Niedrigzins: Aus Inflation wird Deflation

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Die Angst vor Inflation ist ungebrochen. Insbesondere deutsche Verbraucher bangen daher immer wieder um Ersparnisse und Altersvorsorge. Das Statistische Bundesamt hat nun ermittelt, dass aus der gefürchteten Inflation eine Deflation geworden ist. Die Bedeutung für Verbraucher ist weitreichend.

Niedrigzins: Aus Inflation wird Deflation
Um die Attraktivität von Tages- und Festgeld zu bewerten, müssen Zins und Inflation betrachtet werden.

Niedrigzinsen belasten weniger

Tages- und Festgeld erscheinen zusehends unattraktiver zu werden. Bereits seit Monaten fallen die gebotenen Zinsen. Grund genug, Ausschau nach Alternativen zu halten. Diese heißen immer häufiger Investment- oder Immobilienfonds. Profiteure dieses Trend sind schnell auszumachen. Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe können sich so bedeutend höherer Provisionen gewiss sein. Nur wenigen Verbrauchern ist bewusst, welchen Risiken sie sich hierdurch gegenwärtig aussetzen.

Fest steht, die isolierte Betrachtung eines Zinssatzes greift zu kurz. Vielmehr muss dieser Zinssatz vor dem Hintergrund der vorherrschenden Inflation betrachtet werden. Erhielten Sparer 1992 in der Spitze rund 3,75 % für gut ausgesuchtes Tagesgeld, müssen Anleger sich heute mit etwa 0,50 % zufrieden geben. Alleinstehend und unkommentiert betrachtet, stellt sich die Anlage in 1992 so deutlich lukrativer dar. Unter Berücksichtigung des jeweiligen Inflationsniveaus wendet sich hingegen das Blatt. Dann stehen den augenscheinlich attraktiven 3,75 % aus 1992 schlagartig 5,10 % Inflation gegenüber, die in Summe einen Kaufkraftverlust von 1,35 % bedeuten. Von Januar bis April 2016 weist das Statistische Bundesamt hingegen eine Deflation aus.

 

1992

2016

*Quelle: Deutsche Bundesbank
**Quelle: Statistisches Bundesamt
Zinssatz (Tagesgeld)*

3,75 %

0,50 %

Inflation**

- 5,10 %

+ 0,09 %

Ergebnis

- 1,35 %

+ 0,59 %

Vor diesem Hintergrund stellt das anhaltende Niedrigzinsniveau eine mehr als beherrschbare Belastung dar. Erweitert man den Betrachtungszeitraum, konnten Verbraucher bereits seit über zehn Jahren oberhalb des Inflationsniveaus anlegen. Diese Tatsache kann, entgegen vieler Medienberichte, als positiv für Ersparnisse und Altersvorsorge gewertet werden. Ein Umstand, der im Vorfeld der Euroeinführung bedeutend seltener zutraf.

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