Riester-Rente: Walter Riester wirbt für sein Baby

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Um die Riester-Rente wird es nicht ruhig. Stetig in der Kritik und bei der Bevölkerung alles andere als beliebt, möchte man ihr nun Konkurrenz machen. Die Deutschlandrente soll alles besser machen und den ausgebliebenen Siegeszug der privaten Altersvorsorge antreten. Doch noch ist unklar, ob die Deutschlandrente überhaupt kommen wird. Da meldet sich sogleich der berühmteste Fürsprecher der Riester-Rente zu Wort – Walter Riester, ihr Namensgeber.

Riester-Rente: Walter Riester wirbt für sein Baby

Die Frage aller Fragen: Lohnt sie sich?

Permanenter Streitpunkt war und ist, ob sich die Riester-Rente überhaupt lohnt. Spalteten sich anfänglich noch zwei Lager, das der Befürworter und das der Gegner, sind sich Experten heute einig. Die Riester-Rente lohnt sich insbesondere, wenn man mehrere Kinder ins Rennen führen kann. Andernfalls verlangt sie dem Sparer meist eine biblische Lebenserwartung ab.

Dies lassen Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe zumeist nicht gelten. Sie betrachten die Riester-Rente als eine Art Allzweckwaffe gegen Altersarmut und folgen den Argumenten ihres Schöpfers. Mit Walter Riester hat das zeitweise als Volksrente bezeichnete Altersvorsorgeprodukt nicht nur einen prominenten Namensgeber, sondern ebenso einen Fürsprecher.

Hohe staatliche Zuschüsse und Steuervorteile sind nicht nur das Argument der Finanzbranche, sondern ebenso das von Walter Riester. Diese stehen jedoch der nachgelagerten Besteuerung gegenüber. So schrumpfen diese Vorteile spätestens zum Rentenbeginn. Doch damit nicht genug, hohe Kosten und der vielen unbekannte Rentenfaktor tun ihr übriges. Der Durchschnittsverdiener ohne Kinder muss so im Regelfall das 95. Lebensjahr locker überleben, um von der Riester-Rente zu profitieren.

Hierzu die Serie „Lohnt sich die Riester-Rente für: …?“:

Lohnt sich die Riester-Rente für: Geringverdiener?
Lohnt sich die Riester-Rente für: Normalverdiener?
Lohnt sich die Riester-Rente für: Besserverdiener?
Lohnt sich die Riester-Rente für: Familien?

Walter Riester wirft sich weiterhin schützend vor die Riester-Rente

Vor diesem Hintergrund könnte man meinen, dass Konkurrenz längst überfällig sei. Diese soll Riester und Co. nun auch bekommen. Mit der Deutschlandrente möchte man die private Altersvorsorge wieder eingemeinden. Während Sparer heute hauptsächlich an Versicherungen herantreten müssen, um in dieser Sache tätig zu werden, will mit der Deutschlandrente auch der Staat wieder mehr Verantwortung übernehmen.

Trotz der Tatsache, dass entscheidende Rahmenbedingungen der Deutschlandrenten bislang unveröffentlicht blieben, haben die Finanzbranche und Walter Riester bereits frühzeitig abgewunken.

Doch die laut gewordene Kritik lässt momentan noch an entscheidender Substanz vermissen. Die Deutsche Rentenversicherung, unter deren Schirmherrschaft die Deutschlandrente installiert werden soll, sei nicht in der Lage, sie auch zu vertreiben. Man müsse jedoch die Bevölerung aktiv von privater Altersvorsorge überzeugen, so Walter Riester. Ob wirklich Versicherungen notwendig sind, um private Altersvorsorge an den Bürger zu bringen, bleibt mehr als fraglich. Auch in Zusammenhang mit der Deutschlandrente stehende Kostenvorteile erschließen sich Walter Riester nicht. Der Steuerzahler stünde schlussendlich für die Zeche gerade, dass diese jedoch geringer gegenüber Versicherungen ausfalle, bestreiten selbst Kritiker der Deutschlandrente nicht.

Es werden allerdings nicht allein diese Punkte sein, die maßgeblich über den Erfolg einer privaten Altersvorsorge entscheiden. So bleibt es abzuwarten, wann und wie die Deutschlandrente eingeführt wird. Erst dann wird sich zeigen, ob sie die dringend benötigte Alternative darstellt. Eines steht bereits heute fest: Der Riester-Rente müssen diese und ähnliche Alternativen zur Seite gestellt werden.

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