Schulden: Raus aus dem Dispo

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Der Dispo gehört zu den beliebtesten Krediten der Deutschen. Verbraucher schätzen insbesondere die bequeme Beantragung und Gewährung. Doch ein Dispo ist gleichzeitig eine der kostspieligsten Optionen, sich Geld zu leihen. Ist das Konto regelmäßig oder gar dauerhaft im Minus, sollten Verbraucher daher umgehend reagieren.

Schulden: Raus aus dem Dispo
Rutscht das Girokonto regelmäßig in die roten Zahlen, sollte auf zinsgünstigere Alternativen ausgewichen werden.

Verheißungsvoll, bequem und teuer

Um in den Genuss eines Dispos oder auch Dispositionskredits zu kommen, braucht es nicht viel. Regelmäßige Einkünfte genügen dem Großteil der Banken bereits, um ihren Kunden diesen zusätzlichen Spielraum unbefristet zu gewähren. Gibt die Hausbank grünes Licht, kann fortan das Girokonto bequem ins Minus rutschen. Der Geldautomat spuckt mehr Bargeld aus als das Girokonto hergibt und an den Kassen der Kaufhäuser endet das Shoppingerlebnis auch erst bedeutend später.

Dabei umweht den Dispo zusätzlich der besondere Reiz, einen einmal gewährten Kreditrahmen immer und immer wieder in Anspruch nehmen zu können. Erneute Kreditverhandlungen mit der Hausbank werden so überflüssig. Doch rutscht das Girokonto vom Plus ins Minus, werden vergleichsweise hohe Dispozinsen fällig. Trotz historisch niedriger Zinsen verlangen zahlreiche Banken weiterhin über 10 % für das auf diesem Weg geliehene Geld. Damit ist der Dispo nicht mehr nur bequem, sondern zugleich eine der teuersten Möglichkeiten, sich Geld zu leihen. Da der Dispo nicht, wie beispielsweise Auto- und Konsumkredite, mit Hilfe einer regelmäßigen Rate abbezahlt wird, ist der Verbraucher selbst in der Pflicht. Nur wer regelmäßig weniger ausgibt, als er oder sie einnimmt, kämpft sich Stück für Stück zurück ins Plus. Andernfalls wird der Dispokredit zu einem teuren und dauerhaften Begleiter. Im Schnitt rutscht jeder zehnte Deutsche regelmäßig ins Minus, weitere 10 % bewegen sich sogar dauerhaft in den roten Zahlen.

Ist ein solcher Trend auf dem eigenen Girokonto absehbar, sollte bereits frühzeitig reagiert werden. Hohe Kosten für Dispozinsen können insbesondere heute gegen erheblich günstigere Rahmenbedigungen getauscht werden.

Über 50 % Einsparpotenzial

Betroffene, die ihr Girokonto durchschnittlich mit 2.500,- EUR und bei 12 % Dispozins im Minus führen, werden jährlich mit 300,- EUR Zinskosten belastet. Ein günstiger Ratenkredit würde in diesem Vergleich die Kosten um mehr als die Hälfte, nämlich auf rund 125,- EUR, drücken. Die auf diesem Weg gesparten Zinskosten können dann zusätzlich zur Tilgung der entstandenen Schulden eingesetzt werden. Der Verbraucher gewinnt so doppelt – einziger Verlierer ist die Bank.

In die Hände spielt Verbrauchern hierbei das momentan günstige Zinsniveau. Die Umschuldung eines Dispos kann hierdurch zu außerordentlich attraktiven Konditionen stattfinden. Vor diesem Schritt empfiehlt sich jedoch ein Zinsvergleich. Ansprechpartner sollte daher nicht allein die Hausbank, sondern weitere Banken beziehungsweise Vergleichsportale sein. Eine Umschuldung kann, da ein in Anspruch genommener Dispositionskredit zu jeder Zeit getilgt werden kann, ohne Einhaltung bestimmter Fristen stattfinden. Es gilt die Devise: Je früher desto besser.

Wurden bereits mehrere Dispos umgeschuldet und steigen die Schuldenstände von Raten- und Autokrediten, zeichnet sich bereits eine Überschuldung ab. In diesen Fällen sollte vor einer erneuten Umschuldung eine geeignete Beratungsstelle um Unterstützung gebeten werden. Hierzu eigenen sich Schuldenberatungen oder die Verbraucherzentrale.

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