einen Fonds investiert wird. Die Aufteilung zwischen Tagesgeld und Fonds muss hierbei im Regelfall 50/50 betragen. Wer also 20.000,- EUR anlegen möchte, muss je 10.000,- EUR auf das entsprechende Tagesgeld anlegen und für 10.000,- EUR Fondsanteile erwerben.

Es empfiehlt sich jedoch, einen genaueren Blick hinter die Kulissen solcher Kombiprodukte zu werfen. Denn häufig stellen sich die gebotenen Tagesgeldzinsen als zeitlich begrenzt und die zur Auswahl stehenden Fonds als kostspielig heraus.

Verbraucher tragen Risiken

Vor dem Abschluss gilt es daher die Modalitäten solcher Angebote zu beleuchten. Diese spielen sich bei Kombiprodukten auf zwei Seiten ab. Fragen die es zu beantworten gilt lauten:

Wie lange ist die gebotene Verzinsung des Tagesgeld gültig?
Wie hoch sind die Kosten des Fonds?
Welche Risiken birgt dieser Fonds?

In der direkten Gegenüberstellung offenbaren diese Angebote zumeist ihre Schwächen.

Tagesgeld Fonds
10.000,- EUR 10.000,- EUR
Zinsen: 3 % Kosten: 2,5 %
Zinsen: +300,- EUR Kosten: -250,- EUR

Ergebnis: +50,- EUR

Mindert man die augenscheinlich attraktiven Tagesgeldzinsen um die Kosten der Fonds, bleibt lediglich ein mageres Plus von 50,- EUR übrig. Dies entspricht einer Verzinsung von nur noch 0,25 %, bezogen auf den gesamten Anlagebetrag.

Ist die Verzinsung des Tagesgelds zeitlich begrenzt, können die Kosten sogar die erwirtschafteten Zinsen übersteigen. Gleiches gilt im Falle höherer Abschlusskosten auf Seiten der Fonds. Diese können ohnehin vielfach ohne Abschlusskosten, den sogenannten Ausgabeaufschlägen, erworben werden. Direktbanken und Online-Broker stellen zumeist ein umfangreiches Angebot an Fonds ohne diese Kostenposition.

Ob ein solches Angebot zu einer adäquaten Alternative wird, hängt jedoch maßgeblich vom Verbraucher ab. Dieser muss etwaige Risiken einer Fondsanlage tragen können und wollen.

Mein Tipp: Stellen Sie Ihre Kombiprodukte selbst zusammen

Eine Anlage in Wertpapieren muss zu Ihnen und Ihrer Anlagementalität passen. Niedrigverzinstes Tagesgeld ist kein ausreichender Grund, sich über die eigene Anlagementalität hinweg für Fonds zu entscheiden.

Sie sollten sich daher im Vorfeld über Ihre Risikobereitschaft und den zeitlichen Anlagehorizont im Klaren sein. In diesem Punkt ist Tages- und Festgeld keineswegs mit Wertpapieren vergleichbar.

Unabhängig davon, ob Ihre Risikobereitschaft gering oder hoch ist, gehört ein Tagesgeld zur Grundausschattung. Es versorgt Sie kurzfristig mit Geld und schützt so im Falle unerwarteter Ausgaben vor der Inanspruchnahme des kostspieligen Dispokredits. Haben Sie diese Sicherheit installiert, gilt es sich über das etwaige übrige Kapital Gedanken zu machen. Es kann je nach Anlagementalität konservativ oder entsprechend riskanter angelegt werden.

Als konservativer Anleger können Sie guten Gewissens mit Tages- und Festgeld weiterarbeiten. Die augenscheinlich niedrigen Zinsen konkurrieren nämlich mit einem noch niedrigeren Inflationsniveau. So tun Sie mit gut ausgesuchen Angeboten, die im Regelfall in den Reihen der Direktbanken zu finden sind, vollends Ihre Schuldigkeit. Während Sie Tagesgeld mit der notwendigen Liquidität versorgt, sollten Sie mehrjährig laufendes Festgeld zur Erzielung höherer Zinsen nutzen.

Wenn Sie Ihre Ersparnisse gewissen Risiken aussetzen können und wollen, dürfen Wertpapiere in die engere Wahl gezogen werden. Vor dem Hintergrund zahlloser Brandherde, wie dem zurückliegenden Brexit oder der Finanzpolitik der Notenbanken, sind diese Risiken binnen der vergangenen Jahre besonders gestiegen. Dessen sollten Sie als Anleger sich jederzeit bewusst sein. Es gilt Anlagestrategien besonders gewissenhaft an diese Marktgeschehnisse anzupassen und zu verfolgen. Mit Hilfe von Direktbanken und Online-Brokern sollte zusätzlich positiv auf das Kostenniveau von Depots und Wertpapieren eingewirkt werden.

Auf diese Weise lassen Sie Tagesgeld und Festgeld bzw. Tagesgeld und Wertpapiere zu Ihrem individuellen Kombiprodukt werden.

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