Riester-Rente: Zahl der Kündigungen steigt

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Die Kritik an der Riester-Rente ist ungebrochen. Zahlreiche Verbraucher sind verunsichert und stellen ihre laufenden Verträge in Frage. Die Folgen sind spürbar, im ersten Quartal wurden mehr Verträge gekündigt, als neu abgeschlossen. Während Kritiker diese Entwicklung begrüßen, zeichnet die Branche neue Schreckensszenarien.

Riester-Rente: Zahl der Kündigungen steigt
Die Riester-Rente steht erneut und massiv in der Kritik. Zahlreiche Verbraucher kündigen ihre Verträge.

Über 16 Millionen Riester-Renten

Die als Volksrente geplante Riester-Rente schwächelt. Im ersten Quartal des laufenden Jahres wurden rund 1.000 Verträge mehr gekündigt, als abgeschlossen. Insbesondere festverzinste Versicherungsverträge und Banksparpläne sind von Kündigungen betroffen. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits seit rund vier Jahren klar erkennbar ist.

Kritiker der Riester-Rente sehen sich bestätigt. Unlängst nehmen sogar Politiker, die dieser geförderten Altersvorsorge einst wohlgesonnen waren, spürbaren Abstand. Die Wunschlösung ist bereits klar definiert, eine private Altersvorsorge in staatlicher Hand, ohne das Gewinnstreben der Privatwirtschaft. Diese blickt gewohnt zurückhaltend auf derartige Pläne. Schließlich droht mit der Riester-Rente ein wichtiger Provisionsbringer verloren zu gehen.

Weiterhin zeichnen Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe neue Schreckensszenarien. Sie fürchten, dass mit der Kündigung einer Riester-Rente auch die Bemühungen der Verbraucher, privat für ihr Alter vorzusorgen, eingestellt werden.

Ein Riester-Verzicht ist kein Altersvorsorge-Verzicht

Damit unterstellt die Finanzbranche, dass Altersvorsorge fest mit einzelnen Produkten verbunden ist. Bevorzugt sind dies Riester-, Rürup-Rente und die betriebliche Altersvorsorge. Sie sorgen in der meist provisionsfinanzierten Branche für einen erheblichen Teil des Umsatzes.

Private Altersvorsorge hat jedoch viele Gesichter. So zeigt sich regelmäßig, dass der investierte Euro, anstatt ihn in eines der altbekannten Produkte anzulegen, an anderer Stelle sogar besser aufgehoben ist. Trotz Zulagen oder Steuervorteilen müssen zahlreiche Riester-Sparer mitunter ein biblisches Alter erreichen, um gegenüber klassischen Sparplänen zu profitieren. Es drängt sich daher die Frage auf, ob ein solcher klassischer Sparplan in diesen Fällen nicht auch die bessere Alternative darstellt. Gleiches gilt für laufende Baufinanzierungen, die auch nicht selten die bessere Anlaufstelle für Kapital und Beiträge darstellt.

Verbraucher sind also gut beraten, ihre Altersvorsorge nicht alleinstehend zu hinterfragen. Vielmehr ist eine gute Altersvorsorge als Ergebnis vieler richtiger Entscheidungen in der Phase zwischen heute und dem späteren Rentenbeginn zu sehen. Auf diesem Weg sind sämtliche Alternativen, auch wenn diese nicht im ersten Augenblick als Altersvorsorge wahrgenommen werden, zu prüfen und auf etwaige Ziele und Wünsche abzustimmen.

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