Negativzinsen: Schreckensszenario aller Sparer

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Sparer leiden unter der momentanen Zinspolitik. Der Trend zu immer niedrigeren Zinsen bleibt seit Jahren ungebrochen. Kunden von Sparkassen und Volksbanken mussten sich vielfach bereits an den Nullzins gewöhnen. Nun geht die Furcht um, Negativzinsen könnten sich einstellen.

Negativzinsen: Schreckensszenario aller Sparer
Drohende Negativzinsen bereiten zahlreichen Sparern Kopfschmerzen.

Zwischen Theorie und Praxis

Seit mehr als zehn Jahren fällt das Zinsniveau. Die Entwicklung trifft insbesondere Sparer, die auf Tages- und Festgeld setzen.

Kunden von Sparkassen und Volksbanken mussten sich weitenteils bereits an Nullzinsen gewöhnen. Diese bekommen Verbraucher insbesondere zwischen Sparbüchern und Tagesgeld zu spüren. Eine Umkehr dieses Trends ist kurzfristig nicht abzusehen. Im Zuge des Brexit ist sogar mit weiteren Zugeständnissen zu rechnen, die das ohnehin niedrige Zinsniveau weiter drücken könnten. Aus Furcht vor Negativzinsen entscheiden sich mehr und mehr Verbraucher für Investitionen zwischen Wertpapieren und Immobilien. Damit werden offene Türen bei Banken, Versicherungen und Finanzvertrieben eingelaufen. Diese profitieren zumeist in deutlich größerem Maße vom Abschluss dieser Produkte. Gegenüber konservativem Tages- und Festgeld werden um ein Vielfaches höhere Provisionen generiert.

Ein solcher Schritt sollte jedoch zwingend mit der eigenen Anlagementalität abgestimmt werden. Das Risiko vieler Wertpapier- und Immobilieninvestments übersteigt momentan bei Weitem das Risiko, welches bislang theoretische Negativzinsen bedeuteten. Daher gehören risikobeaftete Anlagen weiterhin zu risikobereiten Anlegern.

In der Praxis bieten sich Sparern weiterhin zahlreiche Möglichkeiten, einer solchen negativen Verzinsung zu entfliehen, ohne gesteigerte Risiken in Kauf zu nehmen.

Sparer müssen Horizont erweitern

Die Märkte, wie die internationalen Börsen auch bezeichnet werden, fordern Anleger derzeit heraus. Zahlreiche Brandherde machen viele Investitionen zu Spekulationen. Gleiches gilt für Immobilien, die Anlegern zwischen hohen Anschaffungspreisen eine unumstößliche Expertise abverlangen.

Diese Optionen stellen daher keine gangbare Alternative für konservative Sparer dar. Momentan noch weniger denn je.

Konservative Anlagen werden jedoch, insbesondere bei Vor-Ort-Banken, zusehends unattraktiv. Viele Sparkassen und Volksbanken, die aufgrund ihrer regionalen Präsenz zu den Vor-Ort-Banken zählen, rangieren heute bereits dicht am Negativzins. Dieser wird jedoch geschickt verborgen. Denn anstatt die Ersparnisse der Kunden durch offensichtliche Negativzinsen zu schmälern, wird vielerorts an der Kosten- und Gebührenschraube gedreht. Schuld sind hohe laufende Kosten, die bei Sparkassen und Volksbanken insbesondere durch Filial- und Mitarbeiterdichte entstehen.

Direktbanken, die diese Kosten in bedeutend geringerem Maße tragen, versprechen daher die attraktivere Anlaufstelle für konservative Geldanlagen zu sein. Verbraucher, die ihren Horizont in diese Richtung erweitern, können ihre Ersparnisse auch heute noch zu deutlich attraktiveren Konditionen anlegen. So gewinnen Sparer einen komfortablen Vorsprung im Falle weiterer Zinssekungen, der sie vor etwaigen Negativzinsen schützen würde.

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