Private Krankenversicherung: Massiver Beitragsanstieg erwartet

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Die Private Krankenversicherung leidet unter niedrigen Zinsen und gestiegenen Krankheitskosten. Knapp 6 Millionen deutsche Privatversicherte müssen sich nun auf teils massive Beitragssteigerungen einstellen.

Private Krankenversicherung: Massiver Beitragsanstieg erwartet
Privatversicherte müssen sich vereinzelt auf Beitragssteigerung von bis zu 20 % einstellen.

Ansteig von bis zu 20 % erwartet

Verbraucher innerhalb der Privaten Krankenversicherung sind regelmäßige Erhöhungen der laufenden Beiträge unlängst gewöhnt. Nun könnte eine erneute Runde betroffene Verbraucher empfindlich treffen. Aktuelle Hochrechnungen stellen zwei von drei Versicherten durchschnittliche Steigerungen von 10 % in Aussicht, in Einzelfällen könne dieser Wert sogar bei 20 % rangieren. Damit müssen sich Versicherte im kommenden Jahr auf spürbar höhere Ausgaben einstellen.

Als Hauptgrund führt der Verband der Privaten Krankenversicherung das anhaltende Niedrigzinsniveau ins Feld. Hierdurch bedingt, erwirtschaften Anteile der Kundenbeiträge nicht die im Vorfeld kalkulierten Zinsüberschüsse. Doch auch gestiegene Gesundheitskosten tragen einen nicht unerheblichen Anteil an der zu erwartenden Beitragsentwicklung. Verbrauchern begegnet diese Problemstellung in Form steigender Beiträge. Diese Folge könnte sich sogar bis ins hohe Alter – weit oberhalb des Renteneintritts – ziehen. In dieser Phase sollen Versicherte von sogenannten Altersrückstellungen profitieren, die mildernd auf die laufende Beitragszahlung in Zeiten niedrigerer Einkünfte einwirken. Durch den fehlenden Zinsertrag könnten auch in diesem Bereich Lücken geschlagen werden. Betroffene Verbraucher sollten steigende Beitragszahlungen somit langfristig einkalkulieren.

Doch auch Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse müssen sich auf steigende Kosten einstellen. Steigende Beitragssätze und Zusatzbeiträge fallen im Gegensatz zur Privaten Krankenversicherung jedoch erheblich moderater aus. Auch die Belastung zum Zeitpunkt des Rentenbeginns bleibt besser kalkulierbar, da sich die Abgabenlast zur gesetzlichen Krankenkasse prozentual am zu Grunde liegenden Einkommen orientiert. Die höchsten Abgaben lasten somit auf Verbrauchern mit entsprechend hohem Einkommen.

Wechsel eingehend prüfen

Ob sich der Wechsel in eine Private Krankenversicherung lohnt, sollte ebenso wie der Wechsel aus einer Privaten Krankenversicherung eingehend geprüft werden. Die finanziellen Folgen müssen sowohl während des gesamten Erwerbslebens, aber auch zum Zeitpunkt des Rentenbeginns tragbar sein.

Verbraucher mit mehreren Kindern oder erwartbar niedrigen Einkünften im Rentenalter gehören wirtschaftlich meist zu den Verlierern einer Privaten Krankenversicherung. Doch selbst gutverdienende Angestellte, die den Wechsel einkommensbedingt angeboten bekommen, sollten sich sachkundigen Rat einholen.

Zum Wechsel in beziehungsweise aus einer Privaten Krankenversicherung beraten beispielsweise Verbraucherzentralen und spezialisierte Honorarberater.

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