Online-Banking: Hacker verursachen Millionenschaden

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Verbraucher, die ihre Konten per Online-Banking führen, bekamen schlagartig ein mulmiges Gefühl. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, ist es Hackern gelungen, das bislang als sicher geltende mTan-Verfahren für einen regelrechten Beutezug zu missbrauchen. Deutsche Verbraucher stehen vor einem Millionenschaden.

Online-Banking: Hacker verursachen Millionenschaden

Hohe Sicherheitsstandards wurden zielsicher umschifft

Online-Banking mit Hilfe des mTan-Verfahrens galt bislang als sicher. Mit Hilfe einer Transaktionsnummer, die Verbraucher auf ihr Mobiltelefon geschickt bekommen, können beispielsweise Überweisungsaufträge am PC ausgeführt werden. Besonderer Clou ist die Verwendung zweier voneinander unabhängiger Geräte. Damit sind Hacker gezwungen, sich Zugriff auf den PC und das Mobiltelefon zu verschaffen. Was Experten lange Zeit für eine unüberwindbare Hürde hielten, sorgte bereits 2012, 2013 und 2014 für vereinzelte Schadensfälle.

Die aktuelle Serie stellt die bisherigen Schadensfälle jedoch in den Schatten. Demnach haben sich Hacker über eine Million Euro deutscher Verbraucher überwiesen.

Mit Hilfe einer Schadsoftware verschafften sich die Hacker Zugang zu den PCs der Verbraucher. Ausgespäht wurden im ersten Schritt die Zugangsdaten zum Online-Banking. Im zweiten Schritte brachte man sich in den Besitz der Mobilfunknummern. Bisherige Erkenntnisse weisen darauf hin, dass die Hacker sich ausschließlich Kunden der Telekom aussuchten. Hier hat man mit einem Trick die SIM-Karten der Verbraucher sperren und Ersatz-Karten aktivieren lassen. Auf diesem Weg wurde die mTan nun umgeleitet. Die Hacker hatten damit alle notwendigen Zugänge und Voraussetzungen, um Überweisungsaufträge auszuführen.

Mehr Sicherheit für Sie und Ihr Online-Banking

Auch wenn Telekom und Banken weitere Sicherheitsmaßnahmen getroffen und in Aussicht gestellt haben, sollten Verbraucher bestimmte Spielregeln befolgen.

Girokonten – Wer an Online-Banking denkt, hat in erster Linie das Girokonto im Kopf. Überweisungen, Daueraufträge oder Kontobewegungen können bequem von zu Hause vorgenommen und überprüft werden. Fakt ist, die meisten Schadensfälle stehen in Zusammenhang mit dem Girokonto. Für Hacker bietet es den Vorteil, dass Gelder per Überweisung bequem und schnell transferiert werden können. Den entstandenen Schaden bemerken Verbraucher vielfach erst nach Stunden oder Tagen.

Mein Tipp:

Girokonten sollten möglichst offline geführt werden, also am Schalter der Bank
Wer sein Girokonto weiterhin online führen möchte, sollte ein Limit für Überweisungen einrichten

Tagesgeld – Im aktuellen Fall war unter anderem ein Tagesgeld betroffen. Das beliebte Sparkonto macht es Hackern im Normalfall schwer, da Überweisungen nur an ein sogenanntes Verrechnungskonto möglich sind. Als Verrechnungskonto wird im Regelfall das Girokonto angegeben. Wird das Tagesgeld gemeinsam mit dem Girokonto online und bei einer Bank geführt, entsteht eine gravierende Sicherheitslücke. Hacker haben nun die Möglichkeit, Gelder vom Tagesgeld auf das Girokonto zu transferieren und so Girokonto und Tagesgeld zu plündern.

Mein Tipp:

Wer sein Girokonto online führt, sollte sein Tagesgeld bei einer zweiten Bank anlegen

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