Mietnomaden: Schäden steuerlich absetzbar

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Die Furcht vor Mietnomaden ist groß. Für Immobilienbesitzer bedeuten sie im Regelfall Mietrückstände und später Renovierungsbedarf. Doch die Rechte von Vermietern wurden jüngst gestärkt.

Mietnomaden: Schäden steuerlich absetzbar
Mietnomanden können beim Vermieter Schäden in fünfstelligem Umfang verursachen.

Zahl der Mietnomaden ungewiss

Mieter genießen in Deutschland einen hohen Schutz. Diesen Schutz haben sich lange Zeit auch Mietnomaden zu eigen gemacht. Die Folge waren hohe Mietrückstände und hinzukommende Gerichtskosten. Zusätzlich entstehende Kosten für spätere Renovierungen konfrontierten Vermieter nicht selten mit einem fünfstelligen Gesamtschaden.

In Anbetracht dieser Umstände stellt es nur einen geringen Trost dar, dass von lediglich 15.000 Mietnomanden in Deutschland ausgegangen wird. In der Praxis dürfte diese Zahl auch bei weitem übertroffen werden. Denn in Angst weiterer Kosten scheuen Zahlreiche Vermieter den Rechtsweg und finden nur selten den Weg in Statistiken. Um sowohl offizielle als auch inoffizielle Fallzahlen zu senken, wurden bereits 2013 die Rechts von Vermietern gestärkt.

Beschleunigte Zwangsräumungen deckeln seither die Höhe des Mietausfalls. Eine solche Beschleunigung setzt ein, wenn ein Mieter die ihm vom Gericht auferlegte Sicherheitsleistung nicht erbringen kann. Sie soll gewährleisten, dass während der teils langwierige Räumungsverfahren keine weiteren Mietschulden auflaufen. Zusätzlich ermöglicht die sogenannte Berliner Räumung, dass die Vollstreckung einer Zwangsräumung ohne kostenintensive Einlagerung von Möbeln oder anderen Gegenänständen einhergeht. Im Rahmen dieser Räumungsform wird lediglich der bisherige Mieter der Wohnung verwiesen.

Finanzgericht Düsseldorf schafft steuerliche Vergünstigung

Zusätzlich hat im Januar diesen Jahres das Finanzgericht Düsseldorf (Aktenzeichen: 11 K 4274/13 E) zum Vorteil von Vermietern entschieden. Es vertritt die Meinung, dass durch den Mieter verursachte Schäden und die damit verbundenen Reparaturkosten vom Vermieter sofort abgesetzt werden können. Damit widerspricht das Gericht einem Finanzamt, was in diesem Fall eine mehrjährige Abschreibung vorsah.

Das betroffene Finanzamt hat bereits Revision gegen das Urteil eingelegt. Es wird daher eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs erwartet. Betroffene Vermieter sollten dennoch auf diese Weise entstandene Positionen als Werbungskosten absetzen. Sofern das zuständige Finanzamt diesbezüglich interveniert, sollten Betroffene Einspruch mit Hinweis auf das laufende Verfahren einlegen.

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